Kindergärten in Holzwickede: „Wir üben gerade, wie es ist, flexibel zu sein“

dzCorona-Krise

Der Start ins neue Kitajahr rückt näher, in wenigen Wochen sollen die Kindergärten wieder im Regelbetrieb laufen. Auf die Holzwickeder Kindergärten kommen neue Herausforderungen zu.

Holzwickede

, 01.08.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es dauert nicht mehr lange, dann erklingen neue Stimmen in den Kindergärten und Kitas. Am 1. August startet das neue Kindergartenjahr, Kinder wechseln ihre Gruppen, neue kommen hinzu. Das bedeutet aber auch: Durch die Eingewöhnung kommen wieder Eltern in die Kindergärten.

Im evangelischen Kindergarten „Schatzkiste“ in Holzwickede soll sich trotzdem nicht viel ändern. „Wir achten auf eine bessere Aufteilung, wer wann zur Eingewöhnung kommt“, so Leiter Thomas Kopke. Bisher hat zwar jedes Kind auch schon seine Zeit zur Eingewöhnung bekommen, nun werden die Zeiträume in der Schatzkiste dafür aber großzügiger gestaltet.

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Auch in den Awo-Kindergärten in Holzwickede ist vor allem die räumliche Einschränkung die größte Hürde bei der Eingewöhnung. „Die bisherigen Maßnahmen lassen sich dabei nicht mehr so aufrechterhalten wie bisher. Es läuft aber alles piano“, so Daniel Frieling, Abteilungsleiter Kindertagesbetreuung bei der Awo Ruhr-Lippe-Ems.

Eltern bereits an Maßnahmen gewöhnt

Bei der Eingewöhnung selbst gibt es keine großen Änderungen. „Es ist schwierig, Abstand zu den Kindern zu halten. Die Möglichkeiten in den Räumen in der Kita sind begrenzt.“ Die Eltern gehen entspannt an den Start ins neue Kindergartenjahr. „Die meisten Regeln sind sie bereits gewohnt, da denken sie nicht mehr groß drüber nach“, so Kopke. „Die Eltern haben sich doch alle schon an Masken und die Sicherheitsregeln gewöhnt.“

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Auch bei der Awo wolle man darauf achten, die Kinder so gut wie möglich aufzunehmen, auch wenn der persönliche Kontakt derzeit etwas eingeschränkt sei.

„Es ist ein pädagogischer Drahtseilakt“, so Frieling. Auf einen Gruppenwechsel müsse man anders gucken als auf Neuaufnahmen. „Es ist wichtig, dass man die Kinder gut einbindet.“

Ein Stück mehr Normalität für Familien und Erzieher

Mit größerer Spannung blicken die Kindergärten jedoch auf den 17. August. Dann werden die Corona-Maßnahmen gelockert, die Kindergärten sollen zu ihrem Regelbetrieb zurückkehren. Das bedeutet unter anderem, dass Gruppen wieder gemischt werden dürfen und Eltern wieder die volle Betreuungszeit in Anspruch nehmen dürfen.

„Es ist erforderlich, dass wir in den Regelbetrieb zurückkehren“, sagt Frieling von der Awo. „Sowohl unsere Mitarbeiter, als auch die Familien waren durch die besondere Situation eingeschränkt. Wir schaffen dadurch wieder ein Stück mehr Normalität für Kinder, Familien und Erzieher.“ Nun müsse man schauen, wie man in den Einrichtungen verfahre, in denen Betreuer zur Risikogruppe gehören. „Dass uns Corona auch weiterhin begleiten wird, ist klar. Das ist ja nicht weg. Wir müssen jetzt gucken, dass wir einen möglichst professionellen Umgang mit der Herausforderung schaffen.“

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„Wir dürfen nicht vergessen, es ist immer noch ein Regelbetrieb in einer Pandemie“, sagt Kopke. Die Schatzkiste will auch weiterhin vorsichtig bleiben. „Das bleibt nicht aus. Wir üben gerade groß, wie es ist, flexibel zu sein.“

Alle Probleme seien mit der Rückkehr in den Regelbetrieb aber noch lange nicht gelöst. „Wir müssen uns zum Beispiel darüber Gedanken machen, wie wir die Elternversammlungen abhalten sollen. Das sind 60 Personen. Da haben wir bislang noch keine Lösung gefunden.“

Die Eltern jedoch freuen sich, so der Tenor aus den Kindergärten. „Die Corona-Krise hat die Arbeit der Erzieher in ein neues Licht gerückt.“

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