Darum kreiste eine Propellermaschine für Stunden über Holzwickede

dzFlieger im Tiefflug

Am Dienstag und Mittwoch mag sich der eine oder andere Holzwickeder über einen Tiefflieger gewundert haben. Ein Pilot hat dabei aber nicht verzweifelt auf eine Landeerlaubnis gewartet.

Holzwickede

, 22.08.2019, 12:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zur Mittagszeit kreiste am Dienstag und Mittwoch je für rund drei Stunden eine Propellermaschine vom Typ „VulcanAir AP68TP - 600 Aviator“ über den Dortmunder Flughafen und auch über die umliegenden Städte und Gemeinden. Hatte ein Pilot hier Probleme bei der Landung auf dem Flughafen?

„Den Fall hatten wir tatsächlich mal in Mönchengladbach. Da gab es einen Anrufer, der darum bat, dass man den armen Piloten doch bitte landen lässt“, sagt Sascha Parzy. Er ist Messingenieur bei der Braunschweiger Firma Svege. Der Flugdienstleister kontrolliert vorwiegend in Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg die Instrumentenlandesysteme (ILS) von Flughäfen.

Flüge hatten nichts mit Plänen für längere Landebahn zu tun

„Das Unternehmen war in unserem Auftrag in der Luft. Das ILS muss zwei Mal im Jahr überprüft werden“, sagt Airport-Sprecherin Davina Ungruhe. Mit den Plänen des Flughafens, seine Landebahn von 1700 auf 2000 Meter zu verlängern, hätten die Überflüge demnach nichts zu tun.

Einfach ausgedrückt sorgt das ILS dafür, dass Piloten bei Schlechtwetter im Landeanflug auf Position bleiben und zur Landebahn geleitet werden. „Das funktioniert wie ein Radiosignal. Im Cockpit liest der Pilot über einen Kreuzanzeiger ab, ob er zu hoch, tief, zu weit links oder rechts im Anflug ist und kann seine Position korrigieren.

Landesystem für Piloten wird absichtlich an seine Grenzen gebracht

Am Boden wird das System mehrmals im Jahr durch die Deutsche Flugsicherung überprüft. Svege wiederum übernimmt für Kontrollen aus der Luft. Für die Messungen bringen Mitarbeiter des Flughafens das ILS absichtlich an seine Grenzen. „So können wir testen, ob das System bei bestimmten Witterungsbedingungen automatisch abschaltet“, sagt Parzy. Dadurch würde verhindert, dass Flieger fehlgeleitet werden. Piloten müssten dann auf Sicht landen oder im Extremfall einen alternativen Flughafen ansteuern.

Die Kontrollflüge am Dienstag und Mittwoch fanden im laufenden Flugbetrieb statt, der davon nicht beeinträchtigt war. „Wir fliegen mehrmals in gut 15 Meter Höhe mit rund 200 km/h bei eingeklapptem Fahrwerk über die Landebahn“, sagt Parzy.

Die Schleifen im Umland waren nötig, um die Reichweite des Systems zu prüfen. Am tiefsten Punkt fliege man rund 300 Meter über dem Boden. „Meist sind wir aber auf einer Höhe zwischen 450 und 600 Metern unterwegs“, so Parzy. Zwei Einsatztage waren nötig, weil Flugzeuge in Dortmund aus westlicher und östlicher Richtung landen können.

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