Kein Unternehmen will in der Gemeinde schnelles Internet ausbauen

dzAusschreibung endet ergebnislos

Auf eine europaweite Ausschreibung der Gemeinde zum Breitbandausbau hat kein einziges Unternehmen reagiert. Im Grunde gab es nur einen Interessenten, und der hat kein Angebot abgegeben.

Holzwickede

, 08.11.2018, 11:16 Uhr / Lesedauer: 1 min

Schnelles Internet nach dem FTTB-Standard, also mit Glasfaserkabeln direkt bis zum entsprechenden Gebäude und nicht nur zu einem Kabelverzweiger, von wo aus die Daten per Kupferkabel zum Ort der Bestimmung weitergeleitet werden: Dafür hatte die Gemeinde in den vergangenen Monaten eine europaweite Ausschreibung laufen. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Uwe Nettlenbusch, Leiter Technische Dienste, teilte für die Verwaltung am Mittwochabend im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Demografie mit, dass sich kein Unternehmen um den Auftrag beworben hat. Mit der Deutschen Telekom habe es nur einen ernsthaften Interessenten gegeben, der aber auch auf eine Bewerbung verzichtete.

Die Gemeinde muss den Breitbandausbau nun erneut ausschreiben und will zusammen mit den Fördermittelgebern erörtern, inwieweit man die Förderkriterien anpassen kann, um den Auftrag auch kleineren und regionalen Unternehmen wie beispielsweise dem Dortmunder Telekommunikationsunternehmen Dokom schmackhaft zu machen.

Laut Nettlenbusch könne der Umstand abschreckend gewesen sein, dass für die Verlegung von Glasfaserkabel nur eine Förderung auf Gemeindegebiet vorgesehen war. Man wolle nun prüfen, inwieweit man die Förderkriterien attraktiver gestalten kann.

Ursprüngliches Ziel war, bis Jahresende einen Auftragnehmer zu finden, um im ersten Quartal 2019 mit dem Ausbau zu beginnen – sofern es die Kapazitäten eines Unternehmens zugelassen hätten. Dieser Zeitplan lässt sich nun definitiv nicht realisieren. Am Geld soll der Ausbau nicht scheitern: Im aktuellen Haushaltsentwurf für das kommende Jahr sind 1,62 Millionen Euro dafür veranschlagt. Durch Fördergelder würde sich der Eigenanteil der Gemeinde schlussendlich auf rund 180.000 Euro belaufen.

Neun von zehn Holzwickedern surfen mit Geschwindigkeiten von mindestens 50 Megabit in der Sekunde. Die Gemeinde will jedoch die weißen Flecken auf der Internet-Landkarte schließen. Zudem brauchen die Unternehmen im Eco Port und vor allem auch die hiesigen Schulen eine konstant schnelle Internetleitung. Für die nun ergebnislos ausgelaufene Ausschreibung hatte die Gemeinde ein externes Beratungsunternehmen hinzugezogen.

Im Rahmen spezieller Einzelprodukte sind über den FTTB-Standard in der Theorie Bandbreiten von bis zu 10 Gigabit in der Sekunde möglich. Realistische Bandbreiten auf dem Markt liefern indes aktuell bis zu 1 Gigabit pro Sekunde.
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