„Haben gerade das Laufen gelernt“: Besuch im renovierten Bistro auf Haus Opherdicke

dzKlassisches Café

Die Veränderungen Im Bistro auf Haus Opherdicke bemerkt man erst auf den zweiten Blick. Der Kreis Unna wird das renovierte Café wohl langfristig selbst betreiben - und will den Gästen eine gemütliche Atmosphäre bieten.

Holzwickede

, 09.12.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit September ist das Bistro auf Haus Opherdicke nun allein in den Händen des Kreises. Die Suche nach einem Pächter blieb bislang erfolglos, der Kreis Unna ging mit dem Café Mitte September in Eigenregie an den Start. Seitdem kümmert sich stellvertretend für die Verwaltung Dieter Müller aus dem Fachbereich Zentrale Dienste um den Betrieb des Bistros.

Gänzlich umgekrempelt hat der aus Baden-Württemberg stammende Verwaltungsbeamte das Bistro auf Haus Opherdicke nicht. Optisch hat er vielmehr kleine Akzente gesetzt. Elegant, aber auch rustikal kommt das neue Bistro daher.

Öffnungszeiten

Winterzeit im Bistro

  • Über die Wintermonate gelten folgende Öffnungszeiten im Bistro: dienstags bis sonntags jeweils von 12 bis 18 Uhr. Montag ist Ruhetag.
  • Diese Öffnungszeiten gelten bis einschließlich 29. Februar. Vom 23. Dezember bis 6. Januar bleibt das Café wegen Betriebsferien komplett geschlossen.

Die Bedienungen wurden mit einer einheitlichen Dienstkleidung ausgestattet. Ansonsten möchte das Bistro durch ein gemütliches Ambiente überzeugen. „Wir möchten, dass sich unsere Gäste wohlfühlen, wenn sie hier verweilen“, sagt Müller.

Veränderungen im Bistro fallen auf den zweiten Blick auf

Viel hat sich auf den ersten Blick durch die Renovierung des Bistros nicht verändert. Der Raum im Untergeschoss hat einen neuen Anstrich bekommen, ansonsten wurden wenige Details verändert. Auf den Tischen liegen keine Tischdecken mehr, dafür gibt es neue Tischplatten aus dunklem Holz.

„Wir möchten, dass sich unsere Gäste wohlfühlen, wenn sie hier verweilen.“
Bistro-Leiter Dieter Müller

Sie sind aus Sicht von Müller nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch pflegeleichter: „Es muss nichts in die Waschmaschine. Man wischt da einfach drüber und fertig“, sagt der Verwaltungsangestellte mit Gastronomieerfahrung.

„Bin ein Freund vom Landhausstil“

„Ich bin ein Freund vom Landhausstil“, sagt Müller, der bei der Gestaltung des Bistros vor allem auf eine einladende und gemütliche Atmosphäre setzt. Denn die Kunden verweilen dort meist nur kurz: „Die meisten wollen nur in Ruhe ihren Kaffee trinken.“ Dass Gäste über mehrere Stunden bleiben, komme nur selten vor.

Ein Teil der Gäste hat sich zuvor die Ausstellung im Obergeschoss des Hauses angeschaut, aber bei Weitem nicht alle. Die Kunstliebhaber nutzen anschließend im Bistro die Möglichkeit, miteinander über die aktuelle Ausstellung ins Gespräch zu kommen – oder auch über viele andere Themen.

Ein wirklicher Gastronomiebetrieb ist es deshalb eben nicht, vielmehr sieht Müller darin ein klassisches Café. Etwas, das nach Meinung des Verwaltungsbeamten inzwischen immer weniger zu finden ist. „Viele Menschen trinken ihren Kaffee stattdessen in der Bäckerei“, sagt Müller.

„Haben gerade das Laufen gelernt“: Besuch im renovierten Bistro auf Haus Opherdicke

Die Backwaren bekommt das Café von einer Meisterkonditorei aus Iserlohn geliefert. © Borys Sarad


Alternative zum Kaffeetrinken in der Bäckerei

Das Bistro auf Haus Opherdicke sieht er eben als eine attraktive Alternative zu Bäckereien, wo Gäste meist ein Heißgetränk mit einem Stück Torte oder Kuchen genießen. Bei den Backwaren setzt Müller auf die Qualität einer Meisterkonditorei aus Iserlohn, die Müller in höchsten Tönen lobt. Im Vorfeld hat er sich durch viele Torten in der Region durchprobiert, bis er schließlich auf die Fertigkeiten des Betriebs aus dem Sauerland aufmerksam wurde.

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Wer es eher herzhaft mag, der findet im Café auf Haus Opherdicke vor allem leichte Kost: Auf der Speisekarte stehen eher kleine Snacks, kein Schnitzel und auch kein Steak. Stattdessen gibt es etwa Flammkuchen und Suppen auf den Teller: „Wir versuchen, immer saisonale Gerichte anzubieten. Momentan ist zum Beispiel das Wetter für eine gute Kartoffelsuppe“, sagt Müller.

Ausstellung

Realismus aus den Niederlanden

  • Wer sich neben Kaffee und Kuchen auch für Kunst interessiert, der kann sich derzeit eine Etage über dem Bistro niederländische Werke aus dem sogenannten Magischen Realismus anschauen. Seit Mitte September läuft auf Haus Opherdicke nämlich die Ausstellung „Wundersam Wirklich“. Sie dauert noch bis 16. Februar.
  • Die Öffnungszeiten des Museums sind dienstags bis sonntags von 10.30 bis 17.30 Uhr, öffentliche Führungen gibt es sonntags um 11.30 und 14.30 Uhr. Der Eintritt zur Ausstellung kostet 4, ermäßigt 3 Euro. Eine Familienkarte kostet 8 Euro. Für Kinder unter 14 Jahren ist der Eintritt frei.

Die Zeit für eine würzige Tomatensuppe sei inzwischen vorbei. Auf Wunsch von Gästen kann die recht überschaubare Speisekarte aber flexibel erweitert werden. Die Preise des Bistros bezeichnet Müller als durchschnittlich. Für die meisten warmen Gerichte zahlt man zwischen 5 und 10 Euro. Das sei in den meisten anderen Cafés und Bistros ähnlich.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht hat Müller als Bistro-Chef den Vorteil, dass er nicht den gleichen kommerziellen Druck verspürt wie die privat betriebene Konkurrenz. „Wir können hier ganz befreit arbeiten“, sagt Müller.

„Aushilfen sind unser Rückgrat“

Bedient werden die Gäste von einem recht jungen Team, das zum Großteil aus Aushilfen besteht. Die meisten sind im Servicebereich sehr erfahren, manche noch recht frisch im Geschäft. „Sie sind unser Rückgrat“, sagt Müller. Die Resonanz der Gäste auf das Team seit der Eröffnung sei sehr gut gewesen.

„Die Aushilfen sind unser Rückgrat.“
Dieter Müller, Leiter des Bistro auf Haus Opherdicke

Überrascht hat Müller, dass nur wenige Holzwickeder ins Bistro auf Haus Opherdicke kommen: „Die meisten Holzwickeder kennen uns gar nicht“, vermutet er. Es kämen stattdessen vorwiegend Besucher aus den benachbarten Kommunen vorbei. Das sei nicht weiter schlimm. Müller würde sich aber wünschen, dass sich das Bistro zu einem Treffpunkt für Menschen entwickelt, die das typische Ambiente eines Cafés schätzen.

Auch wenn das Bistro „super angelaufen“ ist, müssen sich aber dennoch ein paar Dinge erst richtig einspielen. Mit konstruktiver Kritik gehe man daher offen um, erklärt Müller: „Wir sind gerade erst geboren und haben das Laufen gelernt. Für Olympia reicht es deshalb noch nicht. Wir haben es uns hier jedenfalls sehr hübsch gemacht“, findet Müller.

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