Seit gut zwei Monaten ist Peter Steckel (l.) zweiter Vorsitzender im Aktivkreis Holzwickede hinter Christoph Kopec (r.). Der löste wiederum Apotheker Christian van Bremen ab. © Privat
Gender-Debatte

Homophober Facebook-Kommentar: Gegenwind für Peter Steckel

Seinem Ärger über das Gendern hat ein Holzwickeder CDU-Mann in einem Facebook-Beitrag Ausdruck verliehen. Der zeigte homophobe Züge, die nicht zum Selbstbild der Gemeinde passen, meint eine grüne Ratsfrau.

Den Hauptausschuss am Donnerstagabend nutzte Grünen-Fraktionschefin Susanne Werbinsky, um Äußerungen von Peter Steckel auf Facebook zu missbilligen. Der CDU-Mann und zweite Vorsitzende im Gewerbeverein hatte in einer Gruppe zum Stadtleben in Kamen gegen das Gendern gewettert.

Schuld daran, dass man sich überhaupt damit auseinandersetzen müsse, seien demnach „hysterische Selbstverwirklicher*Innen, Schwule, Geschlechtsneutrale und andere Randerscheinungen“, die der Gesellschaft einen „grünen Stempel“ aufdrücken wollen. Das Gender-Sternchen darf in dem Fall wohl ironisch gewertet werden.

Im Nachgang zog Steckel auf Anfrage dieser Redaktion den homophoben Teil seines Beitrages zurück, er sei „über das Ziel hinausgeschossen“. Werbinsky sagte an den Ausschuss gerichtet, dass sie mit Worten kaum ausdrücken könne, „wie verletzend und entwürdigend es für mich persönlich und alle in seinem Zitat Genannten sein muss“, Steckels Worte zu lesen.

„Als frustrierte Selbstverwirklicher*in bezeichnet zu werden, geht unter die Gürtellinie aller Frauen und Männer, die bestrebt sind eine Gesellschaft der Gleichberechtigung, Akzeptanz und Toleranz zu schaffen“, so Werbinsky.

Da sie als Beisitzerin im Aktivkreis Holzwickede vertreten ist, schäme sie sich, dass sie Steckel vor Wochen ihre Stimme bei den Vorstandswahlen des AKH gegeben hat. Für Werbinsky ist klar: „Ich muss von ihm hören, dass er das zurücknimmt“, setzt sie darauf, dass sich auch der AKH-Vorstand damit befasst, dass sich der zweite Vorsitzende über etwas echauffiert, das er in abwertender Weise auf Sexualität und Geschlecht von Menschen zurückführt.

Ein Zeichen aus dem Rathaus ist für Werbinsky angebracht

Als Gemeinde ohne Rassismus und mit Courage würde sie sich zudem von der Gemeindeverwaltung ein Zeichen wünschen. In Abwesenheit der erkrankten Ulrike Drossel versprach der Erste Beigeordnete Bernd Kasischke, dies mit der Bürgermeisterin zu besprechen.

Als Sachkundiger Bürger ist Peter Steckel auch in die Parteiarbeit der CDU eingebunden. Inwieweit sind seine Ansichten für den Ortsvereinsvorsitzenden ein Problem? „So wie ich das sehe, beschreibt Peter Steckel seine Empfindungen. Die kann ich ihm nicht verbieten. Ob man die in sozialen Netzwerken teilt, muss jeder für sich selbst bewerten. Mehr möchte ich dazu auch nicht sagen, weil ich nicht bei Facebook bin und mir der Gesamtzusammenhang fehlt“, sagt CDU-Ortsvorsitzender Frank Lausmann.

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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Christian Greis

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