Aus dem Museumscafé wird ein Bistro: Die kulturelle Perle Haus Opherdicke bekommt bald eine adäquate Gastronomie. Und damit sie wachsen kann, sollen Kunstwerkstatt und -lager umziehen.

Holzwickede

, 02.08.2019, 15:23 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Kreis Unna will Haus Opherdicke noch attraktiver machen, und dazu gehören neben einem erweiterten gastronomischen Angebot auch erweiterte Öffnungszeiten desselben. Denn das bisherige „Kulturcafé“ im Keller des Hauptgebäudes von Haus Opherdicke krankte daran, dass es an die Öffnungszeiten der Kunstausstellungen gebunden war. Um 17.30 Uhr war Schluss, auch an Wochenenden, auch bei bestem Wetter, wenn die Außenterrasse über der Gräfte mit ihrem herrlichen Blick aufs Ruhrtal geradezu nach Gästen „schrie“.

Das fand nicht nur der Kreis als Hausherr schade, sondern es bedauerten auch die vielen Wanderer, Radtouristen und sonstigen Ausflügler, die Haus Opherdicke neben den Besuchern der Kunstausstellungen gerade in den Sommermonaten anzieht.

Haus Opherdicke wird noch schöner: Bistro mit Blick aufs Ruhrtal öffnet im September

Im Inneren des Cafés hat sich bereits einiges getan. Die Decke und die Wände haben einen frischen Anstrich erhalten, die „kantinenweißen“ Tischplatten wurden durch moderne Vollholzplatten ersetzt. © Udo Hennes

Deshalb wird aus dem Kultur-Café nun ein Bistro, das nach einer laufenden Umbauphase zum September öffnen soll. Wie Kreisdirektor Mike-Sebastian Janke unserer Redaktion am Freitag in einem Vor-Ort-Gespräch verriet, wird das Bistro künftig zumindest freitags, samstags und sonntags bis mindestens 22 Uhr geöffnet sein. Montags bleibt es wie bisher geschlossen, dienstags bis donnerstags soll von 11 bis 17.30 Uhr geöffnet sein. Rund um die Konzerte bleibt es bei der Bewirtung im Vorfeld und in den Pausen.

Als Betreiber des Bistros wird der Kreis Unna selbst fungieren. Der Kreis sucht zwar gerade per Ausschreibung sowohl einen Caterer als auch einen potenziellen privaten Gastronomie-Betreiber, doch unabhängig vom Ausgang soll die Übergangszeit nach der Schließung des Kultur-Cafés Ende Juni so kurz wie eben möglich bleiben.

Haus Opherdicke wird noch schöner: Bistro mit Blick aufs Ruhrtal öffnet im September

Auf der Terrasse ist außer einer Reinigung nichts zu tun – sie wurde schließlich erst Ende 2016 eröffnet. © Udo Hennes

Um das hoffentlich schöne Spätsommer-Wetter noch mitzunehmen, habe es nur eine Lösung gegeben: „Selber machen“, wie Janke sagt.

Dass die Kreisverwaltung das hinbekommt, ist auch Dieter Müller zu verdanken, der vor seiner Laufbahn als Beamter im Service- und Logistikbereich der Kreisverwaltung eine Ausbildung zum Koch absolviert hat.

Müller organisiert den laufenden Um- und Ausbau und bekommt dabei ab September Unterstützung von einer frisch eingestellten Serviceleiterin. Noch dringend gesucht werden Aushilfen auf 450-Euro-Basis, etwa Studenten. Der Personalpool ist vier Wochen vor der geplanten Wiedereröffnung noch zu klein, um die Öffnungszeiten vollständig abzudecken.

Bier und Wein, Brotzeit und Flammkuchen

Die Getränkekarte wird künftig neben Kaffee und Kuchen und nichtalkoholischen Kaltgetränken auch Bier und Wein umfassen, die Speisekarte um Snacks wie einen Brotzeitteller und Mettenden sowie Flammkuchen, Zwiebelkuchen und Quiche lorraine erweitert.

Geplant sei aber kein Speiselokal – dafür gebe es schließlich in Opherdicke bereits die benachbarten Schloßstuben, betont Kreisdirektor Janke.

Denen wolle man keine direkte Konkurrenz machen, sondern vielmehr voneinander profitieren. Wenngleich klar ist: Beim Biergarten in Form der Terrasse gibt es Überschneidungen.

Haus Opherdicke

Servicekräfte gesucht

  • Für das Bistro sucht der Kreis Unna zum 1. September noch Servicekräfte im Gastgewerbe auf 450-Euro-Basis.
  • Bewerbungen sind bis Ende August per E-Mail an bewerbung@kreis-unna.de oder postalisch zu richten an: Kreis Unna, Zentrale Dienste/Personal, Postfach 21 12, 59411 Unna

Die Produktqualität werde dem Ambiente angemessen eine hohe sein, die Preise würden aber so gestaltet, dass es für jedermann erschwinglich bleibe, so Janke weiter. Zurzeit befinde sich der Kreis in aussichtsreichen Verhandlungen mit einer Konditorei aus der Region, die sowohl die süßen als auch die herzhaften Speisen vorproduzieren und anliefern soll. Denn die kleine Küche vor Ort lasse nur letzte Handgriffe, aber nicht die komplette Zubereitung zu. Weil der Vertrag noch nicht unterschrieben ist, will der Kreisdirektor den Namen der Konditorei noch nicht preisgeben.

„Wir werden den Besuchern keine aufgetaute Tiefkühlware vom Großhändler vorsetzen, das würde zum Gesamterlebnis Haus Opherdicke auch nicht passen.“
Kreisdirektor Mike-Sebastian Janke

Sicher sei aber: „Wir werden den Besuchern keine aufgetaute Tiefkühlware vom Großhändler vorsetzen, das würde zum Gesamterlebnis Haus Opherdicke auch nicht passen“, so Mike-Sebastian Janke.

Haus Opherdicke wird noch schöner: Bistro mit Blick aufs Ruhrtal öffnet im September

Arne Reimann und Heinz Kytzia aus dem Kulturbereich des Kreises Unna stehen im ehemaligen Schafstall von Haus Opherdicke, der künftig ein Kunstmagazin und eine Werkstatt beherbergen wird. © Udo Hennes

In nicht allzu ferner Zukunft wird das Bistro übrigens auch räumlich wachsen, wenn die zurzeit noch als Kunstwerkstatt und -lager genutzten Nebenräume frei werden. Der ehemalige Schafstall, der bis in die 1980er-Jahre als solcher genutzt wurde und heute als Lager für Bühnenelemente und Garage dient, wird nämlich ebenfalls umgebaut. Für gut 750.000 Euro, so hat der Kreistag es bereits beschlossen, entstehen darin ein Kunstdepot und eine Holzwerkstatt.

Haus Opherdicke wird noch schöner: Bistro mit Blick aufs Ruhrtal öffnet im September

Kreisdirektor Mike-Sebastian Janke (r.) und Kurator Arne Reimann stehen in der heutigen, etwas beengten Kunstwerkstatt, die im Keller des Hauptgebäudes von Haus Opherdicke untergebracht ist. Nach dem Umzug in den Schafstall soll dieser Raum dem Bistro angeschlossen werden. © Kevin Kohues

Die Lagerkapazität und -bedingungen für die hochwertigen Kunstwerke, die regelmäßig im Haupthaus ausgestellt werden, werden damit verbessert.

Wenn der Keller des Haupthauses dann als Lager nicht mehr gebraucht wird, soll das Bistro um zwei frei werdende Räume erweitert werden.

Haus Opherdicke wird noch schöner: Bistro mit Blick aufs Ruhrtal öffnet im September

Auch dieser Lagerraum soll künftig zum Bistro gehören, die Wand am Ende dafür durchbrochen werden. © Kevin Kohues

Dafür wird lediglich ein Wanddurchbruch vonnöten sein. Dann würde auch der bisher nicht vorhandene Platz für eine größere Kaffeetafel oder ein Frühstücksbüffet zur Verfügung stehen.

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