Millionen kinderpornografische Dateien gehortet: Holzwickeder kommt mit Bewährung davon

dzGerichtsurteil

Zu zwei Jahren und drei Monate Haft wurde im Mai ein Holzwickeder verurteilt, der eine unfassbare Menge an kinderpornografischen Dateien hortete. Dagegen legte er Berufung ein – mit Erfolg.

Holzwickede

, 18.10.2019, 12:15 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach dem Urteil des Schöffengerichts Unna vom Mai ging der Angeklagte in Berufung. Nun fand vor dem Landgericht Dortmund das entsprechende Verfahren statt.

Mehr als 1,3 Millionen kinderpornografische Bilddateien und zusätzlich über 150.000 Videodateien mit verbotenen Inhalten hatte der 44-Jährige über Jahre aus dem Internet runtergeladen und auf diversen Speichermedien gehortet. In der Menge sei er damit „Spitzenreiter“ stellte der Unnaer Schöffenrichter schon damals fest.

Über ein Netzwerk im Internet waren Dateien des Holzwickeders mitunter auch für andere Nutzer abrufbar. Bereits bei der Verhandlung im Mai beteuerte er, dass er heterosexuell sei und keinerlei Bedürfnis habe, Kinder anzufassen. Die Menge an Daten sei vielmehr aus einer Art Sammelwut und Langeweile heraus zustande gekommen.

Strafe wird im Berufungsverfahren reduziert

Im Berufungsverfahren wurde die Strafe reduziert, da der Mann einige der Daten nicht bewusst im Netz verbreitet habe, sondern unbewusst über das von ihm genutzte Netzwerk anderen zugänglich gemacht hatte. So bleibt der verbotene Erwerb und Besitz von kinderpornografischen Schriften als Verurteilungsgrund.

Da sich der Holzwickeder einer Therapie unterzieht; bislang strafrechtlich nicht in Erscheinung trat; Arbeit und eine feste Partnerin hat, reduzierte die zuständige Richterin das Strafmaß auf zwei Jahre, ausgesetzt zu vier Jahren auf Bewährung, wie eine Sprecher des Landgerichtes auf Nachfrage dieser Redaktion bestätigt. Zudem muss der 44-Jährige seine Therapie fortsetzen. Das Urteil ist rechtskräftig.

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