Die Kontaktbeschränkungen erfordern ein Umplanen, das nicht in allen Sportarten möglich ist. Auch die Hallennutzungsmöglichkeiten stellen die Vereine vor Herausforderungen.

Holzwickede

, 21.06.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Sportabzeichen hat wie viele andere Angebote im Freien wieder begonnen, Fitness-Studios nehmen ihren Betrieb wieder auf. Die Turngemeinde Holzwickede (TGH) und der Holzwickeder Sport Clubs (HSC) kämpfen indes noch mit den veränderten Bedingungen für den Hallensport. Kleinere Gruppen und zeitliche Einschränkungen bei der Hallennutzung sorgen für Herausforderungen und Sorgen.

Geteilte Gruppen oder keine Angebote

„Wir sind im Moment ganz schön im Stress“, sagt Susanne Werbinsky, Leiterin des HSC. „Wir sind jetzt im Zugzwang, wieder Sport anzubieten.“ Erst am Montag war auch Kontaktsport mit bis zu zehn Personen unter Einschränkungen in der Halle wieder erlaubt worden. Ihren Gesundheitssport gibt es in acht verschiedenen Kommunen, „und die haben alle unterschiedliche Regelungen“, so Werbinsky. „Wir sind da auf den Gutwill der Kommunen angewiesen.“

In Holzwickede hat der HSC das Glück, auch zwei eigene Räume in der Geschäftsstelle zu haben, in der sie ihren Sport anbieten können. „Wir haben viele Gruppen geteilt, um die Teilnehmerzahl zu verringern. Einige Teilnehmer wollen derzeit auch gar nichts machen, weil sie zur Risikogruppe gehören.“

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Der TGH bietet indes noch keinen Hallensport an. „Zwei Wochen vor den Sommerferien macht das wenig Sinn“, sagt Vorsitzender Peter Wehlack. „Wir müssten beim Geräteturnen die Geräte nach der Nutzung immer desinfizieren.“ Das wäre unmöglich, weshalb man die kommenden sieben Wochen und die Entwicklung in Bezug auf die Corona-Maßnahmen abwarten möchte. „Dann schauen wir auf die Situation und können den Betrieb hoffentlich wieder eingeschränkt aufnehmen.“ Einzig einige Angebote, wie zum Beispiel den Fitnesssport, habe man nach draußen verlegt, soweit das möglich gewesen sei.

Keine Aufnahme von Neumitgliedern

Die neuen Regelungen zwingen den HSC auch zu Maßnahmen, die keinem gefallen. „Wir können derzeit keine neuen Reha-Sport-Anfragen annehmen. Die kommen nur auf eine Warteliste“, sagt Werbinsky. Der HSC konzentriert sich derzeit vor allem auf die Mitglieder, die bereits Kurse oder Angebote bei ihnen wahrnehmen. „Wir wollen den Kontakt zu ihnen nicht verlieren. Unsere Mitglieder sollen wissen, dass wir an sie denken.“ Denn die Sorge, dass sich Mitglieder anderweitig umsehen und zu einem Fitnessstudio abwandern, ist da.

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„Da machen unsere Trainer sehr viel und bleiben mit ihren Teilnehmern in Kontakt.“ Auch schon in der Zeit, als das Training noch nicht wieder möglich war. Zum Glück, so Werbinsky, treffe man bislang vor allem auf viel Verständnis und Geduld.

Sorgen macht sich auch der TGH. „Wir werden etwas brauchen, bis wir wieder richtig zueinanderkommen“, sagt Wehlack. Allerdings vertraut man auf die Bindung zu seinen Vereinsmitgliedern. Es ginge beim TGH um mehr als nur Sport machen, das gemeinschaftliche Sporttreiben stehe im Vordergrund und das „wollen die Leute ja umso mehr nach den Kontaktbeschränkungen“.

Hoffnung auf Training in den Ferien

Mit Blick auf die Ferien hofft der HSC, zumindest seine gewohnten Zeiten in der Hilgenbaumhalle wieder in Anspruch nehmen zu können, um „überhaupt etwas anbieten zu können“, so Werbinsky. „Wir wären schon mit zwei Mal zwei Stunden zufrieden.“

Die Hilgenbaumhalle hat in den ersten drei Wochen der Ferien wieder geöffnet. Vereine wünschen sich mehr.

Die Hilgenbaumhalle hat in den ersten drei Wochen der Ferien wieder geöffnet. Vereine wünschen sich mehr. © Roman Grzelak

Sie hegt den Wunsch, dass diesen Sommer ausnahmsweise mehr Hallen in Holzwickede geöffnet werden. Hoffnungen, die auch der TGH teilt, da der Sommer laut Wehlack „eine ideale Chance wäre, das verpasste Training etwas aufzuholen und sich auf die Saison vorzubereiten“.

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Das ist laut Matthias Aufermann vom Fachbereich Schule, Sport und Kultur der Gemeinde allerdings nicht möglich. Die Rausinger Halle sei noch für den Rat vorbehalten und die Dudenrothhalle schließe in den Ferien. Nur die Hilgenbaumhalle öffne in den ersten drei Wochen. „Das ist ein kompliziertes Zusammenspiel verschiedener Fachbereiche.“ Denn die Öffnung einer Halle bringe Veränderungen bei Personal und Technik mit sich, die so kurzfristig nicht mehr umsetzbar wären.

Gespräche für Änderungen in der Zukunft

Allerdings „haben wir derzeit Gespräche mit dem Ortsverband für Sport, wie wir das in Zukunft vielleicht besser machen können.“ Dann wäre es eventuell vorstellbar, die Halle auch zum Ende der Ferien zu öffnen.

Udo Wiesemann, Leiter des Ortsverbandes für Sport, ist „froh, dass derzeit an festgeschriebenen Gesetzen gerüttelt wird“. Er kann die schwierige Situation der Vereine verstehen, weil viele Gruppen größer als zehn Personen sind und die Örtlichkeiten oft nicht ausreichen. Viele wären gezwungen, Alternativen draußen zu entwickeln, was aber nicht bei allen Sportarten möglich sei. Mit Blick auf die Gespräche mit der Gemeinde zeigt er sich allerdings hoffnungsvoll, dass sich die angespannte Zeit in den Sommerferien vielleicht in Zukunft ändere.

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