Holzwickeder Feuerwehr hilft bei Einsätzen auf der A1 aus

dzBaustelle erfordert besondere Maßnahmen

Geduld ist dieser Tage auf der A1 zwischen dem Kreuz Unna und der Ausfahrt Schwerte gefragt. Baustellen behindern den Verkehr. Wenn es dann kracht, wird es auch für die Feuerwehr schwierig.

Holzwickede

, 22.10.2018, 16:01 Uhr / Lesedauer: 3 min

Normalerweise sind die Feuerwehren aus Unna und Schwerte für Einsätze auf der Autobahn 1 zuständig. Durch die Bezirksregierung werden die Zuständigkeiten normalerweise so geregelt, dass die Wehren ausrücken, in deren Bereich sich die Auffahrten befinden. Daher sind die beiden Züge der Freiwilligen Feuerwehr Holzwickede eigentlich nur für den Abschnitt der B1 von Dortmund-Sölde bis zum Kreuz Unna zuständig. Weil mehrere Baustellen auf der A1 zwischen Unna und Schwerte aber mitunter die Anfahrten für die Kameraden erschweren, rücken aktuell auch die Holzwickeder aus, wenn es auf der A1 zum Unglück kommt.

Zum Unfallschwerpunkt hat sich in den vergangenen Wochen vor allem der Bereich in und um die Baustellen zu Brückenneubauten auf Höhe der Holzwickeder Straße und auf Höhe Schwerte-Lichtendorf entwickelt. Straßen.NRW baut hier bei laufendem Verkehr, für die Holzwickeder hat das zur Folge, dass seit Beginn der Sommerferien Mitte Juli die Holzwickeder Straße nicht befahrbar ist, weil die Straße für den Brückenneubau tiefergelegt werden muss. Die Arbeiten hier dauern aktuell schon fast zwei Monate länger als geplant.

Unfallrisiko steigt durch Baustellen

Die A1 zwischen der Ausfahrt Schwerte und dem Kreuz Unna in Richtung Köln wird normalerweise von der Feuerwehr Unna bedient. In der Gegenrichtung gen Bremen rücken bei einem Einsatz die Kameraden aus Schwerte aus. Durch die Brückenneubauten und der damit verbundenen Fahrbahnverlegungen in der Baustelle kommen auf die Wehren neue Herausforderungen zu. Das Unfallrisiko steigt aktuell durch Staus vor den Baustellen, durch die verengten Fahrbahnen und auch durch Gaffer. Deshalb haben die Feuerwehren aus Holzwickede, Unna und Schwerte eine gesonderte Alarm- und Ausrückordnung erstellt.

Die regelt konkret, dass die Kreisleitstelle Unna im Unglücksfall auf der Autobahn 1 zwischen dem Kreuz Unna und der Ausfahrt Schwerte alle drei Wehren zeitgleich alarmiert – egal in welcher Fahrtrichtung beispielsweise ein Verkehrsunfall passiert ist. Daraufhin rücken von drei Seiten die Kameraden aus. Staut sich der Verkehr bereits und werden die Wehren aus Schwerte und Unna dadurch aufgehalten, bleiben noch die Holzwickeder. Die können mit ihrem zweiten Zug zügig von Hengsen aus über Opherdicke zur A1 fahren. Zug I muss aber einen Umweg einkalkulieren, da die Zufahrt zur Autobahn nur aus Richtung Opherdicke gegeben ist.

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So verhalten Sie sich richtig

Wichtig für alle Einsatzkräfte bei einem Einsatz ist natürlich, dass sie eine Rettungsgasse vorfinden. Bei zweispurigen Fahrbahnen fahren Verkehrsteilnehmer auf der linken Spur nach links, auf der rechten Spur nach rechts und bilden mittig eine Gasse. Ist die Fahrbahn dreispurig, wird die Gasse zwischen der linken und der mittleren Fahrbahn gebildet. „Ich kann verstehen, dass das in einer Baustelle nicht so einfach und auch stressig für Verkehrsteilnehmer ist“, sagt Feuerwehrsprecher Marco Schäfer. Sein Tipp: Wer kann, sollte noch vor einer Baustelle an die Seite fahren. „Im besten Falle wird die Baustelle dadurch freigefahren“, sagt Schäfer. Bei einem Unfall in einer Baustelle wäre das der Optimalfall. Schäfer weiß aber auch, dass das meist nicht vorkommt.

Die Einheitsführer der drei Wehren stehen während eines Einsatzes in ständigem Funkkontakt. Sollten die Schwerter oder Unnaer Einsatzkräfte die Unglücksstelle über die Autobahn nicht schnell genug erreichen, werden die Holzwickeder Fahrzeuge auf die Autobahn geordert und nutzen dafür an der Holzwickeder Straße eine Notauffahrt an der Brückenbaustelle. „Diese Rampen tragen ja auch die schweren Baustellenfahrzeuge, müssen aber natürlich vernünftig ausgebaut sein und Fahrzeuggewichte von rund zehn Tonnen aushalten“, sagt Feuerwehrsprecher Marco Schäfer.

Die Sonderregelung hat sich in den vergangenen Wochen bereits bewährt. Ende September waren in Richtung Bremen drei Lkw zusammengestoßen, einer der Fahrer hatte ein Stauende übersehen. Ein Beteiligter musste von der Feuerwehr mit technischem Gerät aus seinem Fahrzeug befreit werden. Die A1 musste damals für rund anderthalb Stunden vollgesperrt werden, der Verkehr staute sich auf zehn Kilometern Länge. Die Polizei erfasste damals auch zahlreiche Gaffer. „Das Einsatzkonzept hat gut funktioniert. Unna erreichte die Einsatzstelle über die Mittelleitplanke, die Kameraden aus Schwerte kamen mit den erwarteten Hindernissen durch die Baustelle und wir haben zwei Fahrzeuge zur Unterstützung über die Rampen auf die Autobahn geordert“, sagt Schäfer.

Holzwickeder Feuerwehr hilft bei Einsätzen auf der A1 aus

Am Freitagnachmittag landete ein Auto auf der A1 auf dem Dach. Auch die Holzwickeder Wehr rückte aus, musste aber in diesem Fall nicht eingreifen. © Neumann

Auch am vergangenen Freitagnachmittag rückten die Holzwickeder gen A1 aus, konnten sich den Weg die Rampen hinauf aber sparen. „Die Kollegen waren bereits vor Ort und brauchten unsere Unterstützung nicht“, sagt Schäfer. Frustriert sei niemand bei der Feuerwehr, wenn man quasi „umsonst“ ausgerückt ist. „Dann kehren wir eben wieder um. Wichtig ist nur, dass wir durch die Lösung garantieren können, so schnell wie möglich am Einsatzort zu sein“, so der Feuerwehrsprecher. Die getroffene Sonderregelung gilt vorerst für die kommenden zwei Jahre. Denn bis ins Jahr 2020 hinein werden sich auch noch die Baumaßnahmen an den Brücken zwischen Schwerte und Unna ziehen.

Im kommenden Jahr könnten dann umgekehrt die Holzwickeder Kameraden Unterstützung brauchen, wenn der aktuelle Zeitplan eingehalten wird und auf Höhe der Gemeinde die B1 zur A40 ausgebaut wird. „Wenn der Ausbau startet, wird man die Situation vor Ort entsprechend bewerten müssen“, sagt Marco Schäfer.

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