Dr. Udo Pappert war einer der beiden Ärzte, die sich beim Impfauftakt fürs Holzwickeder Schul- und Kitapersonal in der Hilgenbaumhalle um den medizinischen Part gekümmert haben. © Michael Neumann
Coronavirus

Holzwickeder Hausarzt hat drei klare Forderungen fürs Impfen in der Praxis

In dieser Woche erreichen erste Impfdosen auch die Hausärzte. Damit das Impfen künftig beim Hausarzt klappt, müssen für Holzwickedes Dr. Pappert noch drei Kriterien erfüllt werden.

All zu stressig könne der Impfstart in seiner Praxis an diesem Donnerstag nicht werden: „Ich habe nur zwölf Dosen Biontech-Impfstoff hier“, sagt Dr. Udo Pappert. Der wiederum ist, nach der für Hausärzte gültigen Priorisierung, für die Generation Ü80 vorgesehen. Wer es aus dieser Altersgruppe noch nicht ins Impfzentrum nach Unna geschafft hat, kann nun bei seinem Arzt in der Praxis oder per Hausbesuch geimpft werden.

Wobei Letzteres eher theoretischer Natur ist: „Der Stoff ist nur zwei Stunden bei Raumtemperatur haltbar. Zur Anfahrt kommt noch der bürokratische Aufwand durch das Nachhalten der Impfungen und das Aufklärungsgespräch“, sagt Dr. Pappert. Biontech-Dosen seien daher für den Hausbesuch kaum geeignet.

Und Astrazeneca-Impfstoff für Menschen über 60 Jahre? Den hat er noch nicht und weiß auch nicht, wann und in welchen Mengen er Dosen bekommt. Neben weniger bürokratischem Aufwand, der im Vergleich etwa zur Grippeimpfung ungleich höher sei, ist es für den Hausarzt zwingend nötig, mit genauen Impfstoffmengen planen zu können.

„Wir Ärzte müssen wissen, mit welchen Dosen wir in den kommenden vier Wochen arbeiten können“, so Dr. Pappert. Das wiederum würde an anderer Stelle für Entlastung sorgen: am Telefon. „Wir können den Menschen keine Termine geben, weil ich nicht weiß, wie viele Dosen ich nächste Woche haben werde. Dann heißt es seitens der Patienten meist: ‚Aber denken Sie an mich, wenn was kommt.“

Die ersten zwölf Impfdosen schnell verplant

Momentan ergeben Terminanfragen wenig Sinn. Im Gegenteil sind es die Praxiskräfte, die aktiv auf Patienten des Hausarztes zugehen und bei der überschaubaren Zahl an Biontech-Dosen und angefangen bei den Ältesten abfragen, wer eine Impfung benötigt. Die ersten zwölf Spritzen waren zügig vergeben.

Bei entsprechenden Impfstoffmengen, könnte Dr. Udo Pappert in seiner Praxis am Markt bis zu 100 Menschen pro Woche impfen. © Christian Greis © Christian Greis

Ungeachtet räumlicher Limitierungen in puncto Abstand halten, im Wartezimmer sind aus einst 16 derzeit vier Stühle geworden, ist sich Dr. Pappert sicher, dass er bei entsprechenden Lieferungen 80 bis 100 Patienten in der Woche in seiner Praxis am Markt impfen könnte. Kämen Wochenend-Termine in der Hilgenbaumhalle hinzu, könnte das Impfen an Fahrt aufnehmen.

Diesbezüglich spricht er sich für einen dritten Punkt aus: „Wenn der Astrazeneca-Impfstoff da ist, dann jeden impfen ab 60 Jahren, der will.“ Durch die aktuelle Altersvorgabe, den Stoff ab 60 Jahren zu verimpfen, ist es für den Arzt irrelevant, ab dieser Altersstufe zu priorisieren. Es koste nur wertvolle Zeit.

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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Christian Greis
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