Gemeinde ohne Rassismus: Erst kein Interesse – und jetzt gleich doppelt

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Vor knapp einer Woche hat eine VHS-Gruppe angekündigt, sich mit dem Staffelstab für „Gemeinde ohne Rassismus“ beschäftigen zu wollen. Jetzt soll sie sogar Konkurrenz bekommen.

Holzwickede

, 15.11.2019, 15:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Ortshistoriker Wilhelm Hochgräber käme der Staffelstab bezüglich der Thematik gewissermaßen nach Hause. „Von allen Beteiligten machen wir die meisten Aktionen zur NS-Zeit“, sagt der Leiter der VHS-Gruppe „Spurensuche NS-Opfer“.

Hochgräber hatte bereits vergangene Woche mit einer Bewerbung für den Staffelstab zur Selbstverpflichtung „Gemeinde ohne Rassismus, Gemeinde mit Courage“ geliebäugelt, wollte sich aber erst noch die Zustimmung seiner Gruppe einholen, ehe er sich offiziell bei der Gemeinde bewerben würde.

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Weiterer Interessent für den Staffelstab

Bei einer Versammlung am Donnerstag gaben die Gruppenmitglieder dann grünes Licht. „Die Stimmung war einhellig“, sagt Hochgräber. Am Freitag setzte er ein Bewerbungsschreiben an die Gemeinde auf.

Wie er vernommen hat, soll es aber noch eine weitere Bewerbung geben. Um welchen Verein es sich handelt, wisse er aber noch nicht.

Die VHS-Gruppe sei jedenfalls bereit, den Staffelstab zu übernehmen, sollte die Wahl der Gemeinde schließlich auf sie fallen. „Und wenn es nichts wird, dann ist das auch in Ordnung“, sagt Hochgräber.

Von einer Konkurrenz mit dem vermeintlichen anderen Bewerber will er nichts wissen: „An unserer Arbeit wird sich dadurch nichts ändern.“

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Mehrere Veranstaltungen für 2020 geplant

Unabhängig vom Staffelstab stehen im nächsten Jahr für die Spurensucher der VHS-Gruppe nämlich einige Veranstaltungen statt. Am 26. Januar, einen Tag vor dem Holocaust-Gedenktag, möchte sie öffentlich ihre Arbeit vorstellen.

An diesem Tag sind Interessierte eingeladen, sich in der Seniorenbegegnungsstätte die Ergebnisse ihrer Arbeit anzusehen. „Da hat sich in den letzten zwei Jahren sehr viel getan“, sagt Hochgräber. Nicht zuletzt wegen der teils aufwendigen Recherchen von Ulrich Reitinger hat die VHS-Gruppe einige neue Erkenntnisse gewonnen.

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Neun Tote, 50 Zwangssterilisierte

„Wir kommen inzwischen auf insgesamt neun Menschen, die im Rahmen des Euthanasie-Programms getötet wurden, auf rund 50 Zwangssterilisierte und auf deutlich mehr politisch Verfolgte“, erklärt der Ortshistoriker. Diese Zahlen haben sich aus zahlreichen Befragungen mit Hinterbliebenen ergeben. Außerdem auch aus aufwendigen Untersuchungen.

Über die Hintergründe der Arbeit will die VHS-Gruppe eben im Januar informieren. Außerdem stehen im nächsten Jahr auch noch der Gedenktag für den 75. Jahrestag der Bombardierung Holzwickedes auf dem Plan und eine weitere Stolpersteinverlegung.

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