Kein Schlagloch: Ingenieur erklärt, warum eine Straße in Holzwickede trotzdem saniert wird

dzLichtendorfer Straße

Schlaglöcher hat die Lichtendorfer Straße hier nicht – Anwohner sind daher erbost, fürchten wegen der aktuellen Sanierung unnötige Kosten. Ein Ingenieur erläutert, was es mit dem Straßenbau auf sich hat.

Holzwickede

, 07.08.2019, 18:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Kreisstraßen saniert der Kreis Unna in diesem Sommer in Holzwickede. Aufmerksame Anwohner fragen sich allerdings, warum diese Arbeiten auf einem Teilstück überhaupt nötig waren. Dort sei erst vor sechs Jahren erneuert worden.

Sanierung der Kreisstraßen 10 und 30 hintereinander

Hintereinander sind die K 10 (Römerstraße), nahezu fertig, und die K 30 (Landskroner/ Lichtendorfer Straße), Beginn demnächst, an der Reihe. In der zweiten Juliwoche hatten die Arbeiten auf der K 10 begonnen.

Er sei sehr erstaunt über die Sanierung der Römerstraße gewesen, teilt Paul Schmidt der Redaktion mit. „Die Straße wies keinerlei große Schäden auf“, findet der Anwohner.

»Denn das Stück ist vor circa sechs Jahren komplett erneuert worden.«
Paul Schmidt, Anwohner

Besonders unverständlich sei für ihn und auch viele Nachbarn, warum der Abschnitt der Lichtendorfer Straße zwischen Keltenstraße und Landweg aufgefräst wurde und eine neue Deckschicht erhielt.

„Denn das Stück ist vor circa sechs Jahren komplett erneuert worden“, erinnert sich Paul Schmidt. Die Nachbarschaft zeigt sich argwöhnisch und befürchtet, dass Geld der Steuerzahler vergeudet werde.

Kein Schlagloch: Ingenieur erklärt, warum eine Straße in Holzwickede trotzdem saniert wird

Zwischenzeitlich hatten Absperrungen im Kreuzungsbereich der Landskroner Straße für Verwirrung gesorgt, die sich auf die angrenzende Römerstraße bezogen. © Greis

Der Kreis Unna stellt klar, dass es sich jedenfalls nicht um eine beitragspflichtige Maßnahme handelt. Es wird nur die obere Tragschicht ausgewechselt und nicht der komplette Unterbau erneuert. Nur dann aber handelt es sich um eine Straßenbaumaßnahme nach dem Kommunalabgabengesetz, für deren Kosten die Anlieger herangezogen werden könnten.

»Das ist auch ein Defekt einer Straße, der behoben werden muss.«
Christian Duksa, Straßenbauingenieur

Werden aber eventuell Steuergelder der Allgemeinheit vergeudet? Die Antwort lautet: Nein. Warum eine für den Laien intakt erscheinende Straße saniert werden muss, erläutert auf der Baustelle Christian Duksa.

Die Fahrbahn in dem Kurvenbereich war durch Abrieb mittlerweile sehr glatt geworden, verminderte also damit die Bremswirkung bei den Fahrzeugen. „Das ist auch ein Defekt einer Straße, der behoben werden muss“, sagte Duksa, der mit seinem Büro Duksa Ingenieure die Bauüberwachung für die Sanierungsmaßnahme innehat.

Eine glatte Fahrbahn hatte vor wenigen Jahren in Fröndenberg-Ostbüren zeitweise sogar zu einem Unfallschwerpunkt geführt. Nach der Sanierung der ansonsten intakten Straßendecke gingen die Unfallzahlen stark zurück.

Kein Schlagloch: Ingenieur erklärt, warum eine Straße in Holzwickede trotzdem saniert wird

Die Landskroner Straße wird demnächst komplett saniert. Die Baumaßnahme wird rund fünf Monate in Anspruch nehmen. © Archiv

Im Übrigen befinden sich die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen im Zeitplan. Am Mittwoch war abschließend der Kreuzungsbereich Landweg/Lichtendorfer Straße asphaltiert worden, weswegen auch die VKU eine Umleitung fahren musste.

Bereits am kommenden Montag, 12. August, wird dann wie vorgesehen mit der Sanierung Landskroner Straße begonnen.

Landskroner Straße muss fünf Monate lang komplett saniert werden

Diese Maßnahme gestaltet sich allerdings aufgrund der großen Straßenschäden wirklich umfangreicher. Hier bedarf es einer Erneuerung der gesamten Fahrbahn sowie einer Erweiterung der Fahrbahnbreite auf 5,5 Meter auf einer Gesamtlänge von 1,6 Kilometern.

Die Vollsperrung wird hier vom Einmündungsbereich Römer Straße/Lichtendorfer Straße bis hin zur Kreisgrenze an Dortmund-Sölde reichen. Eine Umleitung wird über die benachbarten Straßen ausgeschildert. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich fünf Monate an.

Anlieger haben in diesem Zeitraum weiterhin freie Zufahrt.

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