Grundschulkinder lernen den richtigen Umgang mit Abfall in der Ganztagsbetreuung

dzSpielerische Mülltrennung

Ältere Schüler streiken in den „Fridays for Future“-Protesten für ein besseres Klima. An der Nordschule sind die Proteste auch bei den Grundschülern schon Thema - gestreikt wird aber nicht.

21.03.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn der Papa die Pappe nicht in die Blaue sondern in die Graue Tonne wirft dann bleibt das nicht unbemerkt. „Das habe ich meinem Papa gesagt und dann hat er die Pappe in die richtige Tonne geworfen“, sagt Erstklässler Marlon. Zusammen mit fünf seiner Klassenkameraden sortiert er am Mittwoch während der Ganztagsbetreuung an der Nordschule bedruckte Karten, auf denen Glühbirnen, Schuhe, Eierkartons oder ein Blumenkohl zu sehen sind, in bunte Mülleimer ein.

Juliane Wenzel fragt die Kinder ab, welche Symbole in welchen Eimer kommen, und die Erstklässler ordnen erstaunlich sicher zu, was wohin gehört. Nur bei der Frage, ob die braune Papiertüte mit dem Biomüll auch in die Grüne Tonne darf, sorgt für fragende Blicke. Aber das ist ein Aspekt der Mülltrennung, der auch die Erwachsenen verwirrt.

Kinder taten sich beim richtigen Mülltrennen schwer

Als Anerkennungspraktikantin, also Erzieherin im letzten Ausbildungsjahr, war Wenzel aufgefallen, dass die Kinder an der Schule nicht richtig trennen können. „Das lag auch daran, dass die Mülleimer in der Schule farblich vertauscht waren“, sagt Wenzel. Restmüll landete in den Klassenräumen in einem blauen Eimer, Papier in einem grauen. Ein Eimer für Biomüll fehlte komplett. Das hat sich mittlerweile geändert. Angelehnt an die Blauen, Gelben, Grauen und Grünen Tonnen für Papier, Plastik, Rest- und Biomüll wird nun auch in den Räumen der Nordschule getrennt.

In der Ganztagsbetreuung ist mittwochs zudem Umwelttag. Dann befassen sich die Kinder mit entsprechenden Themen. In ihrem Projekt kümmert sich Juliane Wenzel zudem seit Jahresbeginn darum, dass die Kinder die richtige Mülltrennung verinnerlichen. „Wir haben in den Klassenstufen von 1 bis 4 aus jeder Klasse zwei Müllexperten ausgebildet. Die haben das Gelernte wiederum in den Morgenkreisen ihren Mitschülern erklärt“, sagt Wenzel.

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Dass ältere Schüler aktuell freitags für das Klima streiken, sei dabei durchaus auch Anlass, um sich mit dem Thema Umweltschutz zu befassen. „Gerade die Kinder mit älteren Geschwistern bekommen das natürlich mit und bringen das Thema mit an die Schule“, sagt OGS-Leiterin Heike Bartmann-Scherding. Durch den Umwelttag wolle man das aufgreifen und mit Projekten wie der richtigen Mülltrennung begleiten.

„Viele Schüler werden ganz penibel, die zerlegen auch noch den Teebeutel in seine Einzelteile“, sagt Bartmann-Scherding. Zwar kommen Bioabfälle aus der Schulküche beispielsweise in eine entsprechende Tonne, in den Klassenräumen landete die Apfelkitsche aber bis zuletzt im Restmüll.

Müllsammel-AG sorgt für sauberen Spielplatz

Bartmann-Scherding will den Umweltschutz langfristig in die Ganztagsbetreuung einfließen lassen. So gibt es auch eine Müllsammel-AG, in der Kinder aus verschiedenen Klassenstufen dafür sorgen, dass der Spielplatz hinter der Schule sauber bleibt. „Da sind wir dann ein Mal in der Woche zugange. Die Kinder machen auch die Geräte selbst sauber. Wir wollen auch einfach ein Bewusstsein für den richtigen Umgang schaffen.“

Das scheint zu funktionieren. Kontrollfrage an die Kinder: Was macht ihr, wenn ihr mit Mama und Papa spazieren geht und Müll auf dem Weg findet? „Aufheben und in den nächsten Mülleimer tun“, sagt Lara sofort. Müll einfach in die Landschaft werfen? Das sorgt nur für heftiges Kopfschütteln bei den Kindern.

Das Material für ein nächstes Projekt hat Bartmann-Scherding indes schon vor dem Gebäude für die Ganztagsbetreuung an der Nordstraße 58 liegen: Aus den Resten einer Buchenhecke, die vor den Abrissarbeiten hinter dem Rathaus stand, basteln die Kinder dekorative Raumtrenner.

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