Konkurrenz im Nacken: Ab 2020 werden Trauerfeiern am Holzwickeder Friedhof billiger

dzBestattung

Wer ab kommendem Jahr bei Beerdigungen die Trauerhalle am Friedhof bucht, der muss nicht so tief in die Tasche greifen wie zuvor. Die Gemeinde reagiert auf eine neue Konkurrenzsituation.

Holzwickede

, 19.12.2019, 14:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Trauerfeier in der Halle am Friedhof in der Gemeindemitte kostet in diesem Jahr noch 251 Euro. Fürs kommende Jahr wird der Betrag, den Angehörige für die Nutzung bezahlen müssen, deutlich gesenkt. Das hat der Gemeinderat in der letzten Sitzung des Jahres beschlossen. Und das hat einen speziellen Grund.

Wie Peter Knapp, zuständig für Gebührenhaushalte im Fachbereich Finanzen, auf Nachfrage erklärte, seien die Nutzungszahlen der Halle am Friedhof eher rückläufig: „Bis vor ein paar Jahren wurde die Trauerhalle gut genutzt.“ Jetzt werde sie spürbar weniger gebucht.

Trauerhalle nach Brand ein halbes Jahr geschlossen

Wie Knapp erläutert, sind die Nutzungszahlen momentan ohnehin wenig aussagekräftig, weil die Halle nach einem Brand im März für ein halbes Jahr geschlossen blieb und somit ohnehin nicht genutzt werden konnte. Seit Anfang September hat sie ihre Pforten wieder geöffnet. Seitdem lassen die Nutzungszahlen zu wünschen übrig.

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Grund dafür ist die Tatsache, dass die Gemeinde inzwischen einer Konkurrenzsituation ausgesetzt ist, die es vor wenigen Jahren noch nicht gab. Denn nicht nur am Friedhof gibt es in Holzwickede eine Trauerhalle, die beiden Bestattungsunternehmen Gössmann und Augsburg haben ebenfalls eine Halle im Angebot, die sie Trauernden bei Bedarf zur Verfügung stellen.

Trauerfeier kostet knapp 50 Euro weniger

Der Preis bei Gössmann und Augsburg liegt laut Knapp deutlich unterhalb der Gebühr, die man bisher am Friedhof bezahlen musste. Die Gemeinde sah sich daher gezwungen, sie zu senken. Ab kommendem Jahr zahlen Angehörige beim Angebot der Gemeinde dann rund ein Fünftel weniger. Der Preis wird nämlich auf 200 Euro gesenkt.

Die Konkurrenzsituation stellt die Gemeinde zunehmend vor ein Problem: „Wir hoffen, dass es nützt“, sagt Knapp mit Blick auf die Senkung der Gebühren. Eine Schließung der Halle macht aus seiner Sicht kaum Sinn, könnte aber die einzige Lösung sein, sollte sie in Zukunft nicht besser genutzt werden. In diesem Fall würde sich allerdings die spannende Frage stellen, wofür sie stattdessen genutzt werden soll. „Wir können daraus sicher keine Diskothek machen“, weiß auch Knapp.

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So bleibt der Gemeinde nur die Möglichkeit, die Konkurrenzsituation anzunehmen und ihr Angebot möglichst attraktiv zu gestalten. Einen entscheidenden Vorteil stellt aus Sicht der Gemeinde die Größe dar: In der gemeindeeigenen Trauerhalle finden bis zu 150 Trauernde Platz. In den Hallen der Bestatter sind es laut Knapp um die 50.

Schließung „nicht der Weisheit letzter Schluss“

Dass eine Schließung „nicht der Weisheit letzter Schluss“ ist, liegt laut Knapp aber auch daran, dass die Gemeinde zuletzt noch Geld in sie gesteckt hat. So ist sie nach dem Brand im März renoviert worden. In diesem Zuge wurden neue Heizungen eingebaut.

Im kommenden Jahr ist nach derzeitigem Stand zudem ein neuer Anstrich geplant. Die Trauerhalle am Friedhof soll also nicht nur preislich, sondern auch optisch wieder deutlich attraktiver für die Holzwickeder werden.

Bestatter bauen ihr Angebot stetig aus

Die örtlichen Bestatter bauen laut Knapp seit einiger Zeit ihr Angebot stetig aus. Bestatter seien in der Vergangenheit vorwiegend nicht hauptberuflich tätig gewesen, sondern hätten das Geschäft nebenher laufen lassen. Inzwischen seien sie immer mehr zu „richtigen Unternehmen“ geworden.

Umfangreiche Bestattungspakete, gehört in Holzwickede eben auch inzwischen eine eigene Trauerhalle zum immer vielfältiger werdenden Angebot der Bestattungsfirmen. „Für viele Menschen ist es bequemer, beim Bestatter auch gleich die Trauerfeier zu veranstalten“, sagt er.

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