Zwei Jahre Homo-Ehe: So viele Schwule und Lesben haben in Holzwickede bisher geheiratet

dzHochzeit

Homosexuelle haben dem 1. Oktober 2017 regelrecht entgegengefiebert: Seit genau zwei Jahren dürfen sie nun heiraten. Im Holzwickeder Standesamt hat sich seitdem nicht viel verändert.

Holzwickede

, 01.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange wurde sie lautstark gefordert, seit 2017 ist sie nun da: Die Homo-Ehe. Egal ob am Eco-Port, wo das Standesamt wegen der Arbeiten am Rathaus derzeit Trauungen durchführt, am Emscherquellhof oder auf Haus Opherdicke: Immer häufiger heißt es nach der meist emotionalen Prozedur: „Sie dürfen ihren Mann jetzt küssen.“ Dass sich seit zwei Jahren auch gleichgeschlechtliche Paare in Holzwickede das Jawort geben dürfen, hat nach Angaben von Standesbeamtin Ingrid Topel nicht viel verändert.

„Eine Eheschließung wie jede andere“

„Für uns ist das wie jede andere Eheschließung auch. Wir setzen uns vorher mit dem Paar zusammen und sprechen mit ihnen über ihre Vergangenheit“, sagt sie. Die Traurede soll immerhin möglichst persönlich gehalten werden. Der Rest ist für die Standesbeamten der Gemeinde dann reine Routine - egal wer auf der anderen Seite des Traualtars steht. Topel selbst habe allerdings noch keine homosexuellen Paare getraut. Dafür aber ihre Kollegen.

Sieben Homo-Ehen registriert, eine geplant

Der große Andrang von Schwulen und Lesben war vom Holzwickeder Standesamt ohnehin nicht erwartet worden. Einige Homosexuelle haben aber von ihrem Recht Gebrauch gemacht: Insgesamt sieben gleichgeschlechtliche Ehen wurden in Holzwickede in den vergangenen zwei Jahren geschlossen. 2017 waren es zwei, 2018 fünf. Für dieses Jahr ist laut Topel noch eine geplant, ansonsten gab es 2019 bisher keine Eheschließungen von Schwulen und Lesben.

Allgemein handelte es sich dabei nicht ausschließlich um neue Eheschließungen: Gefragter war in Holzwickede wohl vielmehr die Umwandlung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft in eine Ehe. Das war seit Inkrafttreten des Gesetzes auch möglich geworden und immerhin bei fünf der sieben Trauungen in der Emscherquellgemeinde der Fall.

System funktionierte von Beginn an einwandfrei

Anlaufschwierigkeiten gab es in Holzwickede nicht. In manchen Städten und Gemeinden hat es zum 1. Oktober 2017 systembedingte Probleme gegeben. Dort waren die Formulare im Computerprogramm zuvor noch auf „Mann“ und „Frau“ festgelegt gewesen. Mit der Umstellung kamen manche Standesämter nicht hinterher. Das hatte für Unmut unter heiratswilligen Schwulen und Lesben gesorgt, weil sie sich nicht auf diese Einteilung einigen wollten oder konnten. In Holzwickede lief die Umstellung wohl hingegen problemfrei ab. „Egal ob zwei Ehemänner oder Ehefrauen, hier ist alles möglich“, sagt Topel.

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