„Hunderte Bäume müssten gefällt werden“: Klemp übt harsche Kritik an Klima-Konzept

dzPolitik

Das Klimaschutzkonzept, in dem die Gemeinde unter anderem den Verkehr neu ordnen möchte, geht aus Sicht der Grünen nicht weit genug. Sie fordern neben bezahltem Parkraum auch noch weitere drastische Einschnitte.

Holzwickede

, 25.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aus Klimaschutzgründen zieht die Gemeindeverwaltung in Erwägung, den bisher kostenlosen Parkraum auf dem Gemeindegebiet zu bewirtschaften. Das geht zumindest aus den ersten Ergebnissen des Klimaschutzkonzeptes hervor, das ein externes Planungsbüro erstellt hat.

Während die Forderung des bezahlten Parkens bei den meisten Fraktionen für Skepsis sorgte, sehen die Holzwickeder Grünen darin kein Problem. Im Gegenteil: Sie plädieren dafür, dass die Gemeinde noch mehr einschneidende Veränderungen im Bereich Verkehr vornimmt.

„Konzept ist nicht weitreichend“

„Wir sehen das vorgelegte Konzept als nicht weitreichend an“, sagt Grünen-Fraktionschef Friedhelm Klemp. Zwar teile er die Auffassung des externen Planungsbüros und der Gemeindeverwaltung, dass man gerade im Bereich Mobilität anknüpfen sollte. Aus Sicht der Grünen sind es aber gleich mehrere Punkte, die man in das Konzept mit aufnehmen sollte.

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Neben dem Ausbau von Rad- und Fußwegen fordern die Grünen auch einen Rückbau von Straßen. Ziel müsse es sein, dass der Individualverkehr eingeschränkt würde, betont Klemp.

Im Gegenzug sollte der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden. Speziell in Holzwickede seien kleine Pendlerbusse denkbar, die Fahrten nach Hengsen, Opherdicke zum Neubaugebiet an der Emscherquelle und zum Bahnhof abdecken könnten.

Klemp spricht sich außerdem für neue E-Bike-Ladestationen aus. Eine wesentliche Forderung, die Klemp in der Vergangenheit schon mal ins Spiel gebracht hatte, war ein gemeindeeigenes Carsharing-System, mit dem der Individualverkehr effektiv eingeschränkt werden könnte.

„Hunderte Bäume müssten gefällt werden“

Skeptisch blickt er auf die Pläne zur Ostumgehung: „Im Klimaschutzkonzept wird die CO2-Belastung durch die Ostumgehung in keiner Weise thematisiert“, kritisiert Klemp. „Hier wird mehr Verkehr auf die Gemeinde zu kommen. Hunderte Bäume müssten gefällt werden und große Flächen versiegelt“, sagt der Grünen-Fraktionschef.

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Die Verwaltung sieht das etwas anders: Nach der Fertigstellung der Ortsumgehung L677n und der damit einhergehenden Verkehrsentlastung in der Gemeindemitte würde ein weitaus größerer Handlungsspielraum bestehen, heißt es den vorläufigen Ergebnissen zum Klimaschutzkonzept.

So seien Umwidmungen einzelner Straßen vorstellbar. Zudem könne man nach einer verkehrlichen Neuordnung, wo vorher noch PKW-Stellflächen waren, einige Radabstellanlagen einrichten.

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