Kinder und Jugendliche finden an der Skateanlage nun Wände, um legal Graffitis zu sprühen

dzAm Treffpunkt Villa

Mit Handschuhen und Mundschutz gerüstet, weihten jugendliche Sprayer am Wochenende an der Skateranlage eine Graffiti-Wand ein. Die steht nun allen offen, die gerne mal eine Dose in die Hand nehmen wollen.

von Angelika Hartjenstein

Holzwickede

, 18.06.2019, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Nicht zu viel radieren. Vertraut eurem ersten Impuls!“, motivierte der freischaffende Künstler Marcel Veneman aus Menden die rund 15 Mädchen und Jungen des farbenfreudigen Graffiti-Workshops im Treffpunkt Villa am Wochenende. Geschickt und ohne „oberlehrerhaft“ zu wirken, vermittelte er sein Wissen. „Man hat was gelernt, ohne es zu bemerken“, beschrieb es Kerstin Dreisbach-Dirb von der Villa, als sie sich gemeinsam mit den Kindern darauf vorbereitete, die neue wiederbemalbare Graffiti-Wand einzuweihen.

„Wir wollen Jugendlichen die Möglichkeit bieten, sich legal als Sprayer zu erproben. Und gleichzeitig sollte die Skateranlage ein wenig aufgepeppt werden“, sagte Dreisbach-Dirb. Ein Unterfangen, das gelungen scheint. Denn: „Die Kids waren hoch konzentriert bei der Sache. Am Freitag, als wie die Entwürfen skizzierten, haben wir gar nicht bemerkt, wie schnell die Zeit vergangen ist.“

Vor dem Sprühen kommt das Aufräumen

Am Samstag stand dann allerdings erst einmal ein Großreinemachen auf dem Plan. Knapp eine Stunde lang sammelten die Workshop-Teilnehmer auf dem Skaterplatz Scherben, Kippenstummel und Plastikmüll ein. Erst danach übertrugen die Nachwuchskünstler ihre Entwürfe auf am Zaun angebrachten Platten. Drei Körbe voller Sprühfarben hatte der Mendener Künstler Marcel Venemann dabei, mit deren Hilfe die Mädchen und Jungen ihre bunten Kunstwerke schufen. Wohl wissend, dass diese nicht für die Ewigkeit sein würden.

Kinder und Jugendliche finden an der Skateanlage nun Wände, um legal Graffitis zu sprühen

Ein Mundschutz schützte die Nachwuchssprayer vor dem feinen Sprühnebel. © privat

„Sinn der Graffiti-Wand ist es, sie immer wieder neu gestalten zu können“, erklärte Ralf Sonnenburg von der Villa. So darf jeder, der sich künstlerisch berufen fühlt, an der Graffiti-Wand seiner Kreativität freien Lauf lassen. „Allerdings stockte uns allen schon ein wenig der Atem, als Marcel am Sonntag all die Kunstwerke wegpinselte, die wir geschaffen hatten“, verriet Kerstin Dreisbach-Dirb. Es dauerte jedoch nicht lange, da zierten neue Schriftzüge und Bilder die Graffiti-Wand. Erschaffen von neun- bis 22-Jährigen sowie einer Mutter der Teilnehmer, die sich von dem gemeinschaftlichen Spaß hat anstecken lassen.

Freies Malen an der Graffiti-Wand am Skaterplatz

Graffiti-Workshop

Gefördert von der Landersregierung

Ermöglicht wurde der Workshop vom Ministerium für Kinder, Familien, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW sowie durch die Kooperation der Landesarbeitsgemeinschaft Kunst und Medien NRW mit dem Treffpunkt Villa.

Die beim Skaterplatz am Zaun zur Villa angebrachte Graffiti-Wand steht jederzeit zur Verfügung. „Es bedarf keiner vorherigen Genehmigung. Wer möchte, darf dort künstlerisch tätig werden. Aber bitte nur an den Flächen am Zaun“, lädt Kerstin Dreisbach-Dirb ein, das neue Angebot zu nutzen. Dabei liegt ihr nur eines am Herzen: „Entsorgt die Farbdosen und den Müll. Und besonders an diejenigen, die immer wieder Glasflaschen zerdeppern und ihren Abfall hinterlassen: Bitte nehmt Rücksicht auf die, die den Skaterplatz aktiv nutzen wollen.“

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