Kleingärten müssten weg: In Bahnhofsnähe könnten 64 Wohnungen entstehen

dzWohnen in Holzwickede

Der Bauverein Holzwickede hat ein neues Projekt in der Schublade. Zwischen Bahnhofstraße und HSC-Stadion könnten 64 Wohnungen entstehen. Einige Kleingärten müssten dafür weichen.

Holzwickede

, 18.05.2020, 12:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von allen Seiten wird in Holzwickede immer wieder mehr bezahlbarer Wohnraum gefordert. Am besten nahe des Zentrums, so die Wunschvorstellung von weiten Teilen der Politik, Verwaltung und auch in der Bevölkerung. Die Fraktionen im Gemeinderat werden sich in den kommenden Wochen mit einem Vorschlag des Bauvereins Holzwickede befassen, der genau dieses Thema angehen möchte.

Der Bauverein hat nämlich ein erstes Konzept für den Bau von bis zu 64 Wohnungen in der Nähe des Bahnhofs erarbeitet. Bisher handelt es sich dabei allerdings um „Gedankenspiele“, wie Wolfgang Böcker aus dem Vorstand des Bauvereins erläutert.

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Zwischen Bahnhofstraße und HSC-Stadion könnten 64 Wohnungen entstehen

Das Projekt sieht vor, auf einer Fläche zwischen Montanhydraulikstraße und Bahnhofstraße bis zu sieben Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 64 Wohnungen zu bauen. Dieses Vorhaben hat der Bauverein im Planungs- und Bauausschuss in der vergangenen Woche erstmals vorgestellt.

Bevor der Bauverein in die weitere Planung einsteigen kann, muss allerdings die Politik grünes Licht geben. Außerdem, so teilt Böcker mit, müssten einige Details geklärt werden. Für eine Umsetzung des Projektes gäbe es mehrere Hürden.

Die Eigentumsverhältnisse auf dem geplanten Baugrundstück machen Gespräche mit Gemeinde und Privatpersonen notwendig. Für Plan A müsste der Bauverein die entsprechenden Flächen erwerben.

Die Eigentumsverhältnisse auf dem geplanten Baugrundstück machen Gespräche mit Gemeinde und Privatpersonen notwendig. Für Plan A müsste der Bauverein die entsprechenden Flächen erwerben. © Bornemann Architekten

Zum einen geht es zum Beispiel um die Eigentumsverhältnisse, die zu klären wären: Die zu bebauende Fläche gehört zu einem erheblichen Teil der Gemeinde. Dort befindet sich derzeit eine Kleingartenanlage. Sollte das Neubaugebiet gemäß des momentanen Plans kommen, müssten zahlreiche Lauben zwangsläufig weichen.

Der Bauverein Holzwickede müsste private und gemeindeeigene Flächen erwerben

Im Raum steht, dass der Bauverein die gemeindeeigene Fläche für die Bebauung erwirbt. Ein anderer Teil gehört bereits dem Bauverein, der kleinste Teil der Fläche ist privates Eigentum und müsste ebenfalls gekauft werden.

Böcker sieht aber noch einige weitere Hürden: Die Mietwohnungen würden an einer sehr belebten Stelle entstehen, wo Lärm sicher eine Rolle spielen wird: Angrenzend an das potenzielle Neubaugebiet befindet sich nördlich die Firma Montanhydraulik, östlich davon kicken am Wochenende im Montanhydraulik-Stadion die Fußballer des Holzwickeder SC.

Für das Bauvorhaben gibt es mehrere Hürden

„In Sachen Schallschutz ist das schwierig“, beurteilt Böcker. Das Projekt könnte nach seiner Auffassung beispielsweise an zu vielen Auflagen scheitern. Hinzu kommt etwa die Tatsache, dass das Gelände mittig etwas abschüssig ist. Eine Bebauung sei also nicht ganz frei von Komplikationen.

So könnten die sieben neuen Mehrfamilienhäuser aussehen, die in mehreren Abschnitten zwischen Bahnhof- und Montanhydraulikstraße gebaut werden sollen. Eine Entscheidung der Politik steht noch aus.

Garten-Aus für bezahlbaren Wohnraum? Für ein Projekt des Bauvereins Holzwickede müssten an der Montanhydraulikstraße einige Schrebergärten weichen. © Bornemann Architekten

Eine der wichtigsten Fragen wird aber sein, ob es zu einer Übereinkunft mit der Gemeinde kommt. Auf der Fläche des Bauvereins könnte aber auch unabhängig davon gebaut werden. In diesem Plan B wären dann drei Wohnhäuser vorgesehen.

Aus Sicht des Bauvereins ist die Bebauung der gesamten Fläche sinnvoll

Böcker hält aber mit Blick auf den Mangel an bezahlbaren Wohnungen in Holzwickede eine Bebauung der gesamten Fläche für sinnvoll. „Dafür muss der politische Wille da sein“, sagt er und blick gespannt auf die noch ausstehende Abstimmung.

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Das Projekt befindet sich, so betont Böcker ausdrücklich, noch in einer planerischen Phase. Ob es umgesetzt wird, entscheidet am Ende die Politik. Der Planungs- und Bauausschuss trifft sich planmäßig das nächste Mal am 23. Juni. Bis dahin wollen sich die Fraktionen mit dem Thema intensiv befassen.

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