Kinder-Uni in Holzwickede erforscht mit Kindern, warum Seifenblasen platzen

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Warum platzen Seifenblasen? An welcher Stelle platzen sie und verhalten sich Seifenblasen im Weltraum genauso wie auf der Erde? Diesen Fragen widmete sich die Kinder-Uni im Forum Schulzentrum.

Holzwickede

, 15.02.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es herrscht ein reges Murmeln im Forum des Schulzentrums. Kinder wuseln durcheinander, rufen aufgeregt und recken die Hälse auf der Suche nach ihren Freunden. Als Dr. Rupert Scheuer jedoch nach vorne tritt, legt sich eine erwartungsvolle Stille über das Forum.

Es ist das zweite Mal, dass die Kinder-Uni nach Holzwickede kommt. Im vergangenen Jahr erforschte Scheuer mit den Kindern, was in der Brause prickelt. Jetzt widmet sich der Professor der Technischen Universität Dortmund einem neuen Thema: Warum platzen Seifenblasen?

Suche nach der perfekten Mischung

Vorlesungen wie die Großen

  • Die Kinder-Uni richtet sich an Kinder zwischen acht und zwölf Jahren.
  • Die Vorlesungen widmen sich in rund einer Stunde einem bestimmten Thema.
  • Der Eintritt ist frei.
  • Kinder, die alle Vorlesungen eines Semesters besuchen, bekommen am Ende ein Diplom und kommen in einen Lostopf. Aus diesem werden einige ausgesucht, die mit zu einer richtigen Vorlesung in einer Universität dürfen.

Bevor die Frage beantwortet wird, geht Scheuer jedoch erstmal der Frage nach: Woraus bestehen eigentlich Seifenblasen und welche Zutaten sind die beste Mischung? Denn Wasser und Seifenlauge können in vielen unterschiedlichen Varianten auftreten.

„Kann man auch Brunnenwasser nehmen?“, fragt Scheuer in die Runde. „Und was ist mit destilliertem Wasser?“ Fragen, denen er in seiner Experimental-Vorlesung auf den Grund geht. Eine kleine Kamera, die das Geschehen auf dem Tisch per Beamer an die Wand wirft, ermöglicht es auch den Kindern in den hinteren Reihen und auf den Treppen zu sehen, was vorne geschieht. Denn das Forum ist berstend voll, die aufgestellten Stühle reichen bei Weitem nicht aus, damit alle Kinder einen Platz finden.

Nicht nur Lauge und Wasser

Mit Teststäbchen gehen Scheuer und die Kinder der Frage auf den Grund, welches Wasser am besten für Seifenlauge geeignet ist. Brunnenwasser, so bestätigt der Härtetest, ist es nicht. Zu viel Magnesium und Calcium. Dafür eignen sich Regenwasser und destilliertes Wasser umso besser.

Kinder-Uni in Holzwickede erforscht mit Kindern, warum Seifenblasen platzen

Die Kinder lauschen begeistert dem Vortrag. © Borys Sarad

Und auch bei den Laugen gibt es Unterschiede. Denn Seifenblasenlauge kann aus Babyshampoo, Spüli oder auch Schmierseife hergestellt werden. „Am besten eignet sich allerdings das Spüli von fairy dawn“, erklärt Dr. Scheuer. „Das ist keine Werbung. Das wurde wissenschaftlich untersucht.“

Als er aus destilliertem Wasser und Spüli die erste Seifenblase erzeugt und durch den Raum schweben lässt, brechen die Kinder begeistert in Applaus aus. Doch der Zauber währt nur wenige Sekunden. Warum die Seifenblase so schnell platzt, erklärt Scheuer in den nächsten Minuten. Denn eine wichtige Zutat fehlt noch.

Wie Seifenblasen länger halten

Im Weltall, so erklärt Scheuer, platzen Seifenblasen nicht so schnell wie auf der Erde. „Das liegt an der fehlenden Erdanziehungskraft.“ Die sorge dafür, dass das Wasser in der Seifenblasenmischung auf der Erde nach unten gezogen würde. Dadurch wird die Haut der Seifenblase im oberen Bereich immer dünner, bis sie einreißt.

Seifenblasen platzen nämlich fast immer oben. Allerdings gibt es ein Mittel, was den Moment, in dem die Blase platzt, herauszögert. Glycerin heißt der Bremser, den Scheuer den Kindern vorstellt. Und mit der neuen Mischung schweben die Seifenblasen schon deutlich länger durch das Forum und sorgen unter den Kindern für viele „Ooohs“ und „Aaaahs“.

Lange Geschichte

„Seifenblasen gibt es übrigens schon seit mindestens 1735“, erzählt Scheuer zum Schluss. „Wusstet ihr das?“ Auf einem alten Gemälde aus der Zeit wird ein Junge gezeigt, der mit dem Waschwasser der Mutter spielt und mit einem Strohhalm Seifenblasen erzeugt. Die bekannteste Seifenblasenmischung, die heute jeder kennt, wurde allerdings erst 1948 vom Unternehmen Pustifix erfunden.

Kinder-Uni in Holzwickede erforscht mit Kindern, warum Seifenblasen platzen

Auch Experimente gibt es in der Vorlesung. Hier mischt Dr. Scheuer seine eigene Seifenblasenlauge. © Borys Sarad

Am Ende bekommt jedes Kind die perfekte Mischung für Seifenblasenlauge mit nach Hause. Und natürlich auch eine Dose mit Seifenblasenlauge, um selber bunte Blasen machen zu können. „Damit ihr schön weiter forschen könnt“, ruft Scheuer.

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