Kita-Leitungen zur Corona-Empfehlung: „Strikte Trennung der Gruppen nicht umsetzbar“

dzKinderbetreuung in Holzwickede

Obwohl Kita-Gruppen seit August wieder untereinander Kontakt haben dürfen, gilt die dringende Empfehlung, sie im Innen- und Außenbereich zu trennen. Das sei jedoch kaum stemmbar, berichten Leitungen.

Holzwickede

, 22.10.2020, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Empfehlung des Kreises ist deutlich: Wann immer es möglich ist, sollen Gruppen in Kindergärten und Kindertagesstätten voneinander getrennt betreut werden – dies gilt sowohl für den Innen-, als auch für den Außenbereich der Betreuungseinrichtungen. Die Umsetzung der Empfehlung, die der Kreis auch in seiner aktuellen Allgemeinverfügung angeführt hat, ist jedoch nur bedingt möglich, wie die Leitungen verschiedener Kindertagesstätten in Holzwickede erklären.

„Wenn ich die Gruppen dauerhaft voneinander trennen soll, brauche ich auch von morgens bis abends das Personal dafür.“
Thomas Kupke, Leitung Kita „Die Schatzkiste“

„Dieser Vorschlag ist nicht realisierbar“, meint etwa Thomas Kupke, Leiter der evangelischen Kindertagesstätte „Schatzkiste“. „Wenn ich die Gruppen rund um die Uhr voneinander trennen soll, brauche ich auch von morgens bis abends das Personal dafür“, sagt er.

Darüber verfüge er nicht; einige Kollegen seien etwa nur mit einer geringen Stundenanzahl im Dienst. „Am Ende des Tages müssen nur noch rund 30 Prozent der Kinder betreut werden, dafür kann ich dann unmöglich 100 Prozent des Personals vor Ort bereitstellen“, sagt Kupke.

Kinder aus verschiedenen Gruppen werden in Randzeiten zusammen betreut

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch in der evangelischen Kindertagesstätte „Löwenzahn“ ab: Leitung Heike Schleicher stimmt zu, dass durchgehend getrennte Gruppen nur bei einem eingeschränkten Regelbetrieb möglich seien, der eine verkürzte Betreuungszeit mit sich bringt: „Wenn wir um 15 Uhr schließen würden, wäre eine strikte Trennung der Gruppen machbar.“

Für viele Eltern sei es jedoch praktischer, wenn die Betreuungszeiten auch in den frühen Morgenstunden und im Nachmittagsbereich abgedeckt würden. In eben diesen Randzeiten werden Kinder aus verschiedenen Gruppen zusammengefasst, wie Schleicher berichtet.

Dennoch hält sie die strikte Trennung der Gruppen für eine sinnvolle Empfehlung: „Vom Bauchgefühl her würde ich die Gruppen auch konsequent trennen, sofern es immer machbar wäre. Falls eine Infektion mit dem Coronavirus bei uns auftritt, sind gegebenenfalls doch mehrere Gruppen betroffen.“ Ein Umstand, den es eigentlich zu vermeiden gilt.

„Vom Bauchgefühl her würde ich die Gruppen konsequent trennen, sofern es immer machbar wäre. Falls hier eine Infektion mit dem Coronavirus auftritt, sind gegebenenfalls doch mehrere Gruppen betroffen.“
Heike Schleicher, Kita Löwenzahn

Kinder kommen auch außerhalb der Kita miteinander in Kontakt

Deshalb versuche man in der Kita Hokuspokus auch, sich so gut wie möglich an die Empfehlung zu halten – obwohl das auch in dieser Kita nicht vollständig gelingt: Auch hier werden Kinder aus verschiedenen Gruppen im Nachmittagsbereich zusammengelegt: „Wir wollen den Eltern ja auch ermöglichen, Betreuungsengpässe zu vermeiden“, sagt Leitung Stefanie Kamp. Zudem seien ohnehin viele Kinder gruppenübergreifend miteinander bekannt, sodass sie auch außerhalb der Betreuungszeiten miteinander in Kontakt kommen.

Kreis Unna bittet weiterhin um Einhaltung der Empfehlung

Dennoch finde das Spielen in der Einrichtung selbst - wie auch auf dem Außengelände und in der Turnhalle - in getrennten Gruppen statt. Dafür habe die Kita einen Belegungsplan erstellt, der für alle verbindlich gilt. „Ich gebe zu, dass das ein Balanceakt ist“, sagt Kamp, „aber die Regelung klappt erstaunlich gut.“

Der Kreis Unna bittet dennoch weiterhin, der Empfehlung so gut wie möglich nachzukommen: „Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund der Kontaktrückverfolgung im Ernstfall“, wie Kreissprecher Max Rolke berichtet. „Irgendwo ist sonst auch unsere Belastungsgrenze des Gesundheitsamts erreicht“, sagt er.

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