Die Evangelische Kirche in Opherdicke wird wie die Kirche am Markt im Advent in den Abendstunden erleuchtet. © Marcel Drawe
Glauben in Holzwickede

Kirchen setzen Zeichen im Advent mit Glockenläuten und Beleuchtung

Über ihre Kirchen wollen die christlichen Glaubensgemeinden weitere Zeichen der Hoffnung setzen und den Menschen Zuversicht vermitteln. Die Ökumene soll hervorgehoben werden.

In der Adventszeit ist absehbar, dass mehr Menschen die örtlichen Kirchen aufsuchen wollen. Das wird zum einen trotz verlängerter Corona-Beschränkungen weiterhin im Rahmen von Gottesdiensten unter Einhaltung diverser Abstands- und Hygieneregeln möglich sein.

Zum anderen öffnen sowohl die katholischen als auch evangelischen Kirchen in Holzwickede und Opherdicke tagsüber ihre Türen, um Menschen einen Ort der Ruhe und Einkehr zu bieten. „Das machen wir eigentlich nur über die Sommermonate, haben die Öffnung aber aufgrund der aktuellen Situation beschlossen“, sagt der evangelische Pfarrer Philipp Reis.

Kirchen wollen den Menschen Zuversicht und Frohmut vermitteln

Die katholischen und evangelischen Glaubensgemeinden haben sich für die kommenden Wochen abgestimmt, „wollen ein ökumenisches Zeichen im Advent setzen“, wie Reis sagt und sein katholischer Pendant Bernhard Middelanis fügt an: „In dieser Zeit, in der es Ausdauer braucht, wollen wir auch symbolische Zeichen setzen und die Menschen animieren, füreinander zu beten.“

Wie schon während des Frühjahres im Lockdown werden auch im Advent daher täglich um 19.30 Uhr die Glocken der Kirchen läuten. Der Klang wird aber ein anderer sein: „Im Frühjahr waren es die tiefen Glocken, jetzt lassen wir die hellen läuten. Helle Töne sollen Zuversicht und Frohmut aussenden.“

Die Liebfrauenkirche aus der Luft: Im Advent werden die Glocken der beiden katholischen und evangelischen Gotteshäuser jeden Abend um 19.30 Uhr läuten. © HansBlossey © HansBlossey

Im Gespräch der beiden Geistlichen mit dieser Redaktion kündigt Philipp Reis auch an, dass während der Adventszeit mit Einbruch der Dunkelheit und bis 24 Uhr sowohl die Kirche am Markt als auch die Kirche in Opherdicke über die Außenbeleuchtung erstrahlen werden. Das war zu dem Zeitpunkt auch Bernhard Middelanis neu, der die Idee aber so gut findet, dass er das für die katholischen Gotteshäuser auch prüfen möchte – die Holzwickeder können sich also überraschen lassen, ob ab dem 1. Advent alle Kirchen am Abend erstrahlen.

Unter den kommenden Gottesdiensten wird sich am 3. Advent ein besonderer finden: Dann erreicht das Friedenslicht aus Bethlehem die Gemeinde und wird unter den Gläubigen geteilt. „Mit Kerze und bestenfalls Windlicht können die Besucher auf ihren Plätzen bleiben. Wir werden das Licht mit einem Stab auf Abstand verteilen“, so Pfarrer Reis.

Dieser ökumenische Gottesdienst wird am 13. Dezember in der Kirche am Markt abgehalten und befasst sich mit dem Friedensbegriff in unerwarteter Weise, nämlich im Sinne von Unfrieden im einem Alltag, der von einer Pandemie geprägt ist. Besonders zu diesem vorweihnachtlichen Gottesdienst ist mit Zulauf zu rechnen. „Das Friedenslicht kam 1999 erstmals in die Gemeinde und stieß von Anfang an auf große Resonanz“, so Bernhard Middelanis.

Aktuell fassen die Gotteshäuser Liebfrauen und St. Stephanus maximal 70 und 32 Besucher. Am Markt und in Opherdicke sind 70 und 30 Gäste zulässig. Mit Detailplanungen zu den Weihnachtsfeiertagen halten sich die Geistlichen mit Blick auf das dynamische Infektionsgeschehen noch zurück. Nur eines ist mit Blick auf die Gäste-Beschränkungen klar: Für die Weihnachtsgottesdienste werden sich Besucher ab Mitte Dezember vorab anmelden müssen.

Aktuelle Gottesdienstzeiten der katholischen und evangelischen Glaubensgemeinden finden sich unter: www.liebfrauen-holzwickede.de und www.evkircheholzwickede.de

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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