Glasfaserausbau auf der Nordstraße: Keine Abstimmung zwischen den Versorgern

dzKeine Synergieeffekte

Zum Wochenstart war auf der Nordstraße Geduld gefragt: Glasfaserleitungen werden verlegt, die Straße ist teilgesperrt. Für schnelle Internetleitungen wird hier nicht das letzte Mal gebaggert.

Holzwickede

, 16.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gleich zwei Versorger legen momentan in der Gemeinde neue Glasfaserleitungen. Derzeit noch im Süden unterwegs legt das Münsterländer Unternehmen Muenet im Auftrag der Gemeindeverwaltung von Fröndenberg kommend rund 40 Kilometer an Leitungen.

Muenet hat den Zuschlag für zwei Aufträge bekommen, für insgesamt knapp 3 Millionen Euro sowohl die ländlichen Gebiete im Süden zu erschließen, als auch gewerbliche Standorte im Westen bis in den Eco Port. Zudem legt Muenet die Glasfaserleitungen auch bis an die einzelnen Schulgebäude.

Großteil der Ausbaukosten für Glasfaser ist förderfähig

Durch Förderungen von Bund und Land liegt die finanzielle Beteiligung für die Gemeinde letztlich bei rund 330.000 Euro.

Entlang der Haupt- und Nordstraße waren zudem in den vergangenen Wochen kleinere Baustellen zu sehen: Auch die haben einen Bezug zu schnellen Internetleitungen aber keinerlei Bezug zu den Muenet-Maßnahmen.

Hier arbeitet das Dortmunder Unternehmen Dokom21 unter der Erdoberfläche. Der Versorger erfüllt den Auftrag eines Holzwickeder Unternehmens und erweitert sein Glasfasernetz aus Richtung Flughafen kommend quasi in die Gemeinde hinein.

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Schon als Dokom21 Anfang Februar die Verlegung von rund drei Kilometern Glasfaserkabel im Gemeindegebiet ankündigte, war klar: Wenn Glasfaser bis zu allen Schulen gelegt werden, dann würde auch das Unternehmen aus dem Münsterland entlang der Nordstraße früher oder später Leitungen verlegen müssen.

Holzwickedes Wirtschaftsförderer Stefan Thiel versprach dereinst, dass man Dokom21 über die geplanten Arbeiten von Muenet informieren werde, damit diese bestenfalls aufeinander abgestimmt werden und nicht ein Versorger den Boden öffnet, Leitungen verlegt, den Boden wieder schließt, ehe das nächste Unternehmen anrückt und sich das Prozedere wiederholt.

Nachfrage bei Dokom21: „Nein, meines Wissens gibt es keine entsprechende Absprache“, sagt Marketingleiter Andreas Isenburg. Er könne verstehen, dass es für die Verbraucher schwer nachvollziehbar sei, wenn solche Arbeiten nacheinander stattfinden.

Die Bautrupps aufeinander abzustimmen, das sei aber schwierig. Die geplanten Netze würden auch nicht bei allen Versorgern gleich verlaufen. „Wir verlegen alles komplett selbst. Es kann da gut sein, dass ein anderer Versorger auch einen anderen Weg wählen muss“, sagt Isenburg.

Nachfrage bei Muenet-Mitgründer Patrick Nettels: „Wir wurden über die Arbeiten informiert und hatten auch mit Dokom21 den Kontakt gesucht.“ Das Argument von Dokom21 über unterschiedliche Leitungsverläufe sei nachvollziehbar, so Nettels im Gespräch mit dieser Redaktion.

Bauarbeiten aufeinander abstimmen, wäre nicht unmöglich gewesen

Eine Nachfrage von ihm bei einem Muenet-Mitarbeiter ergibt aber: Vom Leitungsverlauf her wäre denkbar gewesen, dass beide Versorger zur gleichen Zeit arbeiten, das sei aber nicht zustande gekommen.

Heißt im Umkehrschluss: Auch Muenet wird im Bereich der Haupt- und Nordstraße noch arbeiten müssen. Wann das soweit ist, vermag Patrick Nettels mit Blick auf das Coronavirus nicht zu sagen: „Das käme dem Blick in die Glaskugel gleich. Wir sind im Zeitplan. Bei manchen Materialien gibt es aber bereits Lieferprobleme.“ Würde ein Krankheitsfall beim Tiefbau-Unternehmen hinzu kommen, würden sich die Bauarbeiten vorerst erledigen. Bis Spätsommer will Muenet seine Arbeiten derzeit abschließen.

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