Holzwickederin ließ Kinder in verrauchter Wohnung zurück: Jetzt ist das Urteil gesprochen

dzProzess gegen Mutter

Eine Kurzschlussreaktion, die zum Drama führte: So urteilt das Gericht nach einem schweren Brand in einer Holzwickeder Wohnung, der für zwei Jungen fast zum Verhängnis wurde.

Holzwickede

, 06.12.2019, 14:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die 27-jährige Angeklagte wurde wegen fahrlässiger Brandstiftung und fahrlässiger Körperverletzung zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Das bedeutet: Sollte das Urteil rechtskräftig werden, müsste die junge Mutter die Strafe tatsächlich im Gefängnis absitzen.

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Die Tat vom 18. Mai hatte in der Gemeinde für Fassungslosigkeit gesorgt. Die 27-Jährige war betrunken mit ihren beiden Kindern vom Fußballgucken nach Hause gekommen, als es zum Streit mit ihrem Lebensgefährten gekommen war. Der Freund war nämlich nicht wie angekündigt auch nach Hause gefahren, sondern teilte ihr am Telefon unmissverständlich mit, dass er vorhabe, an diesem Abend weiter feiern zu gehen.

Videogespräch mit Cousin des Mannes

Als sie ihren Partner in der Folgezeit dann nicht mehr persönlich erreichte, rief die 27-Jährige in ihrer Wut und ihrer Enttäuschung den Cousin des Mannes an. Minutenlang führte sie mit diesem ein Videogespräch – in der sicheren Erwartung, dass ihr Freund bei seinem Cousin ist und alles mithört. Schließlich nahm die Frau einen Stapel Wäsche ihres Partners und zündete diese an. „Ich dachte, das würde ihn dazu bringen, nach Hause zurückzukommen“, sagte die Angeklagte vor Gericht.

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Tatsächlich aber hatte sie mit der unbedachten Aktion ein Drama in Gang gesetzt, das sich kaum noch beherrschen ließ. Das Feuer geriet außer Kontrolle – und die Frau in Panik. Schließlich rannte sie aus der Wohnung, um Hilfe zu holen. Dabei ließ sie ihre beiden schlafenden Söhne alleine im Kinderzimmer zurück.

Feuerwehr rettete Jungen aus der verqualmten Wohnung

Erst die Feuerwehr schaffte es später, die Jungen aus der bereits total verqualmten Wohnung zu retten. Ein Nachbar, der zuvor versucht hatte, zu den Kindern vorzudringen, erlitt – wie die beiden Kinder – eine schwere Rauchvergiftung. Einer der Jungen schwebte zwischenzeitlich sogar in Lebensgefahr.

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Die Staatsanwaltschaft war zunächst davon ausgegangen, dass die Angeklagte das Feuer absichtlich gelegt hat und dabei zumindest in Kauf nahm, dass die übrigen Hausbewohner bei dem Brand sterben konnten. Die Anklage wegen versuchten Mordes ließ sich jedoch im Laufe des Prozesses nicht mehr halten. Am Ende war für jeden offensichtlich, dass es sich bei der Tat um eine fahrlässige Kurzschlussreaktion handelte und die 27-Jährige entsprechend überhaupt keine Tötungsabsicht hatte.

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