Die Seilbahn für Holzwickede kommt: Erster Erfolg für „Die Partei“?

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Ein Sessellift aus der Mitte nach Hengsen mit Schloss-Anbindung – eine der Kernforderungen von „Die Partei“ für Holzwickede. Absurd? Nicht ganz. Die Gemeinde verkündete jetzt: Die Seilbahn kommt!

Holzwickede

, 03.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Geschniegelt und gestriegelt saßen Justus Scherding und Jonas Siebert am Montag in der Mensa des Schulzentrums. Beide im Martin Sonneborn-Gedächtnisoutfit; grauer Anzug und rote Krawatte.

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Die beiden Mittzwanziger sind Vorstandsmitglieder des Holzwickeder Ablegers der Satirepartei „Die Partei“. Die beiden ließen es sich nicht anmerken. Aber im Geiste dürften sie in der Hinterbank die Beckerfaust erhoben haben, als sich eine ihrer spitzbübischen Kernforderungen wie von selbst erfüllt hat.

„Wir proben erstmal mit einer kurzen“, sagte Fachbereichsleiterin Stefanie Heinrichs mit Verweis auf den Spielplatz im Emscherpark. Dort soll noch in diesem Jahr eine Seilbahn installiert werden. Gut, das ist jetzt nicht der Sessellift, wie „Die Partei“ ihn sich vorstellt: Aus der Mitte nach Hengsen mit Schloss-Anbindung, um die Ortsteile besser an die Gemeindemitte anzubinden. Aber immerhin: Was im Kleinen klappt, kann im Großen ja nicht so schwierig sein. Und auf den Spielplätzen der Gemeinde tummeln sich schließlich die „Letztwähler“, möglicherweise das Potenzial von morgen für „Die Partei“.

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Eines aber hat „Die Partei“ jetzt schon erreicht: Sie ist Thema in der etablierten Politik in Holzwickede. Denn nicht nur Stefanie Heinrichs spielte im Ausschuss auf die Ideen der Spaßvögel an. Auch Ralf Sonnenburg konnte sich bei der Vorstellung der Ergebnisse der Freizeitumfrage unter Jugendlichen einen kleinen Einschub nicht sparen: „‚Die Partei‘ hat ja die Seilbahn schon angekündigt – aber man sollte das wirklich ernst nehmen und mal ernsthaft überlegen, wie man die Anbindung der Ortsteile verbessern kann“, sagte der Leiter des Treffpunkts Villa.

Seilbahnen können laut Experten eine Lösung sein

Übrigens: So absurd, wie man die Idee für Holzwickede auch finden mag, ist sie im Kern gar nicht. Denn unter Experten gelten Seilbahnen durchaus als Lösung für viele Verkehrsprobleme. In Köln beispielsweise wird derzeit der Bau einer 33 Kilometer langen Seilbahn diskutiert, die rund 7000 Fahrgäste pro Stunde über den Rhein befördern soll. In der Domstadt allerdings geht‘s um zu starke Verkehrsbelastung. In Holzwickede geht es dagegen vor allem um die Frage, wie sich die Ortsteile Hengsen und Opherdicke besser an die Ortsmitte anbinden lassen. Da wären Busse dann wohl doch die bessere Alternative als eine kostspielige Seilbahn.

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