Doris Volke und ihr Ehemann dürfen nun zwischen Schüren und Aplerbeck stets mit dem guten Gefühl über den Emscherweg radeln, dass ihre Hartnäckigkeit einen großen Anteil am Zustand des Teilstücks hat. © privat
Radverkehr

Holzwickeder bleibt hartnäckig und boxt sanierten Radweg in Dortmund durch

Unübersichtliche Wegeführung, schlechte Untergründe: Das Radwegenetz in der Region hat seine Tücken. Dass Erfolg dem winkt, der sich für bessere Wege einsetzt, zeigen 400 Meter Emscherweg in Dortmund.

Ein Ausflug zum Phoenix-See, ein Marktbesuch in Unna oder ein Abstecher zum Emscherquellhof in Holzwickede: Für alle Ziele bietet sich Radfahrern der Emscherweg als geeignete Route an.

Perfekt ist der Weg aber nicht: Die Routenführung kann Aplerbeck, Holzwickede und auf weiteren Wegen gen Unna durchaus verwirren. „Man trifft durchaus Radfahrer aus Dortmund, die in Holzwickede nicht wissen, wie sie weiter nach Unna kommen“, sagt Hermann Volke.

Als Mitglied im ADFC-Ortsverein und leidenschaftlicher Radfahrer kennt Volke sich in der Umgebung aus. Und auch wenn er weiß, dass es Eigentümerverhältnisse schwer machen können, eine durchgängige Wegeführung für Radfahrer in hoher Qualität umzusetzen – über abschüssige Wege und Schlaglöcher ärgert er sich zurecht.

Drei Jahre lang immer wieder Schreiben an die Stadt Dortmund

Weil ein entsprechender Abschnitt des Emscherweges in Verantwortung der Stadt Dortmund liegt, wollte es der Holzwickeder nicht hinnehmen, dass Wildwuchs, hochstehende Kanaldeckel, Wasserlachen und Schlamm nach Regen den Fahrspaß trüben und zum Sicherheitsrisiko werden.

Vor drei Jahren schrieb Volke die erste Email an die Stadt Dortmund, mit Verweis auf genannte Zustände auf rund 400 Metern des Emscherweges zwischen Schüren und Aplerbeck.

„Dort war der Weg sehr schmal und holprig, so dass es keinen Spaß macht, dort zu fahren. Wir nutzten dann oft die Weiterfahrt über die Straße, was sicher nicht im Sinn eines Radweges sein sollte“, sagt Volke, der gerne mit Ehefrau Doris unterwegs ist. Von der Stadt Dortmund seien in der Folge abwechselnd Versprechungen und Vertröstungen gekommen.

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ADFC-Mitglied Hermann Volke

Hermann Volke blieb mit Unterstützung der eigenen ADFC-Ortsgruppe sowie der Aplerbecker Radfahrer-Vertretung hartnäckig und schrieb immer wieder neue Emails. Nach drei Jahren hatte sich die Geduld ausgezahlt: Ende 2020 war das gut 400 Meter lange Teilstück des Emscherweges plötzlich asphaltiert. „Für den Einsatz von Hermann und Doris müssen wir uns bedanken“, sagt denn auch Holzwickedes ADFC-Sprecher Uli Lohenstein.

Hermann Volke würde sich wünschen, dass sich Städte und Gemeinden beim Thema Radwege mehr bemühen und auch untereinander besser koordinieren. „Es ist ja leider überall so, dass es Stellen gibt, die Radfahrern Probleme machen.“ Speziell in seinem Heimatort hofft der Holzwickeder auf einen Lückenschluss für Radfahrer zwischen Schäferkamp- und Vinckestraße entlang der Bahngleise.

„Auch ein Ersatz für die Brücke bei Middelschulte wäre gut. Die Alternative über die Wiederholt-Brücke ist umständlich und durch den Verkehr und fehlende Radspuren für Radfahrer unangenehm“, weiß Volke. Und auch die Wegeführung entlang der alten B1 gen Unna habe ihre Tücken und enthalte Stellen, die in schlechtem Zustand seien.

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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Christian Greis
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