Holzwickeder versteckt gesuchten Freund im Schrank und landet dafür selbst vor Gericht

dzWegen versuchter Strafvereitelung verurteilt

Nach einem Haftbefehl suchte die Polizei im Winter einen Mann – und fand ihn im Schrank eines Holzwickeders. Wegen versuchter Strafvereitelung soll der nun selbst ins Gefängnis.

von Sylvia Mönnig

Holzwickede

, 19.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Mitte Februar erhielten die Ermittler einen Tipp: Der Gesuchte sollte sich in der Wohnung des Holzwickeders aufhalten. Beamte fuhren zu dem 42-Jährigen. Er wollte zunächst nicht öffnen und versicherte, den Anderen nicht zu kennen. Als die Polizisten die Forderung, eingelassen zu werden, deutlicher formulierten, öffnete er die Tür ein Stück und erklärte nun, den Mann lediglich flüchtig zu kennen und etwa ein Jahr nicht mehr gesehen zu haben.

Letztlich konnten die Beamten eintreten, sollten aber nicht in das Schlafzimmer gehen, weil dort die kleine Tochter schlafe. Tatsächlich lag das Kind dort, doch das offenbar noch nicht lange. Denn, so erinnerten sich die Polizisten später, das Bett im eigentlichen Kinderzimmer war noch warm. Ein Beamter sah in den Schrank und blickte auf zwei nackte Füße.

Angeklagter bleibt bei seiner Version

Bereits vor Monaten befasste sich das Amtsgericht Unna mit dem Fall und schon damals stellte der angeklagte Holzwickeder den Versuch, seinen Bekannten vor der Polizei zu verbergen, vehement in Abrede. Er habe weder von dem Haftbefehl gewusst, noch habe er geahnt, dass sich der Mann überhaupt noch in seiner Wohnung befand. Er sei davon ausgegangen, dass er längst wieder gegangen sei.

Bei der Version blieb er auch, als der Prozess nun neu aufgerollt wurde – mit dem Gesuchten als Zeugen. Der schlug in die gleiche Kerbe. „Er wusste nicht, dass ich mich noch in der Wohnung befand“, betonte er und fügte hinzu: „Ich wusste selbst nicht, dass ich von der Polizei gesucht wurde.“ Die Beamten stellten das Ganze allerdings anders dar.

„Ich glaube nicht, dass Sie nicht wussten, dass er in der Wohnung war“, brachte es der Richter letztlich auf den Punkt. Für den Angeklagten, alleinerziehender Vater eines kleinen Mädchens, endete es bitter. In Anbetracht etlicher Vorstrafen und laufender Bewährung wurde er zu sechs Monaten Haft verurteilt. Und diese Strafe, die nicht rechtskräftig wurde, soll auch nicht zur Bewährung ausgesetzt werden.

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