Vielerorts in Deutschland darf am Wochenende zum letzten Mal vor dem Lockdown gefeiert werden. © picture alliance/dpa
Gastronomie in Holzwickede

Kneipenrettung: Spendenaktion ist vorbei – Initiator ist mit der Summe zufrieden

Ein junger Holzwickeder will zur Rettung der heimischen Kneipenszene beitragen. Sein Aufruf hat das eigentliche Ziel verfehlt, war aber trotzdem erfolgreich.

Die Summe von 2000 Euro hat der Holzwickeder Jan Simon bei seiner Spendenaktion mit dem Titel „Der schönste Platz“ als Ziel festgelegt. Von Mitte Januar bis zum Ende der vergangenen Woche konnten Freunde eines gemütlichen Theken-Treffens ihre Stammkneipe mit einer Geldspende unterstützen.

Dieses Ziel hat der Holzwickeder nach Ablauf der festgelegten Frist zwar verfehlt, das Ergebnis kann sich aber trotzdem durchaus sehen lassen: Insgesamt sind bei der Spendenaktion zur Rettung der Holzwickeder Kneipen nämlich 1298 Euro zusammengekommen. Die angepeilten 2000 Euro, so erklärt der Initiator des Spendenaufrufs, seien ohnehin eher Platzhalter gewesen, weil er irgendeine Summe als Ziel nennen musste.

Aktion zur Kneipenrettung: Alle Wirte wollen die Spende annehmen

Mit dem Ergebnis ist Simon auf jeden Fall sehr zufrieden. Er hat die Summe auf 1300 Euro aufgestockt, wird in den kommenden Tagen jeweils 325 Euro an jede der vier Kneipen in Holzwickede auszahlen. Simon hofft, dass die heimischen Wirte etwas damit anfangen können.

Und danach sieht es auf jeden Fall aus: Inzwischen habe er zu jedem Wirt Kontakt aufgenommen. Auf die Spendenaktion, die er ohne Absprache mit ihnen ins Leben gerufen hat, hätten sie alle sehr begeistert reagiert: „Sie haben signalisiert, dass sie sehr gerne die Spende annehmen werden“, sagt Simon.

Nach mehreren Monaten ohne Einnahmen ist das kein allzu großes Wunder: „Sie haben sich vor allem darüber gefreut, dass die Leute auf ihre Kneipen sehr stolz sind und sich so viele bereit erklärt haben, etwas zu spenden“, sagt Jan Simon.

Mit dem Geld macht dann jeder Wirt, was er möchte. Ob sie es in die Miete ihres Lokals stecken oder etwa in neue Corona-Schutzmaßnahmen investieren, ist ihnen überlassen. Der Betreiber der Kneipe zum Pütt, so berichtet Simon, habe beispielsweise angekündigt, dass die Summe an seine Service-Kräfte gehen soll. „Die sind derzeit in Kurzarbeit“, sagt der junge Kneipengänger.

Eine zweite Auflage wird (hoffentlich) nicht nötig sein

Die Spendenaktion ist damit auf jeden Fall erstmal ausgelaufen. Simon hofft, dass er bald wieder an der Theke seiner Stammkneipe sitzen kann. Eine zweite Auflage des Spendenaufrufs sei nicht in Planung, im Idealfall auch gar nicht notwendig, wenn die Kneipen bald aus der Corona-Pause kommen würden: „Wenn der Lockdown nochmal verlängert wird, dann wäre das aber denkbar“, sagt Simon.

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Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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Carlo Czichowski

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