Keine Vereine, keine Kohle: Kreiseleck in Hengsen ist von der Corona-Krise arg gebeutelt

dzGastronomie in Holzwickede

Dem Kreiseleck ging die Zeit des Corona-Lockdowns allmählich an die Substanz. Jetzt hat sich der Betreiber Rolf Mündnich etwas erholt – und will mit einigen Veränderungen wieder Gäste anlocken.

Holzwickede

, 23.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer seit dem Ende des Corona-Lockdowns das Kreiseleck in Hengsen besucht hat, dem dürften ein paar Veränderungen aufgefallen sein: Wirt Rolf Mündnich, der die beliebte Dorfkneipe gemeinsam mit seiner Partnerin Andrea Meyer betreibt, hat die Zwangspause genutzt, um seine Räume zu renovieren. Ansonsten hat sich im Kreiseleck aber nicht viel verändert.

Die Corona-Krise hat die Kneipe, in der man neben einem kühlen Glas Bier vom Fass auch deftige Speisen auf den Teller bekommen kann, hart getroffen. Viele Rücklagen hatte Mündnich wie viele andere Wirte in Holzwickede vorher nicht bilden können. Dennoch hat er in die Aufwertung seiner Räume an der Unnaer Straße investiert, um die Wochen sinnvoll zu nutzen.

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Der Kühlraum wurde vollständig ausgeräumt und hergerichtet, in Eigenregie hat Mündnich mit seinem Team neue Eckbänke gebaut, außerdem wurde die Theke erneuert. Seit vier Wochen hat die Kneipe wieder geöffnet, die Gäste sollen es durch die Renovierung jetzt gemütlicher und auch schöner haben.

Durch die Hygiene-Vorschriften entsteht ein großer Mehraufwand

Ganz zur Normalität kann Mündnich aber auch nach dem Lockdown noch nicht zurückkehren: Durch die Hygiene-Vorschriften entsteht ein Mehraufwand, den sein Team wohl den ganzen Sommer über schultern muss. Statt einmal putzen seine Service-Kräfte jetzt zweimal am Tag die Toiletten, außerdem werden unter anderem die Oberflächen regelmäßig desinfiziert. Zeitraubend ist zusätzlich die Tatsache, dass Mündnich jeden dieser Schritte protokollieren muss.

Im Separee des Kreiselecks (vom Eingang aus auf der linken Seite) sind die Spiegel entfernt worden. Stattdessen trennt es vom Rest der Sitzflächen eine hölzerne Schiebetür.

Im Separee des Kreiselecks (vom Eingang aus auf der linken Seite) sind die Spiegel entfernt worden. Stattdessen trennt es vom Rest der Sitzflächen eine hölzerne Schiebetür. © Kreiseleck

Am meisten ärgert ihn aber eine Regelung, die ihn eigentlich entlasten sollte: Wie Mündnich erklärt, wird die Mehrwertsteuer für Speisen von 19 auf sieben Prozent gesenkt, bei Getränken bleibt sie hingegen bei 19 Prozent. Weil er keine gedruckten Kassenbons ausstellt – stattdessen bietet er die Zettel an, auf denen die Service-Kräfte die Bestellungen aufschreiben – entsteht ihm auch da ein Mehraufwand.

Mehrwertsteuer-Senkung bringt nicht die gewünschte Entlastung

„Essen und Getränke schreiben wir immer gemeinsam auf“, sagt er. Für die eigene Abrechnung müsse er das nun anschließend doppelt notieren. „Das kostet mich abends meistens nochmal 20 bis 30 Minuten, die eigentlich gar nicht sein müssten“, findet Mündnich. Die Politik hätte seiner Auffassung nach die Mehrwertsteuer auch für Getränke senken können, wenn sie Gastronomen wie ihn hätte entlasten wollen. Denkbar sei, dass man beides gleichermaßen etwa auf 12 oder 13 Prozent gesenkt hätte.

Die Krise hat er den Umständen entsprechend gut überstanden, die Preise bleiben gleich, werden also nicht angehoben. Stattdessen plant er sein Angebot auszuweiten: Von seinen hauseigenen Biermarken will er bald Party-Fässer zur Abholung anbieten, um ein Stück Kreiseleck auf kleine Privatfeiern zu bringen. Eine geringe Stückzahl hat er bereits bestellt.

Zu den stark renovierungsbedürftigen Bereichen im Kreiseleck gehörte der Kühlraum. Kreiseleck-Wirt Rolf Mündnich hat die Corona-Zwangspause genutzt, um Boden und Wände zu erneuern. Viel Arbeit bedeutete allein das Ausräumen des Kühlraums, wo die Kühlung vorher über mehrere Tage ausgestellt bleiben musste. Ein Umstand, der im Gastro-Alltag kaum möglich ist.

Zu den stark renovierungsbedürftigen Bereichen im Kreiseleck gehörte der Kühlraum. Kreiseleck-Wirt Rolf Mündnich hat die Corona-Zwangspause genutzt, um Boden und Wände zu erneuern. Viel Arbeit bedeutete allein das Ausräumen des Kühlraums, wo die Kühlung vorher über mehrere Tage ausgestellt bleiben musste. Ein Umstand, der im Gastro-Alltag kaum möglich ist. © Kreiseleck

Fehlende Versammlungen der Vereine schlagen weiter auf den Geldbeutel

In den kommenden Wochen rechnet der gelernte Metzgermeister und Koch nämlich weiterhin mit Einbußen. Normalerweise wird das Kreiseleck oft von heimischen Vereinen genutzt, die sich dort wie im Falle der Sänger des MGV Hengsen zu Proben oder zu Sitzungen versammeln.

Durch die Corona-Pandemie sind allerdings solche Veranstaltungen derzeit kaum möglich. Auch die diesjährige Spanferkel-Sause, die noch im Sommer stattfinden sollte, musste abgesagt werden. Geblieben ist Mündnich stattdessen auf der einen Seite seine Stammkundschaft, auf der anderen Seite die Laufkundschaft, die seit der Schließung der Phumabar immerhin ein wenig gewachsen ist, wie er erzählt.

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