Viele Defizite durch Corona: Im Treffpunkt Villa werden daher unter anderem Schwimmkurse angeboten. © Udo Hennes
Ortsjugendring

Gelder für Personal nicht abgerufen: Wird für Kinder zu wenig getan?

Der neue Förderplan für Kinder- und Jugendarbeit hat in Holzwickede durchaus etwas bewirkt. Aber es gibt auch Probleme. Die örtliche Interessensgruppe übt Kritik.

Etwas mehr als ein halbes Jahr nach Verabschiedung des neuen Kinder- und Jugendförderplans zieht der Ortsjugendring Holzwickede eine erste Zwischenbilanz: Es sei festzuhalten, dass im Bereich der inhaltlichen Ausgestaltung neue Projekte angestoßen und bestehende Angebote entsprechend angepasst worden sind, teilte der Vorsitzende Jonas Beckmann mit.

Vor allem im Bereich der Medienpädagogik habe sich viel getan. Die Corona-Pandemie hat für einen Digitalisierungsschub gesorgt. „So beobachten wir, dass sich in einigen Vereinen und Verbänden am Ort intensiv mit den digitalen Medien auseinander gesetzt wird und diese regelmäßig in die aktive Arbeit eingebunden werden“, sagt Beckmann. Zeitgleich werde über Risiken und Gefahren der digitalen Welt aufgeklärt.

„Besonders freuen wir uns, dass einige neue Angebote die Maßnahmenvielfalt in Holzwickede bereichern“, so der Vorsitzende des Ortsjugendrings weiter. So konnten zusätzliche Angebote während der Schulferien geschaffen werden, aber auch regelmäßig stattfindende neue Programmangebote im Nachmittagsbereich der Schulferien konnten bereits realisiert werden oder sind in der konkreten Planung.

Schwimmkurse seit Corona nicht nur bei der DLRG

Besonders hervorzuheben sei ein Schwimmkurs vom Treffpunkt Villa. Durch geschlossene Schwimmbäder während der Corona-Zeit sind erhebliche Defizite bei jüngeren Kindern entstanden. „Es ist schön zu sehen, dass neben der DLRG auch andere Einrichtungen versuchen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken“, findet Dominik Segith aus dem Vorstand des Ortsjugendrings.

Vor einem halben Jahr ist beim Kreis Unna der Kinder- und Jugendförderplan fortgeschrieben worden. Er betrifft neben Fröndenberg und Bönen auch die Gemeinde Holzwickede. Der Vorsitzende des Ortsjugendrings Jonas Beckmann hat mit seinen Vorstandskollegen ein Zwischenfazit gezogen. © Greis © Greis

Aber es gebe auch Probleme: Die sozialen Folgen der Corona-Pandemie seien enorm. Die Bewältigung dieser Herausforderungen könne nur mit gemeinsamen Anstrengungen gelingen. Besonders wichtig werde daher vor allem auch die Stärkung von Austauschplattformen und Netzwerken sein.

Hilfsprogramme, Unterstützungen und finanzielle Aufbauprogramme sind von unterschiedlichen Stellen zur Verfügung gestellt worden. Einzelne, vor allem ehrenamtlich geführte Einrichtungen und Vereine seien mit dem Antragswegen oder den einzelnen Kommunikationsstellen allerdings mitunter überfordert.

Der Ortsjugendring Holzwickede versuche im Rahmen seiner Möglichkeiten, die Vereine und Einrichtungen zu beraten und zu unterstützen. Gleichwohl unterstreicht er aber seine Kritik, dass die zusätzlichen Mittel fast ausnahmslos an das Personal und die Stellenäquivalente gebunden werden.

Gelder für Personal gar nicht oder zu spät abgerufen

Zum einen profitierten dadurch nicht alle Einrichtungen in gleicher Weise. „Zum anderen wird nach unseren Beobachtungen in den ersten Monaten nach der offiziellen Verabschiedung die Preisspirale bei konkreten Angeboten, Kursen, Maßnahmen und Freizeiten nicht unterbrochen“, betont Beckmann.

„Wir bekräftigen an dieser Stelle noch einmal unsere Forderung, dass frei gewordene finanzielle Mittel nicht aus den Haushaltsansätzen der Einrichtungen und Verbände abgezogen und Gelder in den öffentlichen Haushalten der Gemeinde Holzwickede und dem Kreis Unna auf konkrete Maßnahmenbindung überprüft werden“.

Weiterhin stelle man fest, dass zusätzlich seit Anfang des Jahres bereitgestellte Gelder für Personal erst verspätet oder zum Teil noch gar nicht abgerufen worden sind. Diesen Vorgang kritisiere man vor dem Hintergrund der anstehenden gemeinsamen Aufgaben und Herausforderungen.

Über den Autor
Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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Carlo Czichowski

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