Kaum umzusetzen, Wirkung fraglich: Fraktionen lehnen Schutzstreifen für Radfahrer ab

dzVerkehrssicherheit

Zusätzliche Schutzstreifen für Radfahrer auf gemeindeeigenen Straßen – das wurde durch die Verwaltung geprüft. Ergebnis: Sie sind kaum umsetzbar.

Holzwickede

, 13.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf Antrag des Unabhängigen Bürgerblocks hatte die Verwaltung geprüft, auf welchen Straßen im Gemeindegebiet es möglich ist, sogenannte Schutzstreifen für Radfahrer aufzubringen.

Das Ergebnis wurde unter der Woche im Verkehrsausschuss präsentiert. Geltende Vorschriften erschweren die Umsetzung jedoch. So besagen die Kriterien, dass die gestrichelten Markierungen nur innerorts auf Gemeindestraßen aufgebracht werden dürfen. Eine Kreisstraße wie die Massener Straße fällt damit bereits raus.

Ferner scheiden Tempo-30-Zonen aus. Zudem muss ein Streifen mindestens 1,50 Meter breit sein, die restliche Breite der Fahrbahn darf dennoch nicht unter 4,50 Meter fallen.

Nur neun Straßen kommen für Schutzstreifen überhaupt in Frage

Letztlich sind im Gemeindegebiet neun Straßen verblieben, auf denen ein Schutzstreifen überhaupt denkbar wäre. Und das auch nur mit Einschränkungen: Parkregelungen, Parkbuchten oder unterschiedliche Fahrbahnbreiten würden in den meisten Fällen aber zu zerstückelten Schutzstreifen oder zu einem erheblichen Eingriff in die Straßenverkehrsordnung führen.

„Schutzstreifen können eine Möglichkeit sein, den Radverkehr zu fördern, sind aber nur durchgehend auf breiten Straßen sinnvoll“, erläuterte Michael Arnold für die Verkehrssicherung im Kreis Unna. Das wiederum ist im Gemeindegebiet nicht gegeben.

Auch führt die Verwaltung an, dass selbst der ADFC die Streifen kritisch sieht – insbesondere dann, wenn sie auf schmalen Straßen unter Mindestmaßen durchgesetzt werden.

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„Wenn durch solche Streifen eine trügerische Sicherheit entsteht, würden wir eine falsche Maßnahme ergreifen“, sagte Frank Lausmann (CDU). Selbst die Grünen lehnten es ab, kleinteilig solche Streifen einzuführen: „Helfen würden nur separate Radwege“, sprach sich Ulrike Dürholt für eine große Lösung aus.

Bürgerblock stimmt symbolisch für die Schutzstreifen

Letztlich folgten die Fraktionen mehrheitlich den Ausführung von Verwaltung und Verkehrsbehörde und lehnten die Markierungen ab. Auch beim Bürgerblock konnte man die Argumente gegen die Streifen nachvollziehen, stimmte symbolisch dennoch dafür: „Das Ergebnis ist enttäuschend. Es bietet aber Anregungen, um über Lösungen nachzudenken. Wenn sich etwas ändern soll, muss das Auto künftig zurückstecken. Heißt, dass wir dann eben auch baulich an der einen oder anderen Stelle etwas ändern müssen“, sagte Frank Niehaus.

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