Kein neuer Spielplatz im Norden: „Werden Kinder nicht über die Autobahnbrücke schicken“

dzPolitik

Ein neuer Spielplatz im Holzwickeder Norden ist vom Tisch. Eine Anwohnerin äußert sich enttäuscht über die politische Entscheidung und erklärt, warum dort eben doch Bedarf besteht.

Holzwickede

, 29.10.2020, 15:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Holzwickeder Norden wird es vorerst keinen neuen Spielplatz geben. Ein entsprechender Antrag der FDP-Fraktion, der auf die Initiative von Anwohnern rund um die Friedrich-Ebert-Straße hervorgegangen ist, ist unter der Woche im Ausschuss für Jugend, Familien, Senioren und Gleichstellung abgelehnt worden.

„Es ist eine Enttäuschung, weil wir viel Zeit und Arbeit investiert haben“, sagt Nadine Kallus, eine der Anwohnerinnen. Die Familienmutter habe ein Stück weit Verständnis für die Entscheidung. „Für mich ist aber auch Fakt, dass wir unsere Kinder nicht zum Spielplatz an der Sachsenstraße schicken werden“, sagt die Holzwickederin weiter, „und wie ich das so mitbekomme, geht das einigen Nachbarn genauso. Viele andere Eltern sehen die gleichen Probleme.“

Kinder müssten ab nächstem Jahr über die neue Brücke zum Spielplatz

Zur Erinnerung: Momentan ist der Spielplatz an der Sachsenstraße von der Friedrich-Ebert-Straße aus ohnehin schwer zu erreichen: Der Bau der neuen Brücke über die künftige A 40 an der Kurzen Straße, die im vergangenen Jahr abgebrochen wurde, wird vermutlich erst Anfang kommenden Jahres abgeschlossen sein. Erst dann wäre der schnellste Weg aus den betroffenen Wohnvierteln zur Sachsenstraße frei.

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Gut ist diese Variante aber nicht aus Sicht der zweifachen Mutter: Ab einem gewissen Alter wolle man die eigenen Kinder eigenständig gen Spielplatz schicken, damit der Nachwuchs ein gewisses Maß an Eigenverantwortung lernt.

Im Falle der Familie Kallus und einiger Nachbarn sei das nicht sorgenfrei möglich. „So eine Autobahnbrücke kann dazu verleiten, Blödsinn zu machen“, findet sie. Es reiche, wenn Kinder neugierig seien und auf das Geländer der Brücke kletterten, „um mal zu gucken“.

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Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde bezeichnete sie aber trotz der Absage als „sehr konstruktiv und schön“. Man habe gemerkt, dass sich die Mitarbeiter um die Belange der Anwohner hätten kümmern wollen. „Wir sind da gut mit ins Boot genommen worden“, sagt Kallus. Es seien mehrere Optionen geprüft worden: „Das spricht erstmal für die Gemeinde“, findet die Holzwickederin.

Die FDP-Fraktion, die in der Abstimmung allein von den Grünen unterstützt wurde (SPD-Fraktion hat sich enthalten, CDU und BBL votierten gegen den FDP-Wunsch), hält die Absage an einen weiteren Spielplatz für ein falsches Signal.

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