Kinder der Kita „Schatzkiste“ haben das Warten satt

dzSpatenstich in Opherdicke

Beim Spatenstich des neuen Kita-Gebäudes in Opherdicke waren auch Kinder der Einrichtung anwesend. Mehr oder weniger unfreiwillig brachten sie die Gefühlslage der Beteiligten auf den Punkt.

Holzwickede

, 04.11.2019, 14:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange war dieser Tag herbeigesehnt worden, jetzt geht es endlich los: Mit dem Spatenstich läutete der Bauherr UKBS am Montagvormittag die rund einjährige Bauzeit der Kita Schatzkiste an der Unnaer-Straße ein. Anwesend waren Mitarbeiter der UKBS, aus der Verwaltung und vom Kita-Träger aus dem Evangelischen Kirchenkreis Unna.

Kinder der Kita „Schatzkiste“ haben das Warten satt

Einige Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie Anwohner und Interessierte kamen am Montag zum Spatenstich des neuen Kita-Gebäudes in Opherdicke. © Carlo Czichowski

Während Verantwortliche der UKBS, Bürgermeisterin Ulrike Drossel BBL) und Vertreter der Evangelischen Kirchengemeinde einige einleitende Worte an die Besucher richteten, sprühten mehrere dutzend Kindergartenkinder vor lauter Tatendrang. Sie sollten nicht nur hautnah bei der Zeremonie dabei sein, sondern auch tatkräftig unterstützen, sobald es an die Schaufeln ging.

„Kinder haben gut verbildlicht, worum es heute geht“

Nur warteten sie nicht, bis die Grußworte von Drossel und Co. beendet waren, sondern begaben sich sofort auf das Baugrundstück und buddelten regelrecht um die Wette. „Die Kinder haben sehr gut verbildlicht, worum es heute geht“, sagte Claudia Brühl-Vonhoff, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Opherdicke.

Kinder der Kita „Schatzkiste“ haben das Warten satt

Bereiteten alles auf den offiziellen Spatenstich vor (v.l.): UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer, Aufsichtsratvorsitzender Theodor Rieke und Bürgermeisterin Ulrike Drossel. Im Hintergrund herrschte auf der Baustelle schon reges Treiben. © Carlo Czichowski

Brühl-Vonhoff spielte dabei auf die Verzögerung beim Bau an, die im vergangenen Sommer mitunter für Zoff in der Kommunalpolitik gesorgt hatte. Sie sei froh, dass es jetzt losgeht und freue sich auf mehr Nähe zu den jungen Familien aus Opherdicke.

Kinder erkunden ihr künftiges Spielgelände

Während die Kinder der Schatzkiste ihr künftiges Kita-Gelände gleich am Montag als Spielfläche nutzten, folgten die Anwesenden noch den Worten von UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer, der noch einmal die Eckdaten des Baus zusammenfasste. Dann ging es offiziell an die Schaufeln.

Eckdaten des Baus

Die Kita „Schatzkiste“ in Opherdicke

  • Mit einer Nutzfläche von 816 Quadratmetern fällt das Kita-Gebäude ziemlich groß aus. Davon können gemäß Kinderbildungsgesetz (KiBiz) aber nur 725 vermietet werden. Die UKBS hofft, dass sich dieser gesetzliche Rahmen mal ändern wird.
  • Das Grundstück ist insgesamt 3990 Quadratmeter groß, was beinahe der Größe eines Fußballfeldes entspricht. 2140 Quadratmeter bleiben den Kindern zum Spielen auf der Außenfläche.
  • Für den Bau werden rund 1000 Kubikmeter Mauerwerk, ungefähr 1200 Kubikmeter Stahlbeton und etwa 40 Tonnen Baustahl verwendet.
  • Das vorrangige Ziel der UKBS ist, bei der Wärmeerzeugung für Neubauten möglichst ohne fossile Brennstoffe auszukommen. Daher wird dort eine Luftwärmepumpe eingesetzt, die Strom von einer auf dem Dach installierten Photovoltaik-Anlage nutzen soll.

Thomas Kupke, Leiter der Kita „Schatzkiste“, erklärte am Rande des Spatenstichs noch einmal die Besonderheiten des Neubaus und das damit verbundene neue Konzept der Kita. In Sachen Betreuung wird sich nämlich einiges ändern.

Neues Kita-Konzept in Opherdicke

„Wir werden hier sehr viel Platz haben“, sagte Kupke. Das habe zur Folge, dass die Einrichtung nach dem Umzug ins neue Gebäude zu einer Offenen Kita umgestellt wird. Gruppen wird es daher nicht mehr geben: „Die Kita ist dann quasi eine ganze Gruppe“, erklärte der Leiter der Kita „Schatzkiste“.

Betreuungsangebot

Modell der Offenen Kita

  • Im Betreuungsangebot der Kita Schatzkiste können sich Eltern ab kommendem November zwischen 25, 35 oder 45 Stunden pro Woche entscheiden.
  • Eine Betreuung ist dann entweder von 8 bis 13, 7 bis 14, 7.30 bis 14.30 oder 7 bis 16 Uhr möglich.

Statt mehrerer Gruppenräume wird es Fachräume geben, wo sich die Kinder je nach persönlicher Neigung austoben können. So wird es wohl einen Raum für Naturwissenschaften geben, aber auch fürs Malen, Werkeln oder einfach zum Ausruhen.

Dazu entwickelt Kopke derzeit mit seinem Team und einigen Eltern ein eigenes Konzept. „Manche Eltern haben Angst, dass sich ihre Kinder dann nur in einem einzigen Raum aufhalten werden“, berichtet er. „Es steht uns die Möglichkeit offen, einen Raum mal für einen Tag zu schließen. Dann müssen sich die Kinder notgedrungen mal mit etwas anderem beschäftigen“, weiß der „Schatzkisten“-Leiter zu beschwichtigen.

Kinder der Kita „Schatzkiste“ haben das Warten satt

Beim offiziellen ersten Spatenstich kamen dann auch die Erwachsenen an der Schaufel auf ihre Kosten. © Carlo Czichowski

Mehr frisch zubereitetes Essen für die Kinder

Ein entscheidender Vorteil des neuen Gebäudes wird außerdem die Küche sein. „Wir bekommen kein Essen geliefert. Stattdessen wird es von einem Koch frisch zubereitet“, sagte Kupke. Am bisherigen Standort werde das zwar auch schon so gemacht, im Neubau habe man aber in kulinarischer Hinsicht mehr Möglichkeiten: „Es wird deutlich mehr frisches Essen geben“, sagte Kupke.

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