Schritt für Schritt möchte die Gemeinde in den kommenden Jahren in die Rausinger Halle investieren, um sie als Kleinkunstbühne zu etablieren. Die ersten Künstler sollen im Herbst in neuem Licht erstrahlen.

Holzwickede

, 19.07.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Im Vergleich zu anderen Investitionen in der Gemeinde wirken die 10.000 Euro mickrig, die man dieses Jahr in die Rausinger Halle investieren will. Doch das Geld reicht, um Licht und Ton grundlegend auf einen modernen Stand zu bringen.

Für den Außenbereich werden vier Außenstrahler angeschafft, um die Halle an sich ins rechte Licht zu rücken. Die Hauptinvestitionen fließen jedoch in den Innenbereich und hier vor allem in die Lichttechnik.

Die aktuellen Strahler leuchten im Prinzip nur aus, sind nicht mehrfarbig. Einzig zwei Seitenstrahler können über Filter auch farbiges Licht auf die Bühne werfen. „Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß“, sagt Kristina Cikes, die Kulturbeauftragte der Gemeinde.

Neue Lichttechnik soll Künstler in Szene setzen

Bei einer Begehung mit Licht- und Tontechnikern wurde festgezurrt, was für 10.000 Euro machbar und notwendig ist. Die Bühne soll zusätzliche Scheinwerfer und eine entsprechende Traverse zur Befestigung bekommen. Ein Fluter setzt das Geschehen von der Bühnenkante aus in Szene. Die neue Lichttechnik wird mehrfarbig und dimmbar. Dafür müssen auch zusätzliche Kabel gezogen und passende Steuerungstechnik installiert werden.

Im Budget sind laut Cikes auch noch einige Updates für die Tontechnik. Neue Lautsprecher, Bassboxen und entsprechendes Zubehör sind drin. Dass die Rausinger Halle für sich bereits eine gute Akustik bietet, hätten ihr die Techniker auch vor Ort bestätigt, so Cikes. „Wer gut bei Stimme ist, der ist in der Halle sogar ohne Mikrofon gut zu verstehen“, sagt die Kulturbeauftragte.

Arbeiten müssen über die Ferien abgeschlossen werden

In den kommenden Jahren soll das Equipment systematisch aufgestockt werden. „Wir denken, die 10.000 Euro für die ersten Investitionen können wir guten Gewissens ausgeben“, sagt Holzwickedes Erster Beigeordneter Bernd Kasischke. Die Sommerferien seien zudem terminlich bestens geeignet, um die Halle aufzurüsten. „Das muss im Prinzip auch in den Ferien passieren, wir wollen die Kleinkunstbühne am 20. September eröffnen“, sagt Kasischke. Cikes versichert, dass das ausführende Unternehmen in den kommenden Wochen alle Arbeiten erledigt.

Zumal die Rausinger Halle auch am 14. September bereits gebucht ist, wenn die Katholische junge Gemeinde hier 40 Jahre Zeltlager feiert. Nach Ende der Sommerferien am 27. August bliebe also nicht mehr viel Zeit für Umbauten.

Die Rausinger Halle soll nach den Ferien in neuem Licht erstrahlen

Jenny Schäuffelen und Marie Giroux (v.l.) sind im November in der Rausinger Halle zu Gast. © Laurence Chaperon

Den Start der Kleinkunstbühne Rausingen will man dann auch nutzen, um das Projekt nochmals vorzustellen. Zudem sollen zwei Künstler für Unterhaltung sorgen – die hält Kristina Cikes aber noch geheim. Einladungen für die Veranstaltungen sollen demnächst rausgehen. Inwieweit die Eröffnung auch für die Öffentlichkeit bestimmt ist, darüber sei noch keine Entscheidung gefallen.

Sicher ist: Künftig soll die Rausinger Halle ein Mal im Monat Kleinkunst bieten. Das Programm für Oktober und November steht bereits: Am 11. Oktober ist Geschichtenerzählerin Antonella Simmonetti zu Gast.

Die gebürtige Italienerin kommt mit ihrem Programm „Nuove storie di vita, morte e miracoli – Neue Geschichten vom Leben, Tod und Wundern“ nach Holzwickede. Mythen, Legenden, Märchen oder Schwänke trägt sie auf Deutsch mit italienischen Passagen vor. Der italienischen Sprache muss man zum Verständnis dabei nicht mächtig sein.

Musikalisch wird es am 16. November, wenn Marie Giroux, Jenny Schäuffelen und Heiko Michels mit ihrem Programm „Blessur d’amour – Anatomie der Liebe“ zu Gast sind. Das Trio geht dem Geheimnis der Liebe auf den Grund und bedient sich dabei aus dem französischen Chansongut von Sardou, Becaud, Aznavour oder Ferré.

Für den Dezember ist ein Theaterstück angedacht – hier laufen die Planungen jedoch noch. Auch im neuen Jahr soll die Kleinkunstbühne dann monatlich bespielt werden. „Eine Pause ist 2020 nur während der Sommerferien im Juli angedacht.

„Es ist wichtig, dass wir die Plattform haben und jetzt einfach mal starten“, sagt Kristina Cikes. Lesungen, Konzerte, Kabarett oder Poetry Jam – die Bühne soll möglichst viel Abwechslung bieten und auch nicht vor großen Namen zurückschrecken, wenn ein Engagement machbar ist. „Gagen zwischen 800 und 2000 Euro lassen sich natürlich gut auf eine homogene Preisstruktur runterbrechen“, sagt Cikes mit Blick auf maximal 250 Plätze in der Halle.

Vorverkauf für die Kleinkunstbühne Rausingen ist noch nicht gestartet

Geht es in den fünfstelligen Bereich, wäre das aber schon problematisch. „Aber sollte mal ein entsprechender Künstler aufploppen und würde sich ein Sponsor finden, dann kann man zumindest die Machbarkeit prüfen“, so die Kulturbeauftragte.

Der Vorverkauf für die ersten Veranstaltungen wird wohl nach den Ferien starten und sich zunächst auf klassische Vorverkaufsstellen wie das Bürgerbüro oder den I-Punkt in Unna beschränken. Kooperationen mit großen Ticket-Anbietern schließt man derzeit aus. „Wir werden natürlich mit vielen Plakaten, Aufstellern und im Netz werben. Der Internetverkauf über die Homepage der Gemeinde ist auch ein Ziel im Rahmen der Kleinkunstbühne – das werden wir nächstes Jahr angehen“, sagt Cikes.

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