Erleichterung, Freude, aber auch Angst vor einem zweiten Lockdown. Die Grundschulen in Holzwickede bereiten sich auf die Rückkehr in den Regelbetrieb vor.

Holzwickede

, 07.08.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Sommerferien neigen sich dem Ende entgegen. In der kommenden Woche starten die Grundschulen in Holzwickede wieder in den Regelbetrieb. Was einst selbstverständlich war, soll nun wieder zur Normalität werden.

„Von einem regulären Schulstart kann man nicht sprechen“, sagt Katja Buschsieweke, Schulleiterin der Dudenrothschule. Gestaffelte Anfänge und Pausen, Sportunterricht im Freien, viele Regeln von vor den Ferien werden beibehalten. Zugute kommt den Schulen, dass sie vor den Sommerferien schon eine 14-tägige Versuchsphase gehabt haben, aus denen viele Regeln nun wiederkehren.

Schulen sind vorbereitet

„Wir fühlen uns bereit“, sagt Gabi Spieker, Schulleiterin der Aloysiusschule. „Wir sind guten Mutes und versuchen positiv an die Sache heranzugehen.“ Derzeit überwiege vor allem die Freude. „Wir freuen uns aufeinander, auch wenn wir natürlich ein mulmiges Gefühl wegen Corona haben.“

Die Aloysiusschule freut sich auf ihre Schüler und will der neuen Situation optimistisch entgegentreten.

Die Aloysiusschule freut sich auf ihre Schüler und will der neuen Situation optimistisch entgegentreten. © Archiv/UDO HENNES

An der Dudenrothschule müssten hingegen noch kleine Rädchen nachjustiert werden, wie Buschsieweke erklärt. „Wir müssen noch viel abklären.“ Offener Ganztag und Mittagstisch sind Stichpunkte, die sie in den Raum wirft. „Aber am Grundkonstrukt ändert sich nicht viel. Das macht es etwas leichter, wenn auch nicht gerade überschaubarer.“

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In der Nordschule war man auf die kurzfristigen Informationen eingestellt. „Unsere Planungskonferenzen haben wir bereits gemacht“, sagt Schulleiterin Claudia Paulo. „Wir sind bereit.“

Maskenregelung sinnvoll

Die Regelung mit den Mundbedeckungen wird von den Holzwickeder Grundschulen begrüßt. So dürfen die Grundschulkinder die Masken an ihrem Platz ablegen. „Das ist eine gute Lösung“, sagt Spieker von der Aloysiusschule. Viele Kinder seien sich der Risiken des Coronavirus bewusst und würden auf die Hygienemaßnahmen achten.

»Wir werden jetzt versuchen, die neue Normalität zu leben.«
Claudia Paulo

„In der Grundschule macht es keinen Sinn, von Kindern zu verlangen, dass sie sechs Stunden mit Mundschutz dasitzen“, so Buschsieweke von der Dudenrothschule. „Aber es ist gut, dass wir dabei nicht den Schutz der Kollegen aus den Augen verlieren.“ Treten Schüler und Lehrer miteinander in Kontakt, müssen beide wieder zur Maske greifen. Dass man nah an den Kindern arbeitet, so Paulo von der Nordschule, gehöre zum Lernen und Lehren dazu. „Die Kollegen arbeiten nicht nur frontal.“

Schutzscheiben wie hier in der Dudenrothschule sollen die Lehrer im Unterricht schützen.

Schutzscheiben wie hier in der Dudenrothschule sollen die Lehrer im Unterricht schützen. © Archiv/Greis

Eine Alternative wie das ständige Tragen der Maske sei jedoch problematisch, erklärt Buschsiewke. „Einige Kinder sind darauf angewiesen, die Lippen sehen zu können.“ Deshalb überlegt die Dudenrothschule, Visiere für die Lehrer anzuschaffen, um das Problem zu lösen.

Kaum Lehrer in der Risikogruppe

Große Probleme bei der Erstellung der Stundenpläne gibt es an keiner Grundschule. Lehrer, die bislang zur Risikogruppe gehörten, können sich mit einem Attest auch weiterhin vom Präsenzunterricht freistellen lassen.

Die Nordschule kann sich glücklich schätzen. „Wir haben keinen Lehrer, der davon betroffen wird“, sagt Paulo. „Bei uns kann alles nach Regelbetrieb laufen, soweit es die Einschränkungen derzeit erlauben. Wir werden jetzt versuchen, die neue Normalität zu leben.“

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Die Dudenrothschule ist ähnlich gut aufgestellt. An der Aloysiusschule hingegen sind Lehrer von der Regelung betroffen. „Wir suchen nach Lösungen, damit die Schüler trotzdem möglichst viel unterrichtet werden“, sagt Spieker. Die betroffenen Lehrer würden weiterarbeiten und die Kollegen auf andere Art unterstützen.

Digitale Erfahrung nutzen

Hilfreich wird da der Erfahrungsschatz, auf den die Grundschulen aus der Zeit vor den Sommerferien zurückgreifen können. „Der digitale Unterricht hat weiterhin einen hohen Stellenwert“, so Buschsieweke. Mittlerweile haben die Grundschulen in Holzwickede dafür sogar ein einheitliches System.

Der digitale Unterricht, wie hier in der Dudenrothschule, soll auch weiterhin Bestandteil des Unterrichts bleiben.

Der digitale Unterricht, wie hier in der Dudenrothschule, soll auch weiterhin Bestandteil des Unterrichts bleiben. © Archiv/Privat

„Man will vorbereitet sein auf einen möglichen, wenn auch vielleicht nur punktuellen zweiten Lockdown“, so Buschsieweke. „Wir machen nicht alles digital. Es gehört dazu, dass die Kinder mit Heften und Stiften hantieren“, so Paulo, trotzdem wolle man den digitalen Unterricht fortführen.

Die Aloysiusschule hat dank digitaler Tafeln die Möglichkeit, auch Lehrer, die weiterhin zuhause bleiben müssen, ins Klassenzimmer zu schalten. „So kann der Klassenlehrer trotzdem mit dabei sein.“ Bei einem zweiten Lockdown „können wir auf das zurückgreifen, was wir vor den Ferien gelernt haben“, so Spieker.

Unterricht im Freien

Den Unterricht in Corona-Zeiten einfach mal nach draußen zu verlagern, ist eine Option, mit der auch die Schulen in Holzwickede liebäugeln. Die Umsetzung ist jedoch schwieriger. „Wir haben für das nächste Jahr ein grünes Klassenzimmer beantragt“, so Paulo von der Nordschule. „Bislang haben wir dafür nicht die Möglichkeiten.“

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An der Aloysiusschule werde der Draußenunterricht flexibel gehandhabt. „Den Regeln nach müsste bei Draußenunterricht wieder eine Maske getragen werden“, sagt Spieker. „Wir werden in Ruhe besprechen, wie wir damit umgehen. Aber ich war schon immer ein Freund von Draußenunterricht.“

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