Glück im Unglück: Neues Fahrzeug erweist sich bei Kelvion-Großbrand als hilfreich

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Der Schock bei der Firma Kelvion dürfte nach dem Großbrand noch tief sitzen. Wie jetzt bekannt wird, hatte sie am Sonntag wohl Glück im Unglück. Die Sache hätte anders ausgehen können.

Holzwickede

, 22.06.2020, 15:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist schon ein bisschen paradox: Der Großbrand auf dem Gelände der Firma Kelvion kam aus Sicht der Holzwickeder Feuerwehr zu einem eher günstigen Zeitpunkt. Zwar sind solche Bilder, wie sie die Mitarbeiter des Unternehmens und die Anwohner rund um die Schäferkampstraße am Sonntag gesehen haben, immer dramatisch. Hätte es dort aber ungefähr drei Wochen früher gebrannt, wäre der Einsatz ziemlich sicher anders verlaufen – und das nicht im positiven Sinne.

Wie Feuerwehrchef Enrico Birkenfeld am Montag auf Nachfrage mitteilt, haben die Einsatzkräfte vor allem einem Umstand zu verdanken, dass sie die Flammen verhältnismäßig schnell in den Griff bekommen haben: Am 2. Juni hat die Holzwickeder Feuerwehr ihre jüngste Anschaffung – einen neuen Einsatzleitwagen (ELW) – vorgestellt.

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Dieser habe beim Großbrand vom Sonntag nicht nur seine Einsatz-Premiere gehabt, sondern auch schon gleich unter Beweis gestellt, warum er für die Einsatzkräfte wichtig ist. Der Wagen ist mit zwei Computern ausgestattet, an denen bereits beim Brandeinsatz am Sonntag zwei geschulte Feuerwehrleute Platz genommen haben. Von dort aus fand die Kommunikation zwischen Einsatzleitung und Leitstelle statt.

Dem neuen Einsatzleitwagen (EWL), den die Gemeinde an die Feuerwehr erst Anfang Juni übergeben hat, war es zu verdanken, dass die Kommunikation vor Ort im Vergleich zu vorherigen Einsätzen dieser Größenordnung spürbar schneller und dadurch auch effizienter erfolgen konnte.

Dem neuen Einsatzleitwagen (EWL), den die Gemeinde an die Feuerwehr erst Anfang Juni übergeben hat, war es zu verdanken, dass die Kommunikation vor Ort im Vergleich zu vorherigen Einsätzen dieser Größenordnung spürbar schneller und dadurch auch effizienter erfolgen konnte. © Gemeinde Holzwickede

Wie Birkenfeld erläutert, hat der ELW den Einsatz bei Kelvion spürbar beschleunigt: „Er war eine sehr große Hilfe“, beurteilt Birkenfeld. Zwar lasse sich nicht genau beziffern, wie groß der Schaden ohne den ELW, der erst Anfang Juni an die Feuerwehr übergeben worden ist, hätte werden können. Der Einsatz hätte aber ohne das neue Fahrzeug zweifelsfrei mehr Zeit in Anspruch genommen.

Und für die Feuerwehr kann Zeit einen wichtigen Unterschied ausmachen: „Die Geschwindigkeit ist bei so einem Einsatz das A und O“, betont Birkenfeld. Eine schnelle und unkomplizierte Kommunikation am Einsatzort sei essenziell.

Einsatz bei Firma Kelvion: Die Brandursache steht noch nicht fest

Neue Erkenntnisse zum Zustand der einsturzgefährdeten Lagerhalle und zur Brandursache gibt es indes nicht: Wie Vera Howanietz, Sprecherin der Kreispolizeibehörde in Unna, auf Nachfrage erklärte, sei der Fall am Montag in die Sachbearbeitung gegangen. Soll heißen: In den kommenden Tagen soll ein Brandinspektor den betroffenen Bereich des Firmengeländes untersuchen und versuchen Hinweise zu ermitteln, wie das Feuer ausbrechen konnte.

Insgesamt war die Freiwillige Feuerwehr Holzwickede in diesem Jahr schon verhältnismäßig gut gefordert: Im April rückte sie zu einem Brand in die Kleingartenanlage am Oelpfad raus. Ein noch unbekannter Brandstifter hatte zwei Lauben angezündet, die in der Nacht auf den 14. April vollständig abgebrannt sind. Die Schwierigkeit bei diesem Einsatz lag allerdings weniger in der Kommunikation: Dort fehlte eine nahe gelegene Wasserquelle, was zu einer logistischen Herausforderung führte.

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