Im Wohnpark Emscherquelle sind schon einige Häuser fertig gestellt. Was auffällt: Die Garagendächer der Häuser sind weiß. Laut Umweltbericht der Gemeinde Holzwickede aus dem Jahr 2019 sollten sie aber grün sein. © www.blossey.eu
Klimaschutz und Immobilien

Kahle Garagendächer statt üppiger Grünfläche im Wohnpark Emscherquelle

Pflanzen kommen bei Hauseigentümern nicht nur in den Garten, sondern immer öfter auch aufs Dach. Für den Wohnpark Emscherquelle war die Garagendach-Begrünung vorgeschrieben. Jetzt ist sie nur noch eine Option.

Die Hochwasserkatastrophen im Juli haben gezeigt: Am Hochwasserschutz muss gearbeitet werden. Viele Hausbesitzer können selbst einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Kanäle beim nächsten Starkregen nicht unmittelbar mit der Wassermenge überfordert werden. Eine Möglichkeit wäre es, das Dach zu begrünen. Das geht sowohl mit dem Hausdach als auch mit dem Garagendach.

Auch für den Wohnpark Emscherquelle war diese Begrünung für Garagendächer im Umweltbericht der Gemeinde Holzwickede vorgeschrieben. Im Umweltbericht heißt es: „Garagendächer sind mit einer standortgerechten Vegetation mindestens extensiv zu begrünen.“ Doch bei einem Blick auf die fertig gebauten Häuser mit ihren angrenzenden Garagen im Wohnpark sucht man Pflanzen auf den Dächern vergeblich. „Es ist keine Begrünung vorgesehen“, teilt Andreas Häcker, Prokurist bei der zuständigen Entwicklungsgesellschaft Wilma, mit. Das sei mit der Gemeinde Holzwickede und dem Kreis Unna auch so abgesprochen.

Grund ist das Entwässerungssystem im neuen Wohnpark. Abwasser und Niederschlagswasser werden im Wohnpark getrennt voneinander entwässert. Bedeutet: Das Regenwasser wird in die Emscher geleitet, das Abwasser separat zur Kläranlage.

Bei zu wenig Wasser können Ablagerungen in Rohren entstehen

„Bei einer Dachbegrünung wird das Niederschlagswasser verzögert eingeleitet. Das ist nicht immer ein gewünschter Effekt“, erklärt Häcker. Fällt also Regen auf das begrünte Dach, wird dieser von der Begrünung zunächst gehalten. Anschließend wird das Wasser mit zeitlicher Verzögerung abgegeben und über die Fallrohre der Garagendächer in die Kanalisation geleitet.

Die Wassermenge ist gering, fließt aber durch Rohre, die auf 30- oder 100-jährige Hochwasser ausgelegt sind, also ziemlich groß sind. „Wenn die nicht regelmäßig mit Wasser versorgt werden, versanden sie. Die Rohre werden also nicht mehr gespült.“ Ablagerungen in den Rohren wolle man aber vermeiden. „Gründächer nutzt man gerne wenn grundsätzlich gesagt wird, dass man versucht, Niederschlagswasser auf natürlichem Weg versickern zu lassen. Das ist hier aber nicht geplant und nicht möglich“, erklärt Häcker. Grundsätzlich sei es aber jedem Anwohner im Wohnpark Emscherquelle möglich, sein Garagendach zu begrünen.

Fallen im Wohngebiet kurzfristig große Mengen Niederschlag, wird die Einleitung in die Kanalisation über drei Regenrückhaltebecken kontrolliert. Das soll verhindern, dass die Kanäle mit der ankommenden Wassermenge überfordert werden und es zu Überflutungen kommt, erklärt Häcker. „Das Wasser wird hineingeleitet, steht in den Kaskaden, wird in die Vorflut und dann in die Emscher gebracht“, erklärt Häcker den Weg des Regenwassers in die Emscher. In jedem Rückhaltebecken verweilt das Wasser eine kurze Zeit, bis es weitergeleitet wird.

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