Ganz dreister Enkeltrick: Großmutter wird von echter Enkeltochter bestohlen

dzSchmuckkästen entwendet

Bitterer Vertrauensbruch: Eine 22-Jährige bestahl offenbar ihre eigene Großmutter und ließ Schmuck der alten Dame aus Holzwickede verschwinden – darunter kostbare Erbstücke und Raritäten.

von Sylvia Mönnig

Holzwickede

, 04.06.2020, 15:06 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Vorfall ereignete sich laut Anklageschrift am 2. Dezember des Vorjahres in der Wohnung der Holzwickeder Seniorin. Die Enkelin gab vor, so zumindest der Vorwurf, kurz auf die Toilette zu gehen, schlich aber vielmehr in das Schlafzimmer und griff sich zwei Schmuckkästen, die unter dem Bett verstaut waren.

Die Beute: diverse Uhren, Ketten, Armbänder, Ringe, Krawattennadeln, eine Kennedy-Sondermünze und Manschettenknöpfe im Gesamtwert von mindestens 3000 Euro.

Schlimm für die Rentnerin, da sie nicht nur unter dem mutmaßlichen Vertrauensbruch litt, sondern durch den Diebstahl auch wertvolle Erinnerungen verlor. Schweren Herzens erstattete sie Anzeige gegen ihr Enkelkind.

Großmutter und Sohn leiden unter Tat der Angeklagten

Nun hätte der Fall vor dem Amtsgericht in Unna verhandelt werden sollen. Doch von der Angeklagten keine Spur: Sie fehlte unentschuldigt. Lediglich die Großmutter und deren Sohn, der Vater der 22-Jährigen, erschienen zu dem Termin, der ihnen sichtlich naheging.

Die Strafanzeige hielt die 82-Jährige aufrecht, auch wenn es ihr schwerfiel. „Da muss sie jetzt durch. Sie hat es ja selbst provoziert“, erklärte die Seniorin traurig. Sie und auch ihr Sohn deuteten zudem an, dass dies nicht der erste Vorfall dieser Art gewesen sei.

Strafe in Abwesenheit

Mit Blick auf die leere Anklagebank verkündete der Richter schließlich einen Strafbefehl und verurteilte die Abwesende zu 900 Euro Geldstrafe. Auch wurde die Einziehung von Wertersatz in Höhe von 3000 Euro angeordnet. Gegen den Strafbefehl kann die 22-Jährige Einspruch einlegen. In dem Fall wird ihre Sache doch noch verhandelt – vorausgesetzt, sie nimmt den Termin dann wahr.

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