Kompanie Altes Dorf verabschiedet sich mit eigenem Kaiser vom Dorfkrug

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Passender hätte das Drehbuch nicht sein können: Die Kompanie Altes Dorf hat sich am Dienstag mit Karl-Heinz Pakusch als neuem BSV-Kaiser aus den eigenen Reihen vom Dorfkrug verabschiedet.

Holzwickede

, 10.07.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Eigentlich habe ich jetzt die Hierarchie durch“, sagt Karl-Heinz Pakusch. Nach dem erfolgreichen Vogelschießen durfte der Schütze aus der Kompanie Altes Dorf am Montagabend zusammen mit Ehefrau Karin am Abend die Proklamation genießen. Anschließend wurde bis halb eins im Schützenzelt gefeiert.

Weil erst im nächsten Jahr wieder ein König im BSV ausgeschossen wird, übernimmt Pakusch als Kaiser für ein Jahr auch die repräsentativen Aufgaben des Königs. Vielleicht sogar noch intensiver als ein König: „Der Kaiser ist das Aushängeschild des BSV“, sagt Schriftführerin Gisela Zickler. Mit 71 Jahren hat Pakusch nun so ziemlich jede wichtige Position im Schützenverein in der Vita stehen. „Angefangen im Alten Dorf, war ich Schießleiter, stellvertretender Kompanieführer und Hauptmann“, sagt Pakusch. Dazu kommen die Königstitel 2006 und 2010. Zudem war Pakusch sechs Jahre lang Vorsitzender des BSV, ehe er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegte.

„Ein Grüß-August will ich schließlich nicht sein.“
Schützenkaiser Karl-Heinz Pakusch

Für sein Kaiseramt fühlt sich Karl-Heinz Pakusch aber gesundheitlich gerüstet: „Da bin ich guter Dinge. Der Vorsitz war ein Fulltime-Job und als ich Probleme mit der Pumpe bekam und an meiner eigenen Unsterblichkeit zweifelte, habe ich das Amt abgegeben. Ein Grüß-August will ich schließlich nicht sein“, sagt Pakusch.

Beim diesjährigen Kaiserschießen dachte er sich: Jetzt oder nie. Als Carsten Becker 2014 der erste Kaiser wurde, der alle fünf Jahre sein Amt abgibt, war Pakusch dessen einziger Konkurrent. Dieses Jahr setzte er sich wiederum gegen fünf weitere Könige durch, die auf die Kaiserwürde aus waren. „Ich bin jetzt 71 Jahre alt. Ein drittes Mal König wollte ich nicht mehr werden. Um Kaiser zu werden, war das meine letzte Gelegenheit“, so Pakusch.

Kaiser im Schützenverein ist man nur ein Mal im Leben

Im Gegensatz zum König darf man übrigens nur einmal im Leben ein Schützenkaiser sein. Kaiserin darf zudem nur werden, wer einst auch Königin war. Wählt der neue Würdenträger eine neue Partnerin an seiner Seite, dann firmiert diese als Königin neben dem Kaiser. Das führte am Montag dazu, dass Carsten Becker als Kaiser und Silke Benter als Königin abdankten. Zudem wurde auch Renate Otto als Kaiserin von Pakuschs Vor-Vor-Gänger Werner Otto verabschiedet. Otto war unter dem alten Rhythmus von 2001 bis 2014 der amtierende Kaiser.

Optisch unterscheidet sich der Kaiser vom König wenn überhaupt nur im Detail: Zwar darf auch der König eine weiße Feder am Hut tragen, das macht aber nicht jeder. Beim Kaiser sollte das hingegen schon sein. „Ich hatte schon 2006 eine Feder am Hut. Die hat zwischenzeitlich zwar durch heftigen Regen gelitten, aber es ist noch dieselbe und die wird auch nicht getauscht. Mein Hut und ich gehen gemeinsam in Rente“, sagt Pakusch.

Das wird mindestens noch fünf Jahre dauern. Für Pakusch stehen nun die ersten Termine als Kaiser des BSV Holzwickede an. Das eigene Schützenfest ließ er indes am Dienstagabend ein letztes Mal mit seiner Kompanie vom Alten Dorf im Garten des Dorfkruges bei der Schützenfest-Nachfeier ausklingen. Bekanntlich wird die Traditionsgaststätte seine Pforten nicht mehr öffnen. Aus dem Dorfkrug wird ein reines Wohnhaus.

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