Als Mitte Juli das Wasser über einen benachbarten Deich kam, wurden Straße, Gärten und Häuser so schnell geflutet, dass Anwohnern keine Zeit zum Reagieren blieb. Zumal niemand mit einer Überschwemmung in dem Maße rechnete. © privat
Meinung

Im Sinne der Bürger: keine Alibi-Lösungen beim Wasser mehr

Freilich haben die Starkregenfälle der vergangenen Wochen andere Orte viel schlimmer getroffen als Holzwickede. Aber auch hier dürfen Folgen des Klimawandels nicht mit Alibi-Lösungen gekontert werden.

Im August 2020 stand Holzwickede in Teilen unter Wasser und Mitte Juli dieses Jahres erneut – mit schlimmeren Folgen für manche Bürger als im Vorjahr. Dass Straßen in der Gemeinde nach Unwettern geflutet werden, ist kein neues Phänomen. Feuerwehr rückt aus, reinigt Einläufe, pumpt ab – passt schon. Kann man so machen, aber sollte ein Abwassermanagement nicht weitsichtiger sein? Die Wehr wird es am Ende schon richten – das darf man den Kameraden gerne wieder erzählen, wenn sie wie am 14. Juli an die 70 Einsätze fahren müssen.

Und gerne auch den Holwickedern, die teils stundenlang in vollgelaufenen Häusern und Gärten auf Hilfe warten mussten, weil sich die Einsatzkräfte nicht ins Vielfache teilen können.

Am Beispiel des Krummen Weges zeigt sich immerhin, dass man im Rathaus verstanden hat: Es muss mehr passieren, als Kanaldeckel zu verschrauben. Heute und in Zukunft: Heftige Unwetter häufen sich. Starkregenereignisse als gegeben hinnehmen: Das hilft Menschen nicht, denen im Dreijahres-Rhythmus ein Aquarium im Wohnzimmer droht.

Das Abwassermanagement braucht ein Update und ebenso wichtig ist das Thema Flächenversiegelung. Versiegelung – ein Begriff, der im Klimaschutzkonzept der Gemeinde auf 242 Seiten übrigens wie oft vorkommt? 41-mal? 28-mal? Fast. Die korrekte Antwort lautet natürlich: zweimal.

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
Zur Autorenseite
Christian Greis

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.