In Holzwickedes ältester Kanzlei arbeitet eine Spezialistin für familiäre Konflikte

dz50 Jahren im Ort

Vor 50 Jahren ließ sich die Kanzlei Dr. Schürmann in Holzwickede nieder. Die Rechtsberatung hier umfasst ein weites Feld – hat aber Schwerpunkt. Und wird mittlerweile von der Tochter des Kanzleigründers verantwortet.

Holzwickede

, 23.01.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Heutzutage würde man von einer Standortanalyse sprechen: „Mein Vater stammt aus Fröndenberg und hatte erst zu Beginn seiner Karriere am Landgericht Dortmund die ersten Berührungspunkte zu Holzwickede. Eine Kanzlei gab es hier nicht, also ist er mit meiner Mutter hergezogen und hat ein Büro eröffnet“, sagt Barbara Düllmann.

Heute führt sie die im Januar 1970 eröffnete Kanzlei unter dem Namen „Dr. Schürmann & Düllmann“ an der Allee. Der Vater wird dabei nicht nur im Kanzleinamen gewürdigt, sondern auch auf dem Internetauftritt der Rechtsanwältin. „Das war mir wichtig, weil ich das Büro schließlich nicht von einem Fremden übernommen habe“, sagt Düllmann.

Familienrecht ist ein Spezialgebiet der Anwältin

Nach dem zweiten Staatsexamen im Jahr 2000 konnte sie noch drei Jahre mit ihrem Vater zusammenarbeiten, der Anfang 2004 verstarb. Zwar bearbeitet die 46-Jährige grundsätzlich Fälle aus verschiedenen Rechtsgebieten, hat sich als Fachanwältin aber auf Familienrecht spezialisiert.

Das umfasst natürlich Ehescheidungen aber auch das Kindschaftsrecht mit all seinen Facetten wie beispielsweise Sorge-, Umgangs-, Unterhalts- oder Adoptionsrecht fallen in diesen Bereich.

Zudem beginnt das Familienrecht nicht erst dort, wo die Ehe aufhört. Auch vor der Eheschließung ist anwaltliche Unterstützung mitunter nötig – beispielsweise in Form eines Ehevertrages. „Hier herrschen oft falsche Vorstellungen, die oft aus Film und Fernsehen rühren. Anwaltliche Beratung hat daher ab und zu zunächst Aufklärungsarbeit zu leisten“, sagt Düllmann.

Das gelte auch dann, wenn Mandanten den Begriff der „Scheidung online“ hören. „Auch wenn sich heute vieles über das Internet regeln lässt, ausschließlich online funktioniert eine Scheidung dann doch nicht“, so die Anwältin. Insbesondere zum Scheidungstermin am Amtsgericht ist nach wie vor das persönliche Erscheinen beider Eheleute erforderlich.

Stereotype aus Film und Fernsehen sind noch immer prägend

Bis eine Scheidung vollzogen ist, vergeht in Deutschland schnell ein Jahr: „Vorher ist ein Trennungsjahr gesetzlich vorgeschrieben, für das einige Regeln beachtet werden müssen“, sagt Barbara Düllmann. Wichtig ist, dass die Noch-Eheleute nicht mehr zusammen leben und getrennt wirtschaften – zusammen wohnen zu bleiben sei hierbei allerdings nicht grundsätzlich ausgeschlossen. „Das kann funktionieren, wenn es sich wie in einer Wohngemeinschaft verhält“, weiß die Juristin.

Ihr Berufswunsch stand schon im Kindesalter fest. Die Holzwickederin wollte schon damals ihrem Vater nachfolgen, „auch wenn mich als Kind noch eher die Schreibmaschine beeindruckt hat, oder es mir gefallen hat, wenn mein Vater etwas in sein Diktiergerät gesprochen hat“, erinnert sich die Juristin, die in Marburg sowie Münster studierte und zudem praktische Anwaltserfahrungen in den USA sammelte.

Jeder Fall ist eine Herausforderung für sich

Ob Familienrecht, Verkehrsunfall, Mietstreitigkeit oder Arbeitsrecht, Diebstahl, Sachbeschädigung, Unfallflucht oder Körperverletzung – auch wenn Barbara Düllmann jährlich eine höhere dreistellige Fallzahl bearbeitet, stellt für die Mutter einer Tochter im Teenageralter, die mit einem Juristen verheiratet ist, nach wie vor jeder Fall eine interessante Herausforderung dar. „Jemandem zu seinem Recht verhelfen zu können, verleiht mir nach wie vor ein gutes Gefühl“, sagt die Anwältin.

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