Auf der Strecke geblieben: VHS-Gruppe will den „Staffelstab“ aufnehmen

dzGemeinde ohne Rassismus

Seit zehn Jahren ist Holzwickede nun „Gemeinde ohne Rassismus“. Die Umsetzung der Selbstverpflichtung ist zuletzt aber eher eingeschlafen. Jetzt plant eine VHS-Gruppe, den „Staffelstab“ zu übernehmen.

Holzwickede

, 10.11.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor fast zehn Jahren ist die Gemeinde die Selbstverpflichtung „Gemeinde ohne Rassismus – Gemeinde mit Courage“ eingegangen. Eine Verpflichtung, die zuvor bereits das Clara-Schumann-Gymnasium eingegangen war und die auf dem Engagement der Aydaco AG und CSG-Schulsozialarbeiterin Zuhrah Roshan-Appel beruhte.

Um dieser Selbstverpflichtung gerecht zu werden, hat die Gemeinde 2010 der Evangelischen Jugend Holzwickede diesbezüglich einen symbolischen Staffelstab übergeben, der von da an alle ein bis zwei Jahre an einen anderen Verein weitergegeben wurde.

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Offen gegen Rassismus einsetzen

Der jeweilige Verein hat sich in dieser Zeit verpflichtet, sich besonders stark gegen Rassismus zu positionieren und das bei offiziellen Veranstaltungen auch nach außen zu präsentieren. Außerdem hatte die Gemeinde eine Zeit lang das Logo der Aktion auf ihre Briefbögen gedruckt. Nach einer mehrjährigen Unterbrechung ist das Logo seit kurzem wieder auf den Schreiben der Gemeinde zu finden.

Im nächsten Jahr feiert die Aktion ihr zehnjähriges Bestehen. Seit 2016 ist der „Staffelstab“ aber praktisch liegen geblieben. Zuletzt hatte ihn laut Website der Gemeinde der Judo-Club Holzwickede entgegengenommen. Danach ist es um die Aktion ruhig geworden.

Staffelstab könnte in die Hand von VHS-Gruppe gehen

Zu ruhig, findet Ortshistoriker Wilhelm Hochgräber. Der Leiter der VHS-Gruppe „Spurensuche NS-Opfer Holzwickede“ findet, dass der gewissermaßen unsichtbar gewordene Staffelstab wieder in die Hand genommen werden sollte und kündigt an, sich dafür stark machen zu wollen, dass seine VHS-Gruppe die Patenschaft des Projektes übernehmen soll.

In Anbetracht der Tatsache, dass sich die VHS-Gruppe ausschließlich mit der NS-Zeit und ihren Opfern beschäftigt, wäre die Patenschaft für Hochgräber hier gut aufgehoben: „Damals hat der Rassismus regiert.“

Auf der Strecke geblieben: VHS-Gruppe will den „Staffelstab“ aufnehmen

Das Logo „Gemeinde ohne Rassismus - Gemeinde mit Courage“ ziert wieder die Briefbögen der Gemeinde Holzwickede. Jetzt plant die VHS-Gruppe „Spurensuche NS-Opfer Holzwickede“, auch die ursprünglich ins Leben gerufene Patenschaft wieder aufleben zu lassen. © Marcus Land

Gruppenleiter hofft auf Zustimmung der Mitglieder

Er hält es für erstrebenswert, dass die Selbstverpflichtung wieder auflebt, muss sich aber im Vorfeld sowohl mit seinen Gruppenmitgliedern als auch mit der Volkshochschule abstimmen. Sollte sein Vorschlag bei der nächsten Gruppensitzung in den kommenden Tagen auf Zustimmung stoßen, will er sich offiziell bei der Gemeinde bewerben.

„Diese Selbstverpflichtung verdient es, öffentlich beachtet und wahrgenommen zu werden“, sagt er. Ob letzlich mit oder ohne „Staffelstab“: Die Spurensucher werden ihre Arbeit auch im kommenden Jahr in die Öffentlichkeit tragen.

Vorstellung der Arbeit im Januar und Gedenktag im März

So möchte die Gruppe am 27. Januar in der Seniorenbegegnungsstätte ihre Arbeit vorstellen. Am 22. März ist in Holzwickede außerdem eine Gedenkveranstaltung anlässlich des 75. Jahrestages einer großflächigen Bombardierung Holzwickedes geplant. Auch eine weitere Stolpersteinverlegung ist geplant – die könnte laut Hochgräber im Oktober 2020 erfolgen.

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