Konzept statt Notstand: Projektteam für mehr Klimaschutz nimmt die Arbeit auf

Klimaschutzkonzept

In anderen Kommunen wurde zuletzt der Klimanotstand ausgerufen. Darauf verzichtet Holzwickede und setzt lieber auf ein Klimaschutzkonzept. Das soll bis Sommer 2020 konkrete Maßnahmen aufzeigen.

Holzwickede

, 17.09.2019, 18:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Konzept statt Notstand: Projektteam für mehr Klimaschutz nimmt die Arbeit auf

Mehr Fotovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden, so wie hier auf dem Dach des Schulzentrums, könnten eine Maßnahme aus dem Klimaschutzkonzept sein. © Hans Blossey

Bestandsaufnahme, Potenziale erkennen, Akteure einbinden. In der Theorie liest sich das ganz einfach, was Sabine Lohoff am Montagabend im Umweltausschuss präsentierte. Lohoff arbeitet für die Planungs- und Ingenieurgesellschaft Gertec und ist als Projektleiterin dafür zuständig, dass Holzwickede bis Sommer kommenden Jahres ein Klimaschutzkonzept mit verbindlichen Maßnahmen bekommt.

Momentan steht man am Anfang der Bestandsaufnahme, die Fragen umfasst wie: Wie hat sich die Energie- und Treibhausbilanz im Ort seit 1990 entwickelt und wer ist für die Gemeinde hier maßgeblich – Wirtschaftsbetriebe oder Privathaushalte?

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Beteiligung von Experten und Bürgern erwünscht

Um hier zu Ergebnissen zu kommen sind Workshops mit Akteuren aus den Fachgebieten geplant. „Wichtig ist uns dabei, auch die Politik einzubinden“, sagt Lohoff. Die Fraktionen sind aufgerufen, ihre Vertreter für einen entsprechenden Beirat zu benennen, der erstmals am 20. November zusammenkommen soll, um den dann aktuellen Sachstand zu beraten.

„Das Herz des ganzen ist für uns die Akteursbeteiligung“, sagt Lohoff. Und die soll auch die Bürger einschließen. Nach dem Vorbild anderer Kommunen setzt Gertec hier auf ein Klimacafé. Zu Jahresbeginn will man die Bürger einladen, eigene Ideen für den Klimaschutz einzubringen.

Klimaschutzmanager soll Umsetzung garantieren

Zur Sache

Bund fördert Klimaschutzkonzept

  • Die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes wird durch das Bundesumweltministerium gefördert. Bis zu 65 Prozent der Kosten werden bezuschusst. Den Rest trägt die Gemeinde.
  • Bei Ratsbeschluss im Vorjahr ist man von Gesamtkosten für die Erstellung in Höhe von 30.000 bis 55.000 Euro ausgegangen. Entsprechende Mittel wurden bereits im Haushalt 2018 bereitgestellt.

Am Ende soll das Konzept konkrete Maßnahmen für einen Zeitraum bis zu 15 Jahre umfassen, die durch einen eigens angestellten Klimaschutzmanager begleitet werden. Dessen Stelle wäre in den ersten Jahren förderfähig. „Der Fokus der Maßnahmen soll auf den ersten fünf Jahren liegen“, sagt Lohoff.

Was dabei rauskommt, zeigt ein Blick nach Lengerich im Kreis Steinfurt. Die 22.000-Einwohner-Stadt hat 2016 ein Klimaschutzkonzept mit Gertec erstellt. In Christine Elias arbeitet hier seit anderthalb Jahren eine Klimaschutzmanagerin daran, die beschlossenen Maßnahmen umzusetzen.

Fotovoltaik auf öffentlichen Gebäuden, Radfahren im Alltag durch bessere Radwege fördern, autofreie Sonntage – nur drei von 44 Maßnahmen, die das Konzept umfasst. „Und hier kommt meine Empfehlung an Holzwickede: Planen Sie dafür eine volle Stelle ein“, sagt Elias.

Sie räumt ein, dass ein Großteil ihrer halben Stelle aus Abstimmungsgesprächen besteht. Wie diffizil das sein kann, zeigt Lengerichs entfallener autofreier Sonntag: Weil in Kürze ausgerechnet ein Radrennen ansteht, ist der dieses Jahr logistisch nicht umsetzbar.

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