In Holzwickede entstehen 50 neue Pflegeplätze für Senioren

dzAltenpflege

Der Bedarf ist seit Jahren da, ab Herbst 2021 soll ihn eine neue Pflegeeinrichtung auch decken. Das Katharina-von-Bora-Haus bietet dann 50 stationäre Plätze für pflegebedürftige Menschen.

Holzwickede

, 27.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende Januar ist der Heimfinder NRW online gegangen. Pflegeeinrichtungen sind seitdem angehalten, tagesaktuell ihre freien Plätze anzugeben. Als erstes Bundesland will NRW so eine unkomplizierte Suche ermöglichen und Betroffenen einen Telefonmarathon durch die Einrichtungen ersparen.

Wer nach den beiden Pflegeeinrichtungen in Holzwickede sucht, erfährt auf der Online-Plattform mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass sowohl im Perthes-Haus als auch in der Neuen Caroline keine Plätze frei sind.

„Wir sind in Holzwickede ausgelastet“, sagt Bernhard Pendzialek, Leiter des Perthes-Hauses. Den Bedarf an Pflegeplätzen hat der Kreis Unna im zugehörigen Bedarfsplan bereits 2015 ermittelt, die Perthes-Stiftung 2016 den Zuschlag für den Bau einer neuen Einrichtung bekommen.

Jetzt lesen

Zur Sache

Pflege in Holzwickede

  • Aktuell bieten sich in Holzwickede zwei Möglichkeiten der stationären Pflege: Das Perthes-Haus am Emscherweg feierte im Vorjahr 25-jähriges Bestehen, wurde zuletzt umgebaut und bietet 81 stationäre Pflegeplätze.
  • 2008 wurde das Seniorenhaus Neue Caroline des privaten Betreibers Mohring mit 80 stationären Plätzen eröffnet.
  • Sowohl die evangelische Perthes-Stiftung als auch Mohring haben zudem eigene Angebote für Tagespflege, Betreutes Wohnen, Ambulante Pflege oder hauswirtschaftliche Leistungen.

Nachdem sich zunächst die Suche nach einem passenden Grundstück zog, kann der Bau nun erfolgen. Der Bedarfsplan des Kreises sah vor fünf Jahren 50 zusätzliche stationäre Pflegeplätze vor. Zwar geht die Entwicklung bei der Seniorenbetreuung vermehrt in Richtung Tagespflege, dass die neu geschaffenen Plätze ihre Abnehmer finden, steht aber außer Frage.

Eröffnet das Katharina-von-Bora-Haus unter Trägerschaft der Perthes-Stiftung wie geplant im September 2021, bietet es exakt die geforderten 50 Plätze. Die Bewohner werden dabei auf zwei Geschossen untergebracht, die rund um ein rund 145 Quadratmeter großes und nach oben offenes Atrium angeordnet sind.

Wohnraum für Bewohner verteilt sich auf zwei Etagen

Erd- und Obergeschoss bieten neben Aufenthalts-, Dienst- und Wirtschaftsräumen je 25 Einzelwohnräumen mit eigenem Badezimmer und einer Gesamtgröße zu je 20 Quadratmetern. Die einzelnen Etagen bedienen dabei verschiedene Zielgruppen.

Am Mittwoch trugen Helfer die letzten Einrichtungsgegenstände aus den Räumen des einstigen Kirchengebäudes. Das wird abgerissen und weicht damit einem Neubau für stationäre Pflege.

Am Mittwoch trugen Helfer die letzten Einrichtungsgegenstände aus den Räumen des einstigen Kirchengebäudes. Das wird abgerissen und weicht damit einem Neubau für stationäre Pflege. © Greis

18 Wohnräume im Erdgeschoss sind demnach für Menschen vorgesehen, die unter einer leichten bis mittleren Demenz leiden. Ihnen soll auch das Atrium als zentraler Bewegungsplatz zugute kommen, denn alle Wege führen hierhin und erleichtern so die Orientierung. Weitere sieben Räume sind für die Palliativpflege und ein Gästeraum für Angehörige vorgesehen. „Es ist nicht selten, dass Menschen zum Sterben zu uns kommen. Das erschließt sich nicht allein auf Hospize“, sagt Staffehl.

Pflege im Wohngebiet

13 Parkplätze direkt am Haus

  • Die Parkplatzsituation an der künftigen Pflegeeinrichtung hat in der Vergangenheit zu langen Diskussionen in den Fachausschüssen geführt.
  • Die Sorgen, dass sich die Situation im Wohngebiet rund um die Winkelstraße verschärft, sind bei den Anwohnern nicht aus der Welt.
  • Evangelische Gemeinde und Perthes-Stiftung haben mit einer zusätzlichen Fläche zumindest nachjustiert.
  • An der Winkelstraße sind demnach elf Parkbuchten (davon zwei barrierefrei) und an der Wichernstraße zwei Parkplätze geplant.

Im Obergeschoss sind wiederum 18 Plätze für Menschen vorgesehen, die auch im Alter körperlich und geistig vergleichsweise fit sind. Sieben Wohnräume werden hier für schwer demenzielle Menschen vorgehalten, die aus Staffehls Erfahrung heraus meist bettlägerig seien.

Gebäude wird in den Hang hinein gebaut

Weil das Gebäude in Hanglage entsteht, findet sich der Eingangsbereich an der Winkelstraße zudem im Gartengeschoss, dass teilweise in den Hang hineinreicht. Hier sind neben Eingangsbereich beispielsweise auch ein großer Gemeinschaftsraum sowie die Küche vorgesehen.

Das Katharina-von-Bora-Haus soll letztlich nicht nur 50 Menschen ein Zuhause bieten, sondern schafft nach Einschätzung Staffehls auch bis zu 30 Vollzeit-Arbeitsplätze, die zudem von rund 20 Teilzeitkräften sowie Ehrenamtlichen unterstützt werden. Bernhard Pendzialek verweist hier auf die mehr als 40 Ehrenamtler, die sich bereits jetzt im Perthes-Haus als Seelsorger, im Besuchsdienst oder in der Caféteria einbringen.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Musik
Corona-Krise: Saxophonist aus Holzwickede lockt mit schönen Klängen Nachbarn auf den Balkon
Hellweger Anzeiger Städtepartnerschaft
Freundschaft im Warte-Modus: Wie die Corona-Krise das Verhältnis zu Portland beeinflusst
Hellweger Anzeiger Expertengespräch
Lagerkoller verhindern: Wie Paare und Familien Auswirkungen des Coronavirus meistern können
Meistgelesen