Großbrand in Holzwickede bei der Firma Kelvion: Lagerhalle ist einsturzgefährdet

dzMit Video

In einer Lagerhalle der Firma Kelvion in Holzwickede ist Sonntagmittag ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort. Was gebrannt hat, ermittelt jetzt die Kriminalpolizei.

von Claudia Pott, Carsten Fischer, Michael Neumann

Holzwickede

, 21.06.2020, 12:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Lagerhalle der Firma Kelvion an der Schäferkampstraße 14 in Holzwickede ist am Sonntagmittag gegen 12.26 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Beide Löschzüge der Holzwickeder Feuerwehr waren vor Ort. Sie haben den Brand von den zwei Hallenseiten und zusätzlich mit einer Drehleiter von oben bekämpft.

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Brand bei der Firma Kelvion in Holzwickede

„Normalerweise gehen wir rein und stellen fest, was brennt. Die Herausforderung bei diesem Einsatz war, das wir nicht wussten, was brennt“, beschreibt der Leiter der Feuerwehr Enrico Birkenfeld den Einsatz. Zwar sei die Wehr zunächst ein paar Meter in das Gebäude hineingegangen, um von Innen zu löschen. Doch schnell stand fest, dass es sicherer ist, von außen zu löschen. „Wir waren erst ein paar Meter drin und haben dann festgestellt, dass das Dach runterkommt“, sagt Birkenfeld.

Feuerwehr Holzwickede bekämpfte den Brand von außen

Und so wechselten die Einsatzkräfte zur Außenbrandbekämpfung. Gegen 15.30 Uhr hieß es dann endlich „Feuer aus“. Es folgten Aufräumarbeiten bis etwa 17 Uhr. Die Schäferkampstraße musste während des Einsatzes gesperrt bleiben.

Die dunklen Rauchwolken, die über der Lagerhalle in Holzwickede in den Himmel stiegen, waren schon von weiter Entfernung aus sichtbar.

Die dunklen Rauchwolken, die über der Lagerhalle in Holzwickede in den Himmel stiegen, waren schon von weiter Entfernung aus sichtbar. © Carsten Fischer

Auch eine Warnung über die warn-App NINA wurde vorsichtshalber herausgegeben. Durch den Rauch könnten gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht ausgeschlossen werden, zeigte die App an. Anwohner sollten vorsorglich Fenster und Türen schließen und Klima- und Lüftungsanlagen ausschalten. Verletzt wurde bei dem Einsatz aber niemand.

Eine gesundheitliche Gefahr habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, sagt Birkenfeld im Nachhinein. Das habe die Feuerwehr Schwerte, die ebenfalls vor Ort war, bei einer Messung von Umweltgefahren herausgestellt.

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Viele Einsatzkräfte bei Großbrand in Holzwickede

Die Kollegen aus Schwerte waren jedoch nicht die einzigen Kräfte, die zur Unterstützung ausrückten. Auch das Technische Hilfswerk war vor Ort, um eine statische Beurteilung vorzunehmen. Dabei stellte sich heraus, dass eine Hallenseite einsturzgefährdet ist. Zudem war der Fernmeldedienst des Kreises Unna vor Ort und der Abrollbehälter Atemschutz aus Kamen – ein Container mit nützlicher Atemschutzausrüstung und Atemschutzgeräten.

Durch das Feuer in der Lagerhalle der Firma Kelvion stieg dunkelgrauer Rauch auf, der sich in der ganzen Umgebung verteilte. Anwohnern wurde durch die Leitstelle Unna geraten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Durch das Feuer in der Lagerhalle der Firma Kelvion stieg zwischenzeitlich dunkelgrauer Rauch auf, der sich in der ganzen Umgebung verteilte. Anwohnern wurde durch die Leitstelle des Kreises Unna geraten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. © Michael Neumann

„Der Kreisbrandmeister war auch vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu schaffen und auch das DRK Holzwickede, um uns bei dem heißen Wetter mit frischen Getränken zu versorgen“, zählt Birkenfeld weiter auf. An der Schäferkampstraße herrschte am Sonntag also reges Treiben.

Kriminalpolizei untersucht nun die Brandursache

Und nicht zu vergessen ist freilich die Polizei, die den Einsatzort nach den Löscharbeiten beschlagnahmte. „Die Kriminalpolizei untersucht jetzt die Brandursache“, so Birkenfeld. Er habe keine Vermutung, was den Brand ausgelöst haben könnte. Das herauszufinden, könnte sich als schwierig darstellen, denn das Feuer hat die Halle stark beschädigt.

Was genau alles in der Halle gelagert wurde und ob womöglich ein technischer Defekt den Großbrand ausgelöst hat, ist also noch unklar. Die Eigentümerin der Halle, die Firma Kelvion, produziert laut Unternehmenshomepage Wärmetauscher für industrielle Anwendungen.

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