An der Mühlenstraße sind derzeit 22 Flüchtlinge untergebracht. © Marcel Drawe
Politik

Geht es armen Menschen durch Corona schlechter? Ein Sozialbericht soll Fakten schaffen

Durch Corona geht es vielen Menschen schlechter: So lautet zumindest die herrschende Meinung. In Holzwickede könnte es dazu demnächst Zahlen geben.

Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, absolute Einsamkeit: Die Corona-Krise ist eine große Belastung. Die Berichte über die negativen Begleiterscheinungen der Pandemie sind Zeugnisse dafür.

Geht es nach der Grünen-Fraktion im Holzwickeder Gemeinderat, soll die Diskussion über soziale Fragen in den nächsten Wochen noch fundierter erfolgen. Der Sachkundige Bürger Ulrich Bangert hat gemeinsam mit seinen Fraktionskollegen einen Antrag formuliert, in der er die Gemeindeverwaltung auffordert, eine ausführliche Statistik zu verschiedenen sozialen Bereichen zu erstellen.

Der letzte Sozialbericht ist zwei Jahre her

Der letzte, laut Bangert „kurz dargestellte Sozialbericht“ sei bereits zwei Jahre alt und dementsprechend nicht mehr aktuell. Regelmäßige Berichte über die Lebenslagen bestimmter Gruppen wie Kinder- und Jugendliche, ältere Menschen, Familien, Ausländer in der Gemeinde seien „gerade jetzt in einer Pandemielage von großer Wichtigkeit“. Je ausführlicher so ein Bericht sei, desto besser wäre das für die politische Arbeit.

Durch etwaige Erkenntnisse aus den Daten, die der Gemeinde vorliegen würden, könnte man nach Auffassung der Grünen-Fraktion besser politische Entscheidungen treffen. Ein Sozialbericht könne die Grundlage sein für „Organisation und Veränderung gemeindlicher Hilfesysteme“.

Die Holzwickeder Grünen-Fraktion wünscht sich einen ausführlichen Sozialbericht

Die Grünen beantragen daher „eine elementare statistische Berichterstattung unter Berücksichtigung von bestehenden Verwaltungsdaten, aus denen kommunale Handlungsfelder erkennbar werden“. Folgende Bereiche sollen untersucht werden:

  • Arbeitslosigkeit
  • Kurzarbeit
  • Alleinerziehende
  • Einzelpersonen und Familien mit finanziellem Unterstützungsbedarf
  • Schüler ohne digitale Endgeräte im Heimunterricht
  • Kinder und Jugendliche, die nicht am Mensaessen teilnehmen
  • minderjährige Kinder, die Leistungen nach dem SGB II erhalten
  • Leistungen über Bildung und Teilhabe
  • Flüchtlingsunterkünfte ohne W-Lan
  • Alleinlebende Senioren
  • Status von Projekten wie „kein Anschluss ohne Abschluss“

Die Grünen-Fraktion erhofft sich bereits in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 18. März um 17.30 Uhr im Forum des Schulzentrums einen Bericht von Verwaltungsseite. Nach Bangerts Auffassung solle man in dieser Sache nicht zu viel Zeit verlieren. Es gehe um das Schicksal benachteiligter Menschen.

Über den Autor
Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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Carlo Czichowski
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