Große Unterschiede in Schulsozialarbeit zwischen weiterführenden Schulen und Primarstufe

dzBeratung und Prävention

Schulsozialarbeiter sind wichtiges Element im Schulalltag, um Kinder abseits dGroße Unterschiede in Schulsozialarbeit zwischen weiterführenden Schulen und Primarstufeer Wissensvermittlung zu unterstützen. So vielfältig die Aufgaben sind, so unausgewogen ist in Holzwickede die Stellenverteilung.

Holzwickede

, 09.12.2019, 13:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um Sozialarbeiter an den Schulen anzustellen, gibt es diverse Modelle. Am Ende stellt sich dabei immer die Frage nach der Finanzierung. Fünf Fachkräfte stehen den sechs Schulen derzeit zur Verfügung. Die Verteilung an den Holzwickeder Bildungseinrichtung ist dabei sehr unterschiedlich.

Finanzierung der Stellen sehr unterschiedlich

Sei fast 20 Jahren ist Zuhrah Roshan-Appel als Sozialarbeiterin am Clara-Schumann-Gymnasium tätig. Sie ist in Vollzeit über die Kommune angestellt. An der Josef-Reding-Schule wiederum kann Dennis Herkelmann arbeiten, weil die Schule für ihn quasi eine Lehrerstelle opfert. Herkelmann wird dadurch über das Land NRW finanziert.

An beiden weiterführenden Schulen ist zudem je eine sonderpädagogische Fachkraft angestellt. Diese sogenannten „Multiprofessionellen Teams“ (MPTs) werden ebenfalls vom Land koordiniert und sollen die Integration durch Bildung für zugewanderte Schüler fördern. Am Schulzentrum sind konkret eine Kommunikations- und eine Theaterpädagogin im Einsatz.

Ein Schulsozialarbeiter für vier Schulen

Anders verhält es sich an den Grundschulen: Hier ist in Simon Geist seit 2014 ein Mitarbeiter für alle vier Einrichtungen zuständig. Seine Stelle wird zu 70 Prozent vom Land und zu 30 Prozent über den Evangelischen Kirchenkreis Unna finanziert.

Die Problematik des Modells wurde kürzlich im Schulausschuss deutlich, als die Fachkräfte Einblicke in ihre Tätigkeiten gaben. So arbeitet Geist einen Tag pro Woche an je einer Grundschule. Den fünften Wochentag nutze er für Bürotätigkeiten – ohne ein eigenes Büro zu haben.

Vielfältiger Aufgabenbereich

Beratung, Bildung, Prävention

  • Wo Lehrkräfte im sozialen Bereich an ihre Grenzen stoßen, treten Schulsozialarbeiter auf den Plan. Sie unterstützen anspruchsberechtigte Eltern bei Anträgen für diverse Zuschüsse, beispielsweise für Ausflüge, Lernförderung oder Mittagessen.
  • Sie stehen Schülern in schwierigen Situationen bei. Trennung der Eltern, Pubertät, Mobbing – die Gründe für Probleme im Schulalltag können sehr unterschiedlich sein.
  • Auf Präventionsarbeit liegt ein weiterer Schwerpunkt. Suchtprävention, Streitschlichtung, Soziales Lernen sowie eigene Arbeitsgemeinschaften gehören ebenfalls zum Aufgabenbereich eines Schulsozialarbeiters.

„Ich muss oft einen Raum suchen. Das gilt auch bei Gesprächen mit Eltern und Schülern. Dann platzen immer wieder Leute rein. Das ist problematisch“, sagte Geist mit Blick auf mitunter sensible Themen. Auch ein eigenes Budget fehle – jede Ausgabe müsse er separat mit den Schulen verhandeln.

„Soziale Probleme fangen nicht an den weiterführenden Schulen an. Wir müssen eine Lösung mit den Grundschulen finden, die eine zweite Stelle schafft“, sagte der Ausschussvorsitzende Michael Klimziak (SPD).

Der Bedarf ist augenscheinlich da: Seit Schuljahresbeginn hat Geist alleine über das Bildungs- und Teilhabepaket rund 100 Familien bei Anträgen für diverse Förderleistungen unterstützt. Kurzfristig versprach in Bernd Kasischke der Erste Beigeordnete, dass man das Sachbudget zum einen von 1000 auf 2000 Euro erhöhen werde und zum anderen an einer festen Raumlösung für den Schulsozialarbeiter arbeite.

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