Holzwickeder Kinder übernehmen Patenschaft für 14 Koalas in Australien

dzKoala-Hilfe

Lennard Przybylski und Jonathan Nübel haben mit ihren Freunden eine Spendenaktion für verletzte Koalas organisiert. Dabei kam mehr zusammen, als die Kinder erwartet hatten.

Holzwickede

, 14.02.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist der Wunsch zu helfen, der die Freunde dazu bringt, eine Spendenaktion auf die Beine zu stellen. Lennard Przybylski und Jonathan Nübel gehen beide in die vierte Klasse der Dudenroth-Schule in Holzwickede. Als sie durchs Fernsehen und über Soziale Medien erfahren, dass in Australien Brände wüten und viele Tiere vom Feuer verletzt werden, wollen sie helfen.

Gemeinsam mit ihrer Freundin Luise sowie ihren Geschwistern entsteht die Idee. „Wir haben überlegt, wie wir der Umwelt helfen können“, sagt Jonathan. Sie wollen sammeln und die Patenschaft für mehrere Koalabären in einem Koalakrankenhaus in Australien nehmen. Der achtjährige Jonathan sammelt bei den Nachbarn, kommt auf rund 70 Euro, doch das reicht den Freunden nicht. Sie wollen mehr Leute erreichen.

Mit Kuschelkoala Spendenstand im Supermarkt

Rund zwei Wochen dauern die Vorbereitungen. Bei Nübels werden fleißig Kekse in Koalaform gebacken, bei Przybylskis wird gebastelt, was das Zeug hält.

So entstehen die Kekse, Leseecken für Bücher in Koala-Form und mit Koala-Motiv bemalte „Glückssteine“, wie Lennard erklärt. Ein Dankeschön für jeden, der spendet.

Holzwickeder Kinder übernehmen Patenschaft für 14 Koalas in Australien

Wer gespendet hat, durfte als Dankeschön den Plüsch-Koala knuddeln oder einen der Koala-Glückssteine mitnehmen. © Lisa Dröttboom

Vergangenen Samstag war es dann soweit: Mit einem großen Kuschelkoala, den kleinen Dankeschöns und mehreren Plakaten machten sie sich auf den Weg in den Rewe an der Hauptstraße. Dort durften sie ihren Spendenstand vor den Kassen für ein paar Stunden aufbauen. „Wir haben da nachgefragt und die Erlaubnis bekommen. Das ging alles ganz unkompliziert“, erzählt der Neunjährige.

Für 14 Koalas wird die Patenschaft übernommen

Ein Freund, der von der Aktion der Kinder gehört hat, ist ebenfalls mit von der Partie. Er liebt Koala-Bären, hat sich sogar ein entsprechendes Kostüm für Karneval organisiert, das er kurzerhand anzieht. So bekommen die Kinder bärige Unterstützung im Eingangsbereich des Supermarkts.

„Wir hatten auf knapp hundert Euro gehofft“, erzählt Jonathan. Schon während der zweistündigen Aktion wird allerdings klar: Es wird mehr werden.

Am Ende sind es rund 350 Euro, die zusammenkommen. Ein paar Freunde und Bekannte der Eltern, die es zeitlich nicht zum Spendenstand geschafft haben, geben auch noch etwas dazu. Das Geld reicht, um die Patenschaft für vierzehn Koalas in Australien zu übernehmen.

Geschichte der Koalas nachlesen

„Das haben wir auch gleich noch am Samstag gemacht“, verkündet Lennard stolz. Auf der Seite des Krankenhauses können die Kinder die Geschichten der einzelnen Koalas nachlesen: Wie sie dorthin gekommen sind, wie sie heißen, wo sie aufgesammelt wurden.

Holzwickeder Kinder übernehmen Patenschaft für 14 Koalas in Australien

Lennard Przybylski (l.) und Jonathan Nübel haben sich intensiv mit dem Thema Australien und Hilfe für Koalas beschäftigt. © Lisa Dröttboom

„Einer meiner Koalas ist blind“, erzählt Lennard. „Und einer von meinen wurde von einem Hund angegriffen“, ergänzt Jonathan.

Die Urkunden für ihre Patenschaft haben die Kinder bereits bekommen. Zusammen mit einer Überraschung: Eine Lehrerin von ihnen, die gerade in Australien ist, hat das Krankenhaus besucht und ihnen einige Fotos geschickt. Von ihren Lehrern bekommen die Kinder viel Lob für die Aktion.

Weitere Aktionen geplant

Und sie wollen mehr. „Wir wollen die Aktion gerne nochmal im Edeka und in der Schule machen“, sagt Lennard. Dafür müssen sie allerdings erst noch ein paar Vorbereitungen treffen.

Zuvor steht noch etwas anderes an. Die Kinder wurden zur Australien-Disko in die Treffpunkt Villa am kommenden Freitag eingeladen, um den Kindern dort von ihrer Aktion zu erzählen. Auch ein Handout wollen die Kinder vorbereiten. Sie wollen zeigen, was sie erreicht haben – und dass das jeder kann. Mit vierzehn Patenschaften für Koalas wollen sie sich noch nicht zufrieden geben.

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