Kirchenbank für den Garten: Inventar der ehemaligen Kirche im Süden soll veräußert werden

dzEvangelische Kirchengemeinde

Schon bald wird das Gemeindezentrum Süd abgerissen. Für Holzwickeder, die ein Erinnerungsstück von der einstigen Begegnungsstätte haben möchten, bietet sich eine besondere Möglichkeit.

Holzwickede

, 03.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für viele Menschen in Holzwickede ist der bevorstehende Abriss des Gemeindezentrums Süd noch immer ein Thema, das sich nicht ganz von Emotionen lösen lässt. Immerhin waren das Kirchengebäude samt Gemeindezentrum über viele Jahre eine wichtige religiöse Begegnungsstätte.

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Lösen muss sich die Evangelische Kirchengemeinde hingegen notgedrungen von einem erheblichen Teil der Einrichtung. „Es gibt einige Sachen, die wir noch an den Mann bringen möchten“, sagt Presbyter und Kirchbaumeister Friedrich-Wilhelm Bernhardt. Viel Zeit dafür ist aber nicht mehr: Zum Ende des ersten Quartals sollen dort die Abrissbagger anrollen.

Endspurt vor dem Abriss

Die Pflegeschule zieht zurück nach Unna

  • Nachdem die Kirche im Jahr 2004 entweiht wurde, nutzte die Diakonie Ruhr-Hellweg das Gebäude seit gut 15 Jahren als Altenpflegeschule. Diese beschränkte sich allerdings auf das ehemalige Gemeindezentrum. Je drei Klassen á 25 Schüler bekamen hier über die Jahre die theoretischen Grundlagen für den Beruf vermittelt.
  • Die Pflegeschule nutzte in dieser Zeit aber auch weiterhin das Kirchengebäude: Zu offiziellen Anlässen wie die Zeugnisvergabe an die Absolventen hielt Frank Behr, der in der Pflegeschule für die Vermittlung religiöser Inhalte verantwortlich ist, Gottesdienste ab.
  • Für die Pflegeschule geht es nach dem Abriss aber nahtlos weiter: Sie zieht in ihren alten Standort an der Lerschstraße in Unna zurück, wo sie vor 2006 schon einmal ansässig war. Das Gebäude genügte seinerzeit nicht mehr den räumlichen Ansprüchen der Pflegeschule, weshalb sie ins Gemeindezentrum Süd verlegt wurde. Die neue, und zugleich alte Wirkungsstätte in Unna, wird derzeit vom Evangelischen Kirchenkreis Unna umgebaut.

Was bis dahin nicht „an den Mann gebracht wurde“, landet dann auf dem Schrottplatz. Das findet nicht nur Bernhardt schade, sondern auch der ehemalige Pfarrer Frank Behr, der bis 2006 für die Evangelische Kirchengemeinde arbeitete und 2006 nach der Schließung des Gemeindezentrums in den Schuldienst gewechselt war.

Kircheninventar für den Schrottplatz zu schade

Ihn umtreibt die selbe Frage: „Was passiert mit der Inneneinrichtung? Der Altar, die Kirchenbänke, das große goldene Kreuz – hierfür würde ich mir eine Anschlussnutzung wünschen.“ All diese Dinge, so sind sich die heimischen Gemeindemitglieder einig, sind für den Schrottplatz definitiv zu schade.

Das Presbyterium hat jüngst eine eigene Arbeitsgruppe gegründet, die sich um die Vermittlung der Gegenstände kümmern soll. Wie Bernhardt erklärte, stehen die Interessenten dafür allerdings bisher nicht gerade Schlange. Die Gemeinde sucht daher händeringend nach Abnehmern für die kirchlichen Schätze. Denkbar ist laut Bernhardt ein interner Basar. Über konkrete Ansätze müsse man aber noch sprechen.

Taufstein und Wandkreuz werden weiterverwendet

Immerhin: Der einstige Taufstein steht mittlerweile in der evangelischen Kirche in Opherdicke. Das Wandkreuz aus der Kirche im Süden ist inzwischen eingelagert worden und soll ebenfalls weiterhin von der Evangelischen Kirchengemeinde verwendet werden. „Das würde ich mir für alle Prinzipalien aus dem Gemeindezentrum Süd wünschen“, sagt Behr.

Kirchenbank für den Garten: Inventar der ehemaligen Kirche im Süden soll veräußert werden

Beim nachweihnachtlichen Konzert nahm der Posaunenchor Süd von seiner alten Wirkungsstätte Abschied. © Udo Hennes

Behr, der überdies auch im Posaunenchor Süd aktiv ist, hat bei einem Konzert am 29. Dezember mit seinen Mitstreitern bereits von seiner alten Wirkungsstätte Abschied genommen. Für Holzwickeder aus dem Süden, die auch in Zukunft in Erinnerung schwelgen möchten, besteht immerhin die Möglichkeit, ein ganz besonderes Erinnerungsstück zu ergattern.

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