Jawort in Holzwickede mit über 60

Heiraten im Alter

Als sich Brigitte Roloff und Rüdiger Baumann das Jawort geben, ist es nicht nur für sie eine besondere Trauung. Für den Pfarrer sind die beiden das älteste Paar, das er je vermählt hat.

von Lena Zschirpe

Holzwickede

, 19.11.2018, 17:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jawort in Holzwickede mit über 60

Hochzeit mit über 60: Brigitte Roloff und Rüdiger Baumann trauten sich nach knapp 16 gemeinsamen Jahren vor den Altar. © Marcel Drawe

Hochzeit mit über 60: Brigitte Roloff und Rüdiger Baumann sagten am Samstag standesamtlich und in der Kirche „Ja“ zueinander. Anschließend fand eine gebührende Feier im Gemeindehaus statt. „Die Feier war sehr schön und kam auch gut an“, erzählt die 62-jährige Brigitte Roloff am Sonntagmorgen, als das Brautpaar mit kräftiger Unterstützung den Gemeindesaal selbst aufräumte.

Mit Discokugeln, DJ, Nebelmaschine, Hochzeitstorte und großem Buffet feierte das Brautpaar nach der standesamtlichen und kirchlichen Trauung am Samstag. „Wir müssen ja gar nichts mehr in unserem Alter, aber können alles“, so Roloff. Seit 17 Jahren kennen Braut und Bräutigam einander, seit knapp 16 Jahren sind die Witwe und der Geschiedene ein Paar. Den Heiratsantrag habe schließlich der 66 Jahre alte Baumann gemacht. „Die Zeit war reif“, sagt er. „Ich dachte: Warum nicht heiraten, wenn man so lange zusammen ist? Der Pfarrer sagte sogar, wir seien das älteste Brautpaar, das er je vermählt hätte.“ Auch Enkel Timo habe immer wieder gefragt, warum Oma und Opa nicht verheiratet seien – bei der Trauung durfte er dann Ringträger sein. Auch eine große Hochzeitsreise steht an: das Paar möchte in Ägypten Schnorcheln gehen. Reisen sei das zweitliebste, gemeinsame Hobby, das größere sei ehrenamtliches Engagement. Roloff engagiert sich im Café Yesterday, Baumann ist im Seniorenbeirat. „Das Café Yesterday war auch da, wir haben die Gäste einzeln abgeholt“, so Roloff. „Wir arbeiten alle ehrenamtlich, aber dass das Team sich samstags Zeit nimmt, ist wirklich etwas Besonderes.“ Das Café, die Menschen und vor allem der Ausbau von ehrenamtlichen Tätigkeiten liegen ihr am Herzen. „Wir brauchen Engagement in dieser Form. Und ganz wichtig ist, dass solche Angebote auch erschwinglich für die Leute sind und gefördert werden. Gerade Kinder und ältere Leute kommen häufig zu kurz und es gibt zu viele, die daraus Profit schlagen wollen.“ Ihre eigenen Nachnamen haben die Brautleute jeweils behalten. „Ich trage diesen Namen seit 43 Jahren, eine Änderung machte keinen Sinn“, erklärt Roloff. Zum Heiraten selbst, glauben sie, gäbe es weder einen richtigen noch einen falschen Zeitpunkt. „Das muss von tief drinnen kommen.“, so Baumann.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Bildungspolitik

Weniger Bürokratie und mehr Schulsozialarbeit: Gemeinde will Familien besser erreichen

Hellweger Anzeiger Einwand eines Bürgers

Zwei Sichtweisen, eine Entscheidung: Anwohnerin muss ein Drittel ihrer Hecke entfernen