Mit der Popband „Max im Parkhaus“ sollte die Kleinkunstbühne Rausingen am Samstagabend ins Programmjahr 2020 starten. Das wird insgesamt auf weniger Termine setzen, die dafür mehr Publikum locken sollen.

Holzwickede

, 14.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Schon vor dem Jahresende zeigte man sich in der Gemeindeverwaltung in Bezug auf die Kleinkunstbühne Rausingen selbstkritisch: So gestand Bürgermeisterin Ulrike Drossel, dass in Bezug auf das neue Kulturangebot nicht alles so funktioniert habe wie erhofft. Man habe eben auch viel ausprobiert.

Die Bürgermeisterin machte aber auch klar, dass man für 2020 eben das Programm anpassen werde, um den Geschmack den Bürger zu treffen. Nach der gut besuchten Eröffnung im September, als sicher auch die technischen Updates bei Licht und Ton den einen oder anderen in die altehrwürdige Halle lockten, war der Zuspruch für die Folgeveranstaltungen mitunter nicht existent.

Neuausrichtung der Kleinkunstbühne nach holprigem Start

Schon die für Oktober angesetzte Lesung mit der italienischstämmigen Geschichtenerzählerin Antonella Simonetti machte klar, dass die Kleinkunstbühne nicht nur ein inhaltliches Problem hatte: Für die in der Region unbekannte Künstlerin wurde im Vorverkauf kein einziges Ticket abgesetzt, der Auftritt letztlich abgesagt. Der gescheiterte Ticketverkauf wiederum war wohl auch darin begründet, dass Karten zunächst nur analog und mit dem Bürgerbüro, der Bibliothek und der Seniorenbegegnungsstätte nur an drei gemeindlichen Vorverkaufsstellen zu bekommen waren.

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Dank treuer Fans des Genres im Freundeskreis Holzwickede-Louviers durfte dann zumindest im November der Chanson-Abend mit Marie Giroux als Erfolg gewertet werden. Im Dezember gab es keinen Auftritt und es war auch klar: Den zunächst angedachten monatlichen Kleinkunst-Rhythmus würde man nicht halten können.

„Wir müssen zugeben, dass wir uns da vielleicht ein zu hohes Ziel gesetzt haben“, sagte denn auch Matthias Aufermann als Fachbereichleiter Schule, Sport, Kultur im zugehörigen Fachausschuss im Dezember. Kommuniziert wurde dereinst, dass man die Zahl der Veranstaltungen auf sechs pro Jahr reduzieren werde.

Die Pink-Floyd-Coverband „Floyd Side of the Moon“ ist für Ende Mai in der Rausinger Halle angekündigt.

Die Pink-Floyd-Coverband „Floyd Side of the Moon“ ist für Ende Mai in der Rausinger Halle angekündigt. © Floydside

Letztlich sind es fünf Termine geworden, die im Rahmen der Kleinkunstbühne Rausingen durch die Gemeinde organisiert werden. Auch ist mittlerweile klar, wer im Laufe des Jahres auf „Max im Parkhaus“, dessen Auftritt dem Coronavirus zum Opfer fiel, folgen soll. Dabei wird es musikalisch, poetisch und zünftig – wenn der zünftige Programmpunkt den Aspekt Kleinkunst auch deutlich verfehlen mag.

Auf der nächsten Kleinkunst-Veranstaltung wird es zunächst aber psychedelisch: „Floyd Side of the Moon“ bringen die Songs der Rock-Ikonen Pink Floyd als Coverband auf die Bühne. Die sieben Musiker bezeichnen ihre Tribute-Show als Verneigung vor dem Werk der Ausnahme-Band.

Der Kartenvorverkauf für das Konzert am Freitag, 29. Mai, ist dabei schon angelaufen. Über den Ticketdienst Eventim sind bereits Karten für 20 Euro (plus Gebühr) zu haben.

Ungewöhnliche Kombination aus Blues und Beatbox

Musikalisch geht es auch im Juli weiter. Dann sogar mit Holzwickeder Beteiligung: Wenn die „Chris Kramer & Beatbox‘N‘Blues“-Kombo am Samstag, 18. Juli, auf der Bühne steht, dann ist in Kevin O‘Neil auch ein Sohn der Gemeinde dabei. Der einstige Deutsche Meister im Beatboxen hat sich mittlerweile dem Blues verschrieben und bringt zusammen mit Chris Kramer und Sean Athens einen wirklich einzigartigen Sound auf die Bühne.

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Und wer denkt, dass Geräusche aus dicken Backen und Blues-Musik keine Gemeinsamkeiten haben, den wird das preisgekrönte Blues-Trio an dem Abend eines besseren belehren.

In die Kategorie Kleinkunst dürfte das für Mitte September geplante Oktoberfest nicht fallen. Ankommen kann die Idee dennoch: Zünftige Bierfeste nach Münchner Vorbild sind in den vergangenen Jahren schließlich zuhauf auch in Westfalen etabliert worden. Details zum Oktoberfest sind noch nicht bekannt, geplant ist die Veranstaltung aber für Samstag, 19. September.

Gut angekommen sind im Vorjahr die Auftritte von drei Poetry-Jammern beim Ehrenamtstag der Gemeinde. Das nimmt man zum Anlass, um jungen Poeten am Samstag, 7. November, eine eigene Bühne zu bieten. „Der Termin steht, es geht aktuell nur noch darum, welche Namen letztlich auf der Bühne stehen“, sagt Holzwickedes Erster Beigeordneter Bernd Kasischke.

Eingebettet zwischen Open-Air-Veranstaltungen

Bei den Kleinkunst-Veranstaltungen bleibt es natürlich nicht. Sie betten sich aber ein in weitere Termine unter freiem Himmel. Weitere Veranstaltungen in den nächsten Monaten mit Beteiligung der Gemeinde sind der Malermarkt, Holzwickede Karibisch, das Emscherfood-Festival, Streetfood-Märkte, der Holzwickeder Sommer, die Krimi-Reihe Mord am Hellweg und in der Adventszeit natürlich der Weihnachtsmarkt. Bei allen Veranstaltungen gilt natürlich in den kommenden Wochen die Entwicklungen rund um das Coronavirus zu berücksichtigen.

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